Bisher war das Aufspüren von Gaslecks eine zeit- und kostenintensive Angelegenheit, da hierfür Flammionisations- oder Halbleiter-Gasdetektoren verwendet werden mussten. Hinzu kam die Gefahr durch das Arbeiten in großen Höhen oder Gefährdungsbereichen. Um diesem Problem zu begegnen, hat die Esders GmbH jetzt ein Lasermessgerät entwickelt, mit dem sich auch schwer zugängliche Gaslecks aus bis zu 30 Metern Entfernung aufspüren lassen.
Mit dem mobilen Lasermessgerät ELLI (Esders Laser Leak Indicator) lassen sich schwer zugängliche Gaslecks aus bis zu 30 Metern Entfernung aufspüren. Bild: Esders GmbH
Mit dem mobilen Lasermessgerät ELLI (Esders Laser Leak Indicator) können beispielsweise auch undichte Stellen in Biogas- oder Industrieanlagen sowie an Gasleitungen auch in großer Höhe aufgespürt werden. Sogar durch isolierverglaste Fenster von Gebäuden hindurch kann das Gerät Methankonzentrationen feststellen.
„Bei dem Einsatz von Rührwerken in Biogasanlagen treten zum Beispiel an den Wanddurchführungen häufig Undichtigkeiten auf“, erklärt Sebastian Wilkens, Produktmanager bei der Esders GmbH. „Dieses Biogas besteht zu über 50 Prozent aus Methan, dessen Austritt ELLI selektiv bestimmen kann.“
Doch auch in Industrieanlagen, Gasdruckregelanlagen oder Erdgasspeichern können ungewollte Gasaustritte auftreten. Um ein derartiges Leck zu finden, musste bisher mit einer Sonde die gesamte Anlage beziehungsweise der Gasspeicher und die Rohrleitungen abgespürt werden. Dabei sind viele Bereiche oft nur schwer oder gar nicht zugänglich beziehungsweise liegen in Gefahrenbereichen, die nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen betreten werden können. Durch die TDLAS (Tunable Diode Laser Absorption Spectroscopy) Detektionstechnologie des mobilen Lasermessgerätes von Esders kann Methan dagegen aus sicherer Entfernung von bis zu 30 Metern festgestellt werden. Bei sehr guten Reflektionsverhältnissen ist sogar eine höhere Reichweite möglich.
„Dazu muss der Laserstrahl einfach auf den zu überprüfenden Bereich gerichtet werden“, so Wilkens. Das 213 x 155 x 66 mm große ELLI misst das ausströmende Gas auch durch Verglasungen hindurch. Dazu ermittelt das Gerät die Methankonzentration mit Hilfe des Unterschieds zwischen dem ausgesandten und dem zurückreflektierten Infrarotlaserstrahl, wobei dessen Wellenlänge die selektive Messung von Methan garantiert. Als Wert wird die Konzentrationslänge in ppm x m ausgegeben, also das Produkt aus der Methankonzentration zwischen dem Detektor und dem Ziel sowie der Weglänge durch die Gaswolke. Dabei umfasst ELLI einen Messbereich von 0 bis 50.000 ppm mal Meter.
Die Ergebnisse der bei Temperaturen von -17 °C bis +50 °C möglichen Gasprüfung werden innerhalb einer Reaktionszeit von 0,2 Sekunden auf einem farbigen LCD-Touch-Display angezeigt. Somit können auch geringste Methanansammlungen beziehungsweise Leckagen nahezu in Echtzeit gemessen werden. Über Gefahrenwerte informiert ein Alarm, der benutzerdefiniert eingestellt werden kann.
Hintergrund
Die Esders GmbH wurde 1989 in Bielefeld gegründet. Nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit zog das Unternehmen ins Emsland nahe der holländischen Grenze, wo es heute mehr als 70 Mitarbeiter beschäftigt. Bei Druckprüfsystemen für Gas- und Wasserrohrleitungen ist das Unternehmen mittlerweile Marktführer und europaweit sowie in Asien tätig. Eine weitere Kernkompetenz stellt das Entwickeln, Fertigen und Vertreiben von Gasspür- und Gaswarngeräten dar. Mit der GasCam®, einem System zur Visualisierung von Methan, vertreibt Esders ein weiteres System zur Gasferndetektion und ist der einzige Anbieter von aktiver und passiver Infrarottechnologie in diesem Einsatzbereich.