Die EEG-Umlage wird im nächsten Jahr um rund einen Cent je Kilowattstunde Strom steigen. Haupttreiber dieser Erhöhung sind Entlastungen für Industriebetriebe und der Preisverfall an der Strombörse. Dennoch müssen sich Haushaltskunden nicht unbedingt vor einer höheren Stromrechnung fürchten. Wer den Stromanbieter wechselt, kann oft wesentlich mehr sparen, als die Erhöhung der EEG-Umlage im nächsten Jahr ausmachen wird.
Wie die Übertragungsnetzbetreiber heute mitgeteilt haben, steigt
die EEG-Umlage von derzeit 5,28 Cent je Kilowattstunde (Ct/kWh) im
nächsten Jahr auf 6,24 Ct/kWh. Die Erhöhung bedeutet für einen
Drei-Personen-Musterhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch
von 3.500 Kilowattstunden Mehrkosten von 3,33 Euro (inklusive
Mehrwertsteuer) pro Monat, wenn die Stromversorger die
Umlagesteigerung in vollem Umfang weitergeben und nicht mit
ihren gesunkenen Beschaffungskosten an der Börse verrechnen. Im
Jahr kommen so rund 40 Euro zusammen.
Zwar hält laut einer aktuellen Umfrage von TNS emnid die Mehrheit
der Bevölkerung eine EEG-Umlage in dieser Höhe immer noch für
angemessen. Dennoch könnten viele Verbraucher diese Umlageerhöhung
durch einen Wechsel des Stromanbieters mehr als
ausgleichen.
Grundversorgung meist teurer als andere Tarife
Nach Angaben des Verbraucherportals Verivox kann eine dreiköpfige
Familie mit einem Verbrauch von jährlich 3.500 Kilowattstunden
ihren Strom aktuell schon für etwa 900 Euro im Jahr
beziehen, und zwar von namhaften Anbietern. Selbst zertifizierte
Ökostromtarife sind oft für nur wenig mehr zu haben. Dennoch
zahlen viele Stromkunden einen deutlich höheren Preis. Besonders
die knapp 40 Prozent der Haushalte, die noch den Grundversorgungstarif
beziehen (Stand 2011): Sie zahlen am meisten, denn nach
wie vor stellt die Grundversorgung vielerorts die teuerste Versorgungsart
dar, wie das folgende Beispiel zeigt:
Musterrechnung: Wechsel zu Ökostromanbieter gleicht EEG-Umlage-
Erhöhung mehr als aus
Ein Berliner Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch
von 3.500 Kilowattstunden zahlt im Grundversorgungstarif
1.042 Euro im Jahr. Der Wechsel zu einem zertifizierten
Ökostromanbieter wie zum Beispiel Naturstrom, der ausschließlich
Strom aus Erneuerbaren Energien liefert, brächte hier eine Einsparung
von 45 Euro. Die Differenz zwischen dem Berliner Grundversorgungstarif
und dem Ökostrombeispiel beträgt somit 1,3 Cent
je Kilowattstunde.
„Durch einen Anbieterwechsel lässt sich also
oftmals mehr Geld einsparen, als der Anstieg der EEG-Umlage im
kommenden Jahr an Kosten verursachen wird. Gleichzeitig bringt
die Wahl eines zertifizierten Ökostromanbieters die Energiewende in
Deutschland voran“, so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur
für Erneuerbare Energien.
Wechseln fördert den Wettbewerb
Auch jene Stromverbraucher, die schon einmal in der Vergangenheit den Lieferanten gewechselt haben, sollten immer wieder neu vergleichen. „Durch Anbieterwechsel entwickelt sich mehr Wettbewerb zwischen den Unternehmen“, erläutert Vohrer. „Ist die Konkurrenz groß genug, wächst auch der Druck auf die Stromversorger, ihre Angebote attraktiver zu gestalten und auch die günstigen Beschaffungskosten an ihre Kunden weiterzugeben.“
Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage von TNS emnid vom September 2013 sind
hier im Internet zu finden.