Unabhängig von einem breiten Spektrum sehr individueller Bewertungen reihte sich die 9. Auflage des bundesweiten Branchenevents in mehreren zentralen Punkten nahtlos in seine bisherige Chronik ein. Dazu gehören das aktive Engagement „vor Ort“ als unverzichtbarer Erfolgsfaktor, die außerordentlich wichtige Kooperation zwischen Fachgroßhandel und Fachhandwerk zur gemeinsamen Verbraucheransprache, die unstrittige Relevanz für die generelle Badsensibilisierung des privaten Publikums und das aus diesem Anlass immer stärkere nationale Medienecho. So lautet das Fazit eines aktuellen Rückblicks der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) auf den am 14. September 2013 veranstalteten „Tag des Bades“.
Der Bericht beruht auf vorläufigen statistischen Analysen, eigenen Eindrücken und Kurzkommentaren aus allen drei Vertriebsstufen, erläutert Geschäftsführer Jens J. Wischmann.
Danach blieb die registrierte Zahl der beteiligten Ausstellungen mit knapp 450 auf dem Niveau der beiden Vorjahre. Auch bei der Relation zwischen Großhandel (ca. 85 %) und Handwerk (etwa 15 %) habe sich lediglich wenig verändert. In seinem Statement weist ZVSHK-Präsident Manfred Stather aber darauf hin, dass sich der Einsatz des Fachhandwerks nicht nur in der Menge der mitwirkenden Ausstellungsbetriebe niederschlage. Zu berücksichtigen seien ferner die Firmen, die „mit dem Großhandel kooperieren und in dessen Ausstellungen erfolgreich Endkunden betreuen und beraten“. Das bestätigt u. a. ein Votum aus dem Hause Pfeiffer & May: „Es war ein gelungener Tag. Die Installateure haben sehr gut mitgemacht und uns unterstützt.“
Überschätzter Etat
Konkrete Resultate einer schriftlichen Teilnehmerumfrage sind in einigen Wochen verfügbar, betont Wischmann. In wichtigen Bereichen zeichneten sich jedoch schon Tendenzen ab. Überwiegend positiv würden z. B. die gesamte Aktion, das von der VDS angebotene Unterstützungspaket, das erstmals angewendete Internetanmeldebestellsystem (IABS) und das bewusst gewählte Hauptthema (Demografischer Wandel / Barrierefreie Bäder) sowie die entsprechende optische Umsetzung eingestuft. Natürlich gebe es zu einigen Aspekten auch kritische Stimmen. Sie werde man mit der „nötigen Aufmerksamkeit“ diskutieren und für mögliche Verbesserungen des Konzeptes und seiner Instrumente nutzen.
Bereits jetzt sei indes mit Blick auf den „nach wie vor begrenzten, gleichwohl offenbar immer noch überschätzten Projektetat“ vor Hoffnungen etwa auf eine wieder geforderte „Fernsehwerbung“ zu warnen. Ungeachtet dessen fehle aufgrund früherer Erfahrungen die Garantie dafür, dass „kostenintensive TV-Auftritte“ den gewünschten (Besucher-)Effekt hätten.
Millionen Leser und Hörer
Die vorhandenen Mittel investiere der Dachverband „sorgfältig und selektiv“ u. a. in Onlinewerbung durch Banner-Präsenz auf großen Zeitungsportalen sowie mit Google-Anzeigen. Im unmittelbaren Vorfeld des Events wurden danach über 500.000 bzw. 2 Mio. gezielte Anstöße gegeben. Auf der Branchen-Verbraucher-Plattform www.gutesbad.de habe man seit Anfang September rund 26.000 Besucher gezählt, die insgesamt knapp 200.000 Seiten aufriefen. Die Verweildauer pro User von durchschnittlich mehr als drei Minuten stelle einen vergleichsweise „extrem guten Wert“ dar.
Ein Prädikat, das die flankierende nationale PR-Arbeit „einmal mehr“ verdiene. Wischmann erwartet, dass sie 2013 sowohl bei den Einzelveröffentlichungen (etwa 1.000) als auch bei verbreiteter Auflage bzw. Seitenaufrufen (ca. 20 Mio.) den Vorjahresrekord wiederholt. Die redaktionelle Projektbilanz erstrecke sich erneut von Exklusivkooperationen mit Publikumstiteln bis zu umfassenden, zum Teil mehrseitigen Specials z. B. in der regionalen und lokalen Presse. Schließlich seien vorproduzierte Radio-Interviews bzw. -Beiträge fast 70mal mit einer Reichweite von 1,2 Mio. Hörer pro Stunde ausgestrahlt worden. Wischmann: „Der letztlich der Profi-Kompetenz gewidmete ‚Tag des Bades’ ist längst ein festes Medienthema und schon deshalb ein absolutes Muss für die Branche.“
Ideen fürs Jubiläum
Wie es heißt, vertritt auch der VDS-Vorstand diese Meinung. Daher habe er bereits eine konkrete Terminentscheidung getroffen: Am 20. September 2014 soll die 10. Verbraucherveranstaltung in Deutschland über die Bühne gehen. Sie feiere dann also ein „kleines Jubiläum“. Grund genug für Wischmann, geeignete Erfolgsvorschläge dafür in 10 Wortpaaren zu formulieren:
1. Interessenten animieren
2. Renovierer mobilisieren
3. Attraktionen schaffen
4. Gaumen verwöhnen
5. Stimmung machen
6. Künstler buchen
7. Besucher überraschen
8. Kids erfreuen
9. Wohlfühlen fördern
10. Erlebnisse inszenieren.
Wortmeldungen: O-Töne aus den drei Vertriebsstufen zum „Tag des Bades“
Die VDS sammelte Stimmen und Meinungen. Eine Auswahl:
Industrie
Hartmut Dalheimer, Geschäftsführer Keuco GmbH & Co. KG, Hemer: „Es geht darum, sinnliche Ideen, neue Möglichkeiten und persönliche Beratung zu entdecken – das zeichnet diesen Event aus. Es kommt darauf an, den Besuchern das Thema ‚Bad’ emotional näher zu bringen und einen Anreiz zu bieten, über eine Renovierung nachzudenken. Egal, ob es sich um ein komplett neues Bad, eine Teilrenovierung oder ein barrierefreies Bad handelt. In den Ausstellungen von Fachgroßhandel und Fachhandwerk kann jeder interessierte Besucher die Produkte von Markenherstellern unverbindlich ansehen, anfassen und ausprobieren. Gleichzeitig sind die wichtigen Partner für Beratung, Planung und Ausführung direkt vor Ort. Der ‚Tag des Bades’ erhält daher unsere volle Unterstützung.“
Dr. Christian Buhl, Geschäftsführer Geberit Vertriebs GmbH, Pfullendorf: „Für die gesamte Branche war der ‚Tag des Bades’ wiederum eine sehr gute Gelegenheit, um die Endverbraucher in die Ausstellungen einzuladen und ‚Herz und Verstand’ von der nachhaltigen Investition in ein neues Bad zu überzeugen. Neben dem vielfältigen Angebot an innovativen und modernen Badlösungen bietet auch die anhaltende Niedrigzinsphase weiter ein attraktives Argument im Dialog mit potenziellen Bauherren und Modernisierern. Geberit unterstützte zum ‚Tag des Bades’ Großhandel und Handwerk u. a. mit Marketingaktionen, Flyern, Broschürenpaketen und Aktivitäten vor Ort in den Ausstellungen.“
Fachgroßhandel
Benedikt Mahr, 1. Vorsitzender des DG Haustechnik, Bonn: „Der ‚Tag des Bades’ hat sich etabliert und ist ein fester Bestandteil der Marketingaktivitäten im SHK-Großhandel. Jeder Betrieb, der die Gemeinschaftsaktion als Multiplikator nutzt und parallel Eigeninitiative betreibt, ist damit auch erfolgreich.“
Dirk Schlag, Verkaufsleiter Ausstellung Eugen König GmbH, Koblenz: „Es war für uns zum wiederholten Male eine gelungene und lohnenswerte Aktion mit qualitativ hochinteressanten Besuchern. Wir werden auch künftig wieder dabei sein.“
Anja Marai Pehl, Ausstellungsleiterin Neugart KG, Bonn: „Mit der Unterstützung unserer Fachhandwerker in der Ausstellung konnten wir die Kunden mit professionellem Auftreten und kompetentem Fachwissen begeistern. Die Kunden waren dankbar, an die Hand genommen zu werden und den Weg zum neuen Traumbad gezeigt zu bekommen. Viele haben den Tag genutzt, um den ersten Schritt zu wagen und mit vielen Anregungen nun den Badumbau in Angriff zu nehmen.“
Fachhandwerk
Manfred Stather, Präsident Zentralverband Sanitär Heizung Klima, St. Augustin: „Der bundesweite ‚Tag des Bades’ hat zu Recht einen Stammplatz im Marktbearbeitungs-Kalender der Sanitärbranche. Er war, ist und bleibt ein wichtiges Instrument der aktiven Bedarfsweckung und -lenkung. Deshalb unterstützt z. B. der ZVSHK die längst zur Institution gewordene Initiative uneingeschränkt. Trotzdem wird die Frage, ob sich genug Fachhandwerker vor Ort an der Veranstaltung beteiligen, durchaus kontrovers diskutiert. Dabei darf man einen Aspekt nicht übersehen. Das Engagement nur an der Zahl der mitwirkenden Ausstellungsbetriebe zu messen, greift viel zu kurz. Es geht auch oder gerade um die Kollegen, die mit dem Großhandel kooperieren und in dessen Ausstellungen Endkunden betreuen und beraten. Das gilt es künftig weiter zu intensivieren. Schon in diesem Jahr gab es dafür wieder zahlreiche positive und effiziente Beispiele. Zum Teil schalteten sich sogar komplette Innungen gezielt in die Verbraucheransprache ein. Das Fachhandwerk zeigt also in unterschiedlicher Weise Flagge. Ich bin sicher, dass das auch 2014 beim dann 10. ‚Tag des Bades’ der Fall ist.“
Stefan Gade, freier Mitarbeiter als Badberater der Stallberg GmbH, Köln: „Für uns war es eine sehr erfolgreiche Veranstaltung mit mindestens 150 Besuchern; wir hatten motivierte Mitarbeiter und eine positive Kundenresonanz. Im Vorfeld verschickten wir Einladungen, machten Mailings, verteilten Flyer und schalteten Printwerbung. Am ‚Tag des Bades’ boten wir Ayurveda-Massagen an, sorgten für ein gutes Catering und führten zum Teil mit Unterstützung von Industriefirmen viele Produkte in Aktion vor. Als konkretes Ergebnis können wir jetzt schon 20 Aufmaßtermine für Komplettrenovierungen und Teilmodernisierungen verbuchen.“