Der Aufwand einer energetischen Altbausanierung schreckt viele Hausbesitzer ab: Den genauen Sanierungsbedarf ermitteln lassen, aus einer Vielzahl von möglichen Varianten die richtige auswählen und die Finanzierung sicherstellen.
Es lohnt es sich bei Sanierungsvorhaben erfahrene Energieberater hinzuzuziehen.
Bei einer Besichtigung vom Keller bis unter das Dach nehmen die Experten alle Daten auf. Im Anschluss daran werden unterschiedliche Maßnahmen
und Maßnahmenkombinationen auf Ihre Energieeffizienz hin verglichen. Bild: ZAB
„Wer klug vorgeht, kann sich den Sanierungseinstieg deutlich erleichtern“,
empfiehlt Petra Hegen vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Ministeriums
für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. „Was
genau und in welchem Umfang saniert werden sollte, diese Fragen beantworten
qualifizierte Gebäudeenergieberater.“ Die Energieexperten analysieren
den Ist-Zustand des Hauses, schlagen ein fachlich fundiertes Gesamtkonzept
vor und zeigen Finanzierungsmöglichkeiten auf. Die Beratung ist nicht teuer
und wird vom Staat finanziell unterstützt.
Diese und weitere Tipps zur energetischen Sanierung gibt ein Leitfaden des
Umweltministeriums. Der Leitfaden ist in 10 Schritte unterteilt und informiert
auch zur fachlichen Planung, Angebotseinholung und Finanzierung. Die Broschüre
kann kostenfrei über das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000
12 33 33 bestellt oder
hier im Internet herunter geladen werden.
Schritt für Schritt – Hinweise für den gelungenen Sanierungsstart
Manche energetische Schwachstellen kennen die Bewohner gut – wie etwa
die kalten Außenwände und die undichten Fenster. Auch ein Jahresverbrauch
von mehr als 15 Liter Heizöl pro Quadratmeter ist ein untrügliches Zeichen für
Sanierungsbedarf. Bei einer Energieberatung wird das ganze Haus systematisch
auf solche Defizite untersucht. Ein Fachmann analysiert die Gebäudehülle
und Gebäudetechnik. Anschließend kann eine Optimierung erfolgen.
„Möglich ist die Dämmung von Dach, Außenwand und Kellerdecke. Das hält
die Heizwarme im Haus und verringert den Verbrauch“, rät Rainer Schüle von
der Energieagentur Regio Freiburg. „Den Restwärmebedarf deckt eine moderne
und gut geregelte Heizung effizienter, am besten mit einem großen Anteil
an erneuerbaren Energien.“ Das führe zu einem minimalen Energieverbrauch
und sei zukunftssicher. Gegenüber einem unsanierten Gebäude können
50 bis 80 Prozent Energie und Heizkosten eingespart werden.
„Das Haus ist ein komplexes System. Am Anfang einer Sanierung sollte daher
immer eine Energieberatung stehen“, erklärt Rainer Schüle. „Wird das Haus
nicht als Ganzes betrachtet, können schlecht abgestimmte Einzelmaßnahmen
Mehrkosten verursachen.“ Ein Beispiel sei etwa der Einbau einer neuen Heizung,
obwohl eine später vorgesehene Fassadendämmung die nötige Heizungsleistung
wesentlich verringern werde.
Um solche Fehler zu vermeiden, lohnt es sich, erfahrene Energieberater hinzuzuziehen.
Bei einer Besichtigung vom Keller bis unter das Dach nehmen die
Experten alle Daten auf. Im Anschluss daran werden unterschiedliche Maßnahmen
und Maßnahmenkombinationen auf Ihre Energieeffizienz hin verglichen.
Die Ergebnisse der Untersuchung stellt der Energieberater in einem
schriftlichen Bericht anschaulich dar.
„Die Energieberatung liefert ein Sanierungskonzept inklusive Stufenplan mit
konkreten Maßnahmen, Kosten und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, das
den persönlichen Bedürfnissen und der Finanzkraft angepasst ist“, so Petra
Hegen von Zukunft Altbau. „Was davon angepackt wird, können die Besitzer
dann in Ruhe entscheiden.“ Zum Konzept kommen Hinweise über die Anforderungen
der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare-
Wärme-Gesetzes Baden-Württemberg (EWärmeG), das beim Einbau einer
neuen Heizanlage zu berücksichtigen ist.