Der VfW-Bundesverband für Wohnungslüftung und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) wollen mit einer gemeinsamen Fortbildungsinitiative das lüftungstechnische Know-how der SHK-Handwerker ausbauen. Ab April dieses Jahres sollen zweitägige produktneutrale Schulungen zur Wohnungslüftung nach DIN 1946-6 für SHK-Installateure im Fortbildungszentrum des Fachverbands SHK Hessen in Gießen stattfinden.
Die zweitätige Schulung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Bild: Fachverband SHK Essen
„Im Zuge der zunehmend luftdichten Bauweise haben sich die Tätigkeiten des SHK-Handwerks vor
allem im Neubau deutlich in Richtung Raumlufthygiene verschoben“, erläutert VfW-Geschäftsführer
Dipl.-Ing Peter Paul Thoma den Hintergrund. Thoma, zugleich Obermeister der Innung SHK Frankfurt
am Main, sieht hier Handlungsbedarf für eine produktneutrale Weiterbildung. „Mit Hilfe des
Lehrgangs sollen Handwerksbetriebe auch weiterhin ein hohes Maß an Beratungs- und
Ausführungsqualität in diesem Bereich sicherstellen können.“
Die zweitätige Schulung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Referent ist
Hans Berhorst, Experte für Lüftungsplanung und DIN-Normen des VfW. Er wird den Teilnehmern im
ersten Abschnitt des Kurses die Grundlagen der Norm DIN 1946-6 inklusive Einführung in das
Lüftungskonzept vermitteln und ihnen Anforderungen und Systeme der Wohnungslüftung an einer
installierten „Schulungs“-Lüftungsanlage erklären. Im zweiten Teil sollen die Seminarbesucher selbst
eine Zu- und Abluftanlage planen und entsprechend der berechneten Luftvolumenströme einstellen.
Darüber hinaus erhalten sie praktische Hinweise zur Montage und Wartung der Bauteile innerhalb
von Lüftungsanlagen.
Ziel ist, dass die Fachkräfte ihre Kunden nach erfolgreicher Teilnahme umfassend beraten und
Anlagen zur kontrollierten Wohnraumlüftung anhand der Herstellerunterlagen planen und
realisieren können. Ein Zertifikat bescheinigt diese Fähigkeiten. Das Dokument soll zugleich nach
außen ein Qualitätszeichen seitens des Handwerks setzen.
„Die Zusammenarbeit mit dem ZVSHK war uns sehr wichtig“, sagt Thoma. Nur so könne es gelingen,
einer qualifizierten Beratung durch Handwerksbetriebe im wachsenden Marktsegment für
Wohnungslüftung insgesamt mehr Gewicht zu verleihen. Im Zuge der Kooperation hat der ZVSHK
kürzlich darüber hinaus eine spezielle Mitgliederausgabe der DIN 1946-6 herausgebracht die um ein
aktuelles Rechtsgutachten des VfW ergänzt ist. Darin nimmt der Verband zu Haftungsrisiken bei
Wohnräumen ohne lüftungstechnische Maßnahmen Stellung. Er zeigt die Gefahren für Bauherren,
Planer und das umsetzende Handwerk auf und gibt Orientierung für die Praxis. Die Sonderausgabe
der kompletten DIN 1946-6 und des VfW-Rechtsgutachtens kann von Innungsmitgliedern zum Preis
von 69 Euro zzgl. MwSt. beim ZVSHK bezogen werden.