Was lebt, stört. Und da Wasser der Quell des Lebens ist, lebt es sich dort auch besonders gut. Die bekanntesten Lebewesen in Pools sind – neben sehr großen und ganz kleinen Wasserflöhen – Algen. Ihnen ist auf zwei Wegen beizukommen: Einmal mit einem Algizid, also einem Pflanzengift, dass schon ein Wachstum der Algen verhindert, und Chlor.
Ohne Pflege vealgt ein Pool in kürzester Zeit, wie hier eindrücklich bei dem unteren Pool, der nicht gepflegt wurde, zu sehen ist.
Bild: Andrius/Commonswiki
Vollautomatischer Bodensauger, der sich mit eigens erzeugtem Jetstrahl auf dem Poolboden fortbewegt.
Bild: Steinbach Chlor ist generell ratsam, da es eine desinfizierende Wirkung hat. Wie viel Chlor, entweder als Tabletten oder Granulat erhältlich, beigeben werden muss, richtet sich nach der Wassermenge und der Leistungsfähigkeit der Umwälzpumpe und der Art des Filters (siehe auch Teil 3 dieser Serie Pool-Zubehör: Technik, Pumpen und Filter). Die Chemikalien werden meist in einen so genannten Dosierschwimmer platziert, der sich wiederum in der Nähe des Filters befindet.
Wasser wöchentlich testen
Damit nicht zu viel Chemie in den Pool gerät, gibt es Testmöglichkeiten. Die einfachsten sind Streifen, die – wie der berühmte Lackmustest aus dem Unterricht – funktionieren und pH-Wert sowie Laugengrad angeben. Nach diesem richtet sich die Beigabe der Chemikalien. Allerdings – die Streifen sind schwierig zu interpretieren. Ratsamer sind Pooltester, auch Tablettentester genannt. Sie arbeiten mit einer Tablette, anhand deren Reaktion mit dem Wasser sich bis zu vier Wasserwerte relativ genau bestimmen lassen und Empfehlungen geben, welche Chemikalien nachdosiert werden sollen.
Inzwischen gibt es elektrische Tester auf dem Markt, die sogar ohne Tabletten auskommen. Auch Tester, die helfen, die Streifen genauer auszulesen, gibt es. Als Faustregel kann gelten, dass man im Minimum einmal pro Woche dass Poolwasser testen sollte. Wenn der Pool im Sommer häufiger benutzt wird, sollte auch das Wasser häufiger getestet werden. Denn wir wissen: Was lebt, stört. Und auf der Haut des Menschen tummeln sich Bakterien.
Pflanzliche und tierische Quälgeister sind das eine, Verschmutzungen das andere. Für wasserlöslichen Dreck im Pool gibt es ebenfalls eine Chemikalie, Flockmittel genannt. Selbst der beste Sandfilter lässt kleinste Partikel durch, die dann weiter durch das Wasser treiben. Werden es zu viele, hat das Wasser eine trübe oder milchige Verfärbung. Genau die beseitigt das Flockmittel.
Täglich käschern
Für gröbere Verunreinigungen, etwa durch Laub oder die Hinterlassenschaften von Tieren oder diese, etwa als ertrunkene Insekten gleich selbst, hilft ein Käscher. Mit diesem sollte der Pool regelmäßig „abgefischt“ werden. Denn die organischen oder mineralischen Stoffe dienen den Algen oder anderen Lebewesen als Nahrung und heizen so deren Wachstum kräftig an – jedenfalls bei zu langer Verweildauer und zu wenig Chlor.
Der Käscher, den man täglich benutzen sollte, schafft aber nur eine Reinigung der Oberfläche. Alles, was nach unten sinkt, ist damit nur schwer zu erreichen. Hier hilft ein Bodensauger, der sich jedoch nur bei größeren Pools empfiehlt. Er funktioniert wie eine Kombination von Wischmob und Staubsauger und wird ähnlich wie die beiden gehandhabt. Wer etwas Geld übrig hat, kann auch auf Unterwasser-Roboter setzen, die sogar die Wände reinigen können – und das fast vollkommen selbständig. Eine clevere Lösung ist die Kopplung eines manuellen Bodensaugers an die Filteranlage. Er arbeitet dann mit seiner Sogwirkung und benötigt keinen zusätzlichen Strom.
Damit ein Pool wenigstens von außen nicht verschmutzt, gibt es verschiedene Abdeckungen. Um die geht es in unserem nächsten Teil, der am 05.05.2017 erscheint.
Bisher erschienen:
1 Pools im Überblick: Wannen aus Kunststoff, Stahl oder Beton
2 Pool-Kosten: Systeme im Vergleich
3 Pool-Zubehör: Technik, Filter, Leitern
4 Pool-Planung: Auslegung, Platzwahl, Fundament
5 Pool-Einbau: Baurechtliches, Genehmigungen, Dichtheit
6 Pool-Pflege: Algen, Käscher, Poolchemie, Sauger
Erscheinen demnächst:
7 Pool-Schutz: Abdeckungen
8 Pool im Winter: Wasser ablassen, Reinigung
9 Pool im Frühjahr: Wiederinbetriebnahme
10 Pool-Praxisbeispiele: Größe, Formen, Ausstattung