Wie man Strom zu Hause selbst erzeugen kann, haben wir in den vergangenen drei Teilen der Serie beleuchtet. Doch wenn man ihn nicht gleich mit der Produktion verbrauchen kann, hilft nur die Einspeisung ins Netz, was immer weniger lukrativ ist. Oder die Anschaffung einer E-Batterie.
Auch Blei Akkus können als Stromspeicher dienen. Sie sind günstiger als Lithiumbatterien und brennen nicht, sind diesen jedoch technisch unterlegen.
Bild: fy Ganz am Anfang steht dabei eine Frage. Die heißt: Blei oder Lithium? Da sind die beiden gängigen Speichermedien. Darüber hinaus gibt es noch weitere. Doch die sind in der Erprobung oder lohnen sich nur bei großtechnischen Anwendungen. Deswegen also: Entweder das, was wir aus der Autobatterie kennen oder das Leichtmetall.
Zuerst zum Blei: Es ist bewährt, es ist nicht brennbar und es ist – im Vergleich zu Lithium-Akkus – relativ günstig. Aber es hat auf der anderen Seite auch eine geringere Lebensdauer (etwa ein Viertel im Vergleich zu Lithiumbatterien auf die Ladezyklen bezogen), ist nicht so leistungsfähig, viel schwerer und nimmt im Keller einen Haufen Platz weg.
Lithium im Vorteil
In diesen Nachteilen liegen gleichzeitig auch die Vorteile von Lithium-Akkus. Hinzu kommen noch hohe Energiedichte, Wartungsfreiheit, schnelle Ladezeiten (auch wenn die im stationären Hausgebrauch nicht so entscheidend sind). Und sie haben einen Wirkungsgrad von 100 Prozent – das ist doppelt so viel wie beim Blei. Das führt dazu, dass bei einigen Förderprogrammen nur lithiumbasierte Batterien gefördert werden.
Letztlich aber gilt: Beide sind in der Lage, ausreichend Strom zu speichern und zeitversetzt wieder abzugeben. Und darauf kommt es schließlich an. Wäre die Frage nach den Kosten. Anschlussfertige Systeme gibt es schon ab knapp 6.000 Euro. Wesentlicher ist jedoch der Preis, den man am Ende für die gespeicherte und wieder ausgespeiste, also selbst genutzte kWh zahlen muss. Wir wissen, ja, dass man in dieser Gesamtrechnung unter den berühmten 30 Eurocent je kWh bleiben muss, die Strom in Deutschland inzwischen durchschnittlich kostet.
Um es vorwegzunehmen: Bei einer Nachrüstung im Bestand wird es schwierig, eine Amortisation zu erreichen. Plant man jedoch von vornherein einen Neubau mit einer Wärmepumpe und einer PV-Anlage, die genau dafür gedacht ist, die Wärmepumpe mit zu versorgen, sollte das heute schon wirtschaftlich möglich sein. Der Deckungsgrad kann dann sogar bis zu 80 Prozent betragen. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass der Strom für deutlich weniger als 20 Eurocent je kWh erzeugt, gespeichert, ausgespeist und genutzt werden kann. Inklusive aller Kapitalkosten. Lohnt sich.
Ein weiterer Anhaltspunkt, ab wann ein Speicher wirtschaftlich sein kann, bezieht sich nicht auf die elektrische Arbeit, sondern die elektrische Leistung und wird in Euro je kW ausgedrückt. Experten gehen davon aus, dass E-Batterien dann wirtschaftlich sind, wenn der Preis bei etwa 600 Euro je kW liegt. Bei einer Batterie, die etwa 10 kW hat, wären das dann 6.000 Euro. Solche Batterien sind schon heute am Markt verfügbar – auch mit Lithium.
Wie man die Wirtschaftlichkeit von E-Batterien, geordnet nach Herstellern, berechnet, findet sich hier. Bitte aber beachten, dass man aktuelle Speicherpreise zur Berechnung nehmen sollte.
Abwarten kann fatal sein
Oder sollte man lieber abwarten, bis die Preise noch weiter fallen? Nein, die Preise für Speicher gehen seit Jahren zwar deutlich zurück. Abwarten aber könnte fatal sein. Insbesondere durch den Boom bei E-Autos, auch wenn davon in Deutschland nicht viel zu spüren ist, steigen die Preise für den Rohstoff Lithium an. Auch die für Blei klettern in dessen Sog nach oben. Deswegen wäre es sinnvoll, sich jetzt mit den E-Batterien zu befassen, ehe die Preisvorteile wieder durch steigende Rohstoffkosten aufgefressen werden.
Doch eines muss man auf jeden Fall beachten: Eine E-Batterie muss intelligent in die Hausverbraucher eingebunden werden. Zum Glück haben so gut wie alle Batteriehersteller vorgesorgt und integrieren entsprechende Module in ihre E-Speicher.
Im nächsten Teil unserer Serie am 10.08.2017 wollen wir Vor- und Nachteile der eigenen Stromproduktion und -speicherung aufführen.
Bisher erschien:
1. Die Energiewende in den eigenen vier Wänden – eine Übersicht
2. Rechtliches – Grundlagen für die Einbindung Erneeurbarer Energien
3. Eigene Stromerzeugung: Kraft-Wärme-Kopplung
4. Eigene Stromerzeugung: Brennstoffzelle
5. Eigene Stromerzeugung: Photovoltaik
6. Eigene Stromerzeugung: Stromspeicherung zuhause
Erscheinen demnächst:
7. Eigene Stromerzeugung: Vor- und Nachteile
8. Eigene Wärmeerzeugung: Biomasse
9. Eigene Wärmeerzeugung: Solarthermie
10. Eigene Wärmeerzeugung: Wärme - Vor- und Nachteile