Zwischensparrendämmung mit Steinwolle.
Bild: Foto Armin Kübelbeck / Wikomedia Allein schon wegen des Ausgangsmaterials haben sie einen unschlagbaren Vorteil: Sie sind absolut nicht brennbar und werden daher nach der DIN 4102-1 in die Klassifizierung A der entsprechenden Baustoffklassen eingeordnet. Die Temperaturbeständigkeit von Glaswolle liegt bei etwa 700 °C, Steinwolle kommt sogar auf 1.000 °C. Eine entsprechende Behandlung mit Brandschutzmitteln erübrigt sich also. Man hat es mit einem sehr natürlichen Dämmmaterial zu tun.
Umweltfreundliches Dämmen
Wer es ganz genau wissen will, achtet beim Kauf auf das Qualitätssiegel „natureplus“. Das kann sowohl auf organischen als auch mineralischen Dämmstoffen angebracht sein und garantiert deren naturschonende Gewinnung, umweltgerechte Produktion und Gesundheitsverträglichkeit. Gerade letztere ist nicht zu unterschätzen, denn der Faserstaub von Mineralwolle kann Krebs erzeugen. In Deutschland sind solche Dämmstoffe jedoch seit dem Jahr 2000 nicht mehr zugelassen. Dafür bürgt auch ein weiteres Gütezeichen, das einfach „Erzeugnisse aus Mineralwolle“ heißt.
Hauptsächlich verwendet werden sie in der Dach- und Fassadendämmung. In der Innendämmung finden sie keine Anwendung. Zwar gibt es dafür fest gepresste Materialien aus Mineralstoff, aber sowohl Ausgangsmaterial und Herstellung sind komplett verschieden. Dazu mehr im allerletzten Teil dieser Serie.
Die mineralischen Dämmstoffe werden in flexiblen Bahnen, die aus mehreren Lagen – je nach gewünschter Dicke – bestehen, gerollt geliefert und verarbeitet. Bei Glaswolle sollte man auf jeden Fall Schutzkleidung tragen, da die kleinen Fasern unangenehme Ritze in der Haut hinterlassen können.
Insbesondere in der Dachdämmung sind diese Dämmstoffe beliebt. Hier können sie als Zwischensparrendämmung (siehe auch Teil 4 der Serie) dienen. Die Verkleidung des flexiblen Materials erfolgt mit Gipskartonplatten. Aber auch bei der Fassadendämmung wird es angewandt. Hier bedarf es jedoch besonderer Befestigungen an den Wänden, damit die flexiblen Platten auch in der Vertikalen halten.
Dabei kann auch ein Dämmfehler entstehen, zu dem wir im neunten Teil der Serie kommen. Die Befestigung erfolgt mit langen sogenannten Dämmstoffdübeln, an deren Ende sich ein Teller befindet, der die Mineralwolle an der Wand festhält. Dadurch kann es zu Wärmebrücken kommen, da diese Dübel die Wärme (oder Kälte) anders leiten als der Dämmstoff. Das wiederum führt zu kreisrunden Markierungen auf dem Putz. Das ist zwar nicht dramatisch, sieht aber auch nicht schön aus.
Das war es jedoch auch schon fast mit den Nachteilen – sieht man mal vom höheren Preis gegenüber Polystyrol und der aufwändigeren Verarbeitung ab. Und: Mineralische Dämmstoffe sollten nicht dort verwendet werden, wo es feucht werden kann. Ansonsten braucht Mineralwolle weniger Energie bei der Herstellung, sie ist beständig gegen Schimmel, Feuchte und kleine Lebewesen, die eine Dämmung gern als Baumaterial, Behausung und Futter in Einem nutzen.
Abschließend noch die Unterschiede zwischen Glaswolle und Steinwolle:
- Glaswolle: leichter, flexibel und elastisch, weniger isolierend
- Steinwolle: schwerer, nicht elastisch, besseres akustisches Dämmvermögen, besser isolierend
Im nächsten Teil der Serie am 20.09.2017 beschäftigen wir uns mit Dämmmaterialien aus organischen Fasern von Pflanzen und Tieren – und damit, wo diese eingesetzt werden können.
Bisher erschien:
1. Dämmung – Fluch oder Segen
2. Was kann eine Dämmung
3. Rechtliches
4. Arten der Dämmung
5. Wärmedämmverbundsysteme
6. Dämmstoff – Styropor und andere Kunststoffe
7. Dämmstoff – Mineralwolle und andere Fasern
Erscheinen demnächst:
8. Dämmstoff – organische Stoffe aus Pflanzen und Tieren sowie Recyclingmaterial
9. Dämmfehler
10. Innendämmung