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News vom 20.08.2018

Bestandssanierung

Dämmung außen

Eine Maßnahme, die energetisch äußerst effizient, aber eben im Vergleich zu anderen Maßnahmen teuer ist, ist die Dämmung der Außenfassade. Wir haben vor einem Jahr in einer Serie alle Möglichkeiten der Außendämmung und welche Fehler dabei gemacht werden können, hier beschrieben.

Idealerweise sollte man eine Dämmung der Fassade angehen, wenn diese sowieso erneuert werden muss.<br />Bild: fy
Idealerweise sollte man eine Dämmung der Fassade angehen, wenn diese sowieso erneuert werden muss.
Bild: fy

Jetzt wollen wir nochmals die wichtigsten Punkte zusammenfassen. Zuerst: Dämmung wirkt. Sonst würde sich auch niemand einen warmen Pullover im bitterkalten Winter anziehen (auch wenn es diesen kaum noch gibt). Dies kann man aber nicht nur dem Gefühl überlassen, sondern einem Wert, den U-Wert. Er bezeichnet die Menge an Wärme, die durch ein Mauerwerk (oder natürlich jedes andere Material) gehen kann. Gemessen wird er in Watt je Quadratmeter und Kelvin, das hier die Temperaturdifferenz meint.

 

Dämmung dämmt tatschlich

Dazu eine kleine Rechnung. Eine 25 cm dicke Betonwand hat einen U-Wert von 3,3 W/(m²·K), eine Mauerziegelwand von gleicher Stärke kommt nur auf 1,5 W/(m²·K), lässt also durch ihre natürliche Dämmung mittels Lufträumen in Inneren über die Hälfte weniger Wärme hindurch als die Betonwand. Werden die Wände mit 8 cm Hartschaumstoff gedämmt, einem durchaus üblichen Material in einer ebenso üblichen Stärke, fällt der U-Wert auf 0,44 W/(m²·K) und bei der Mauerziegelwand auf 0,41 W/(m²·K). Im Web findet man zahlreiche Rechner, mit denen man das für die eigenen Bedürfnisse ausrechnen kann.

Wenn also der Wärmeverlust bei einer Mauer deutlich geringer ausfällt, kann auch die Leistung und damit der Verbrauch des Heizgerätes deutlich geringer ausfallen. Sehr hoch gedämmte Häuser, etwa im Passivhausstandard, benötigen gar keine eigene Wärmequelle mehr oder nur eine rudimentäre. Doch auch standardmäßig gedämmte Häuser, etwa im KfW-55- oder KfW-40-Standard, brauchen nur noch wenig Wärme. Meist könnte diese sogar mittels einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugt werden. Deswegen muss man, wie schon im ersten Teil der Serie  beschrieben, immer alle möglichen Sanierungsvorhaben im Bestand zusammen betrachten.

Hier noch ein paar beliebte Vorurteile zum Dämmen:

  • Dämmung ist kein Sondermüll.
  • Sie verschandelt Fassaden nur dann, wenn diese denkmalgestützt sind (dafür gibt es die Innendämmung, dazu in einem späteren Teil der Serie mehr).
  • Die häufig zu beobachtende Veralgung sieht zwar nicht schön aus, aber sie zeigt, dass die Dämmung funktioniert.
  • Dämmung erzeugt keinen Schimmel, das macht das nicht ausreichende Lüften einer Wohnung.
  • Dämmung dient als Brutstätte für Vögel und Insekten – aber nur, wenn sie nicht ordnungsgemäß angebracht und versiegelt wurde.
  • Dämmung brennt leicht – das gilt nur mit Abstrichen, und da eigentlich auch kaum, für Dämmungen aus Styropor oder Pflanzenmaterialien. Fast immer haben die Brände andere Ursachen als das Dämmmaterial.

Dämmen ist teuer

Zum Schluss noch einige Worte zu den Kosten. Wie erwähnt ist Dämmen die denkbar teuerste Variante einer energetischen Bestandssanierung. Für ein Einfamilienhaus kann eine komplette Fassaden- sowie Dachdämmung sich auf 50.000 Euro belaufen. Die Heizkosten kann man damit auf ein Drittel reduzieren. Bei einem Ausgangswert von 30.000 kWh Heizöläquivalent würde das eine Ersparnis von 1.000 Euro bedeuten, was wiederum eine Amortisation von 50 Jahren bedeutet. Deswegen gilt auch hier: Wäre die Fassade sowieso neu zu machen, sollte auch eine Dämmung in Betracht gezogen werden.

Im nächsten Teil "Dämmung innen" am 22.08.2018 geht es auch um Dämmung und zwar die von innen. Sie ist ein probates Mittel, um etwa denkmalgeschützte Gebäude energetisch auf Vordermann zu bringen. Doch dabei können viele Fehler gemacht werden.

Bisher erschienen:

1. Bestandsanierung im Überblick
2. Rechtliches
3. Förderungen

4. Dämmung außen

Erscheinen demnächst:
5. Dämmung innen
6. Dacherneuerung
7. Fensterwechsel 
8. Heizungswechsel 
9. Wechsel Sanitär/Wasser
10. Wechsel Elektrik
11. Eigene Energieerzeugung
12. Praxisbeispiele

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