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News vom 19.07.2019

Themenserie Brandschutz Teil 3

Wo und wann sind Sprinkleranlagen anzubringen?

Feuer sollte man löschen, solange sie klein sind. Schön, wenn im Falle des Falles ein Feuerlöscher zur Hand ist - und funktioniert. Aber es gibt einen deutlichen Nachteil: die Anwesenheit eines Menschen ist erforderlich.

Sprinkler können entweder allein einen Brand erkennen und Wasser zum Löschen austragen oder aber in Verbindung mit einer Rauchwarnanlage agieren.<br />Bild: Brandon Leon, Flickr, Lizenz unter <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28858271"target=_blank">CC BY-SA 2.0</a>
Sprinkler können entweder allein einen Brand erkennen und Wasser zum Löschen austragen oder aber in Verbindung mit einer Rauchwarnanlage agieren.
Bild: Brandon Leon, Flickr, Lizenz unter CC BY-SA 2.0

Genau aus diesem Grund wurden Sprinkleranlagen erfunden. Denn die können auch ein entstehendes Feuer löschen, wenn niemand im Hause ist. Sie können gemeinsam agieren mit Rauchwarnmeldern oder Temperaturmessern und werden Sprühwasserlöschanlagen genannt.

Oder sie arbeiten selbstständig. Der Brand wird dann mithilfe einer Ampulle, die sich im Kopf des Sprinklers befindet, erkannt. Erreicht die Temperatur einen bestimmten Sollwert, zerplatzt sie und sorgt für ein Öffnen der Ventile. Man spricht hier von stationären Wasser-Löschanlagen. Manchmal reagieren sie jedoch auch ganz ohne Gefahr. Dann sorgen Sprinkleranlagen nur für Wasserschäden. Eine richtige Installation sollte dies aber vermeiden.

Funktion auch im Brandfall gewährleistet

Damit die Funktionsfähigkeit im Brandfall gewährleistet ist, sind alle Sprinkler eines Gebäudes an eine Druckwasserleitung und in einigen Versionen an eigens dafür installierte Tanks angeschlossen, die zudem – logisch – brandsicher installiert sind. Es gibt aber auch Varianten, die Sprühnebel erzeugen, Pulver oder Schaum einsetzen. Nötig sind diese etwa bei Häusern in Gebieten mit häufigen Frösten oder bei sehr hohen Temperaturen.

Wasser ist jedoch deutlich verbreiteter, da es ein sogenanntes hohes Wärmebindungsvermögen besitzt. Deswegen wird es ja auch so gern zum Löschen von Bränden genutzt.

Wenn es brennt, werden nur die Sprinkler in der Nähe des Brandes aktiv. Die anderen bleiben geschlossen, was wiederum – siehe oben – unnötige Wasserschäden verhindert.

Häufig an der Decke

Sprinkler werden sehr häufig an Decken angebracht, weil von dort das Wasser effizient auf den Brandherd rieseln kann. Es gibt aber auch Varianten für Wände oder stehende Sprinkler. Ihre Planung erfolgt nach der DIN EN 12845: Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Automatische Sprinkleranlagen – Planung, Installation und Instandhaltung, sowie der DIN 14489: Sprinkleranlagen; Allgemeine Grundlagen. Zu beachten ist zudem die VdS CEA 4001 – Sprinkleranlagen, Planung und Einbau. Diese Richtlinie gibt zudem die verschiedenen Gefahrenklassen vor, aus denen sich die Pflicht zum Einbau einer Sprinkleranlage ergibt. Sie unterscheidet wie folgt:

  • kleine Brandgefahr LH (Low Hazard),
  • mittlere Brandgefahr OH (Ordinary Hazard),
  • hohe Brandgefahr Produktionsrisiken HHP (High Hazard Production),
  • hohe Brandgefahr Lagerrisiken HHS (High Hazard Storage).

Demnach ist es Pflicht, Sprinkleranlagen überall dort einzubauen, wo hoher Publikumsverkehr oder aufgrund der Temperatur der Arbeitsumgebung erhöhte Brandgefahr herrscht. Zuständig sind auch hier die Länder über die Landesbauordnungen (LBO) und die Sonderbauordnungen (SBO). Einige Länder – und das ist für Planer interessant – erlauben dann auch geringere Feuerwiderstandsklassen bei bestimmten Bauteilen oder bei Entrauchungsanlagen (um die geht es im nächsten Teil der Serie).

Automatisierte Lösungen sind hingegen in Hochhäusern für Wohn- und gewerbliche Zwecke, aber auch in Verkaufsstellen, an Veranstaltungsorten oder in Industrieanlagen und natürlich in Tiefgaragen vorgeschrieben. Ob eine Sprinkleranlage zu installieren ist, steht aber letztendlich in der Baugenehmigung.

Wesentlich für die Berechnung ist die Fläche, auf die der Sprinkler einwirken soll. Diese sogenannte Wirkfläche wird mit steigender Brandgefahr höher angesetzt. Auch muss die Wasserversorgung in jedem Fall ausreichend gesichert sein.

Der nächste Teil unserer Serie am 22.07.2019 zeigt, wie Entrauchungssysteme funktionieren und wie sie zu installieren sind.

Bisher erschienen:
1Wie sieht die rechtliche Lage zum Brandschutz aus?
2. Welche Komponenten gehören zum Brandschutz in einer Immobilie und wie funktionieren sie?
3. Wo und wann sind Sprinkleranlagen anzubringen?

Demächst erscheinen:
4. Wohin gehören Entrauchungssysteme und welche Varianten gibt es dafür?
5. Wie lassen sich Brandschutzkomponenten weitgehend automatisiert betreiben?
6. Wie müssen Brandschutzkomponenten in Wohnungen mit Pflegefunktionen installiert werden?
7. Löschmittelzylinder – in Schaltschränken integrierter Brandschutz
8. Praxisbeispiele von vorbildlich installierten Brandschutzkomponenten

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