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News vom 06.08.2021

Themenserie "Nachhaltiges Bauen" - Teil 3

Welche Baustoffe kommen für nachhaltiges Bauen in Frage?

Der nachhaltige Baustoff Nummer Eins in Deutschland ist Holz. Daran wird auch der derzeit überhitzte Markt für Bauholz nichts ändern, der im ersten Halbjahr 2021 für eine Verdopplung der Bauholzpreise sorgte.

Holz ist nicht nur ein traditioneller, sondern auch ein nachhaltiger Baustoff.<br />Bild: nk<br />
Holz ist nicht nur ein traditioneller, sondern auch ein nachhaltiger Baustoff.
Bild: nk

Bauherren in den USA und in China kauften massenhaft deutsches Holz – und zahlten dafür mehr. Kein Wunder, dass es hierzulande eng wurde.

Holz wird etwa für Schalungen benötigt, aber auch als dauerhaftes Baumaterial, etwa für Dachstühle oder Zwischenböden und -decken. Im Innenausbau wird es als Parkett verwendet oder als Bodendiele. Fertigteilhäuser sind häufig fast komplett aus Holz oder holzbasierten Elementen gebaut. Inzwischen werden weltweit auch Hochhäuser aus Holz errichtet. Und dieser Trend wird weiterhin andauern, was nun nicht gerade zu einer längerfristigen Preisentspannung am Markt führen dürfte.

Holz ist jedoch überall dort ungeeignet, wo es dauerhaft der Witterung und den Umwelteinflüssen direkt ausgesetzt ist. Das betrifft logischerweise das Erdreich und auch die allseits beliebten Holzfassaden. Man sollte sich also vorher überlegen, ob letzteres wirklich sein muss.

Trend zu Holzbau nimmt zu

Der Trend zum Holzbau könnte vom Gesetzgeber noch verstärkt werden. Werden Häuser einer ähnlichen CO2-Bilanzierung unterzogen wie inzwischen alle Arten von Treib- und Brennstoffen mittels CO2-Steuer oder CO2-Zertifikat, wären Bauherren, die zu großen Teilen auf Holz setzen, fein raus. Denn die Ökobilanz eines verbauten und nicht verbrannten Baumes ist natürlich unschlagbar. Und der Baustoff ist nachhaltig. Denn nach seinem Leben als Bauholz kann er, wenn gut erhalten, noch mal als Bauholz dienen oder zu Holzfasern und zu einem Dämmstoff verarbeitet werden. Die Verbrennung wäre nur die allerletzte Option.

Damit wäre man schon bei den Dämmstoffen. Das Dämmen ist der Bereich schlechthin, wo man auf alternative, nachhaltige Materialien setzen kann. Nummer Eins hierzulande ist Polystyrol, das entweder einzeln oder in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) eingesetzt werden. Letzteres verbietet sich beim nachhaltigen Bauen aufgrund der Tatsache, dass es sich nach der Lebensdauer der Dämmung (diese sollte schon 40 Jahre betragen) kaum trennen und damit recyceln lässt. Bei Polystyrol wäre das einfacher. Es ist letztlich nur aufgeschäumtes Erdöl und wird nach seinem Leben als Dämmstoff einfach verbrannt – was allerdings auch nicht gerade nachhaltig ist.

Alternativen wären hier natürliche Materialien wie Kork, Mineralwolle, Holzwolle, aber auch Schafwolle oder Kokosfasern. Die Liste vor allem pflanzlich basierter Dämmstoffe, darunter auch Exoten wie Seegras oder Popcorn, ist sehr lang. Zur Wahrheit gehört eben aber auch, dass diese nicht so effizient dämmen wie Polystyrol oder die Dämmung und damit auch das Mauerwerk entsprechend stärker ausfallen muss – was sich wiederum auf die Kosten auswirkt.

Beim Mauerwerk gäbe es ebenfalls Alternativen, etwa Lehm, Naturstein, Ton und Ziegel. Auch Wände aus Holzelementen oder Stroh wären denkbar. Hierfür werden Holz- oder Strohfasern zu einer festen Matte gepresst und hinterher zumindest außen mineralisch verputzt und innen meist mit Holzelementen verkleidet.

Stahlbeton bei Tragwerken kaum ersetzbar

Auch die Trägerkonstruktion eines Hauses kann man etwas nachhaltiger gestalten als mit dem üblichen Stahlbeton (auch wenn der bei Preis, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Brandfestigkeit, Langlebigkeit Schwingungsverhalten und Flexibilität/Stabilität natürlich unübertroffen ist). Dummerweise muss Stahlbeton beim Recyceln komplett zerstört und in seine Grundbestandteile zurückversetz werden. Das frisst, wie schon seine Herstellung, jede Menge Energie.

Eine Möglichkeit, zumindest den Stahl zu ersetzen, ist Carbon. Die Herstellung ist doppelt so energieintensiv wie bei Stahl, dafür ist es leichter, was Transportkosten spart. Und Carbonbeton kann man fast beliebig formen, was eine ganz neue Art der Architektur ermöglicht. Das Recycling ist aber ebenfalls kompliziert. Und wirklich nachhaltig wäre Carbon auch nicht, wenn es wie bisher aus Erdöl hergestellt wird.

Leichtbau- oder Stahlkonstruktionen kämen ebenso in Frage. Bei denen wäre zumindest das Recycling einfacher. Allerdings: Wird Aluminium verwendet, ist dessen Energiebedarf bei der Herstellung etwa dreimal so hoch wie der von Stahl – auch nicht gerade ein Beispiel für Nachhaltigkeit. Die tragende Konstruktion bleibt also das Sorgenkind beim nachhaltigen Bauen.

Im nächsten Teil am 10.08.2021 der Serie geht es um nachhaltige Methoden, mit der die hier vorgestellten Baustoffe zu einem Bauwerk gemacht werden.

Bisher erschienen im Rahmen der Themenserie folgende Beiträge:
1. Was ist nachhaltiges Bauen?
2. Wie plant man ein nachhaltiges Bauwerk
3. Welche Baustoffe kommen für nachhaltiges Bauen in Frage?

Erscheinen demnächst:

4. Welche Baumethoden eignen sich für nachhaltiges Bauen?
5. Welche Zertifikate gibt es für nachhaltiges Bauen und was muss man dafür erfüllen?
6. Wie können sich Planer und Handwerker für nachhaltiges Bauen qualifizieren?
7. Kostet nachhaltiges Bauen mehr als konventionelles Bauen?
8. Welche Vorteile bietet nachhaltiges Bauen für die Nutzer einer Immobilie?
9. Praxisbeispiele für nachhaltiges Bauen: Wohngebäude
10. Praxisbeispiel für nachhaltiges Bauen: Nichtwohngebäude

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Ein Beitrag der Redaktion vom HaustechnikDialog.

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Remmi Demmi schrieb: ... die neuen sind eben voreinstellbar und wohl zwingend erforderlich...
Subusi schrieb: Suche korrekte Modbus-Registertabelle für Deye SUN-10K-SG05LP3-EU-SM2 Hallo...
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