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Nicht erst seit Beginn der Pandemie wollen immer mehr Menschen aus der Miete heraus, um ins eigene Heim zu ziehen. Viele sehen darin eine Möglichkeit, sicherer und zugleich freier leben zu können. Deshalb hat der Immobilienboom in Deutschland während der Corona-Krise kaum nachgelassen. Jedoch steigen die Preise für den Hausbau zunehmend, und das nicht zu knapp. Schuld daran sind niedrige Zinsen und die hohe Nachfrage, sowie das immer knapper und dadurch teurer werdende Baumaterial. Dazu kommt, dass die extrem hohen Mietpreise in Städten verhindern, dass junge Menschen Geld ansparen. Es fehlt also auch an Eigenkapital und es gibt kaum Aussicht auf Verbesserung.
Stark verteuerte Baumaterialien
Im vergangenen Jahr sind die Preise für den Hausbau massiv angestiegen. Tatsächlich verbuchte das Jahr 2021 den stärksten Anstieg seit 20 Jahren. Insgesamt ist der Hausbau um rund sechs Prozent teurer geworden. Grund dafür sind vor allem die Auswirkungen der Pandemie, die besonders zu einer Knappheit der Baustoffe geführt haben. Es gab zahlreiche Produktionsausfälle und Lieferengpässe. Dadurch wurde das Baumaterial knapp und deutlich teurer.
Durch die verteuerten Baumaterialien mussten Bauherren zwischen 10 und 20 Prozent mehr für ihr Bauvorhaben bezahlen. Das traf vor allem jene Bauherren besonders stark, die bereits mitten in der Umsetzung des Bauvorhabens waren. Denn benötigte Waren verteuerten dieses plötzlich und führte zu einer extremen finanziellen Belastung.
Die Auswirkungen der Corona-Krise und die damit verbundene Verteuerung im Bereich der Baumaterialien führen dazu, dass auch in Zukunft die Preise für den Hausbau steigen werden, und das insbesondere im Bereich Bauholz.
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Bei diesem Baumaterial haben sich die Preise innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Zwar ist eine leichte Erholung der Lage in Sicht. Jedoch vermuten Experten, dass es kaum zu einer Rückkehr der alten Preise kommen wird. Eine besonders hohe Nachfrage besteht nach Bauholz aus den USA und China. Das treibt die Preise in die Höhe. Zu Engpässen kam es aber auch bei Glas und Dämmmaterialien.
Fachkräftemangel
Durch die Pandemie kam es in der Vergangenheit auch zu einem massiven Ausfall von Arbeitskräften. Viele mussten aufgrund einer Erkrankung und der Quarantäne zu Hause bleiben. Während des Lockdowns konnten außerdem Fachkräfte aus dem Ausland nicht oder nur erschwert ins Land reisen.
Das versetzte die Baubranche unter hohen Druck, denn die Preise für Fachkräfte aus dem Inland machten Bauvorhaben deutlich teurer. Zudem sind bestimmte Arbeiten ohne entsprechend ausgebildetem Fachpersonal nicht umsetzbar, was zu Verzögerungen führt.
Fertighaus-Musterparks-Besuche nicht ohne Termin
Viele Menschen wollten dem vorherrschenden Fachkräftemangel entgegenwirken und auf den Bau eines Fertigteilhauses setzen. Allerdings wird es einem in Zeiten von Corona erheblich schwerer gemacht, sich für solch eines zu entscheiden. So ein großes Projekt will natürlich niemand aus dem Katalog oder dem Internet bestellen, ohne es vorher gesehen zu haben.
Aufgrund der Corona-Maßnahmen können Musterhausparks jedoch nur noch sehr selten ohne Termin besichtigt werden – und falls doch, dann ist oftmals kein Berater vor Ort. Während des ersten Lockdowns waren die meisten Musterhausparks ganz geschlossen. Danach wurde nur für eine begrenzte Besucherzahl mit Termin geöffnet. Das erschwert die Informationsmöglichkeit für zukünftige Bauherren und verhindert zum Teil das Bauen heute.
Abgesagte Hausmessen
Schon im Jahr 2021 wurden zahlreiche Messen aus der Hausbau-Branche – wie die große Baumesse HAUS in Dresden – aufgrund von Corona-Maßnahmen abgesagt und auch 2022 finden viele dieser Messen nicht statt.
Das ist deshalb so problematisch, da Hausmessen für potenzielle Bauherren wichtige Termine darstellen, um sich von Grund auf über das Thema zu informieren. Neben vielen Hausbaumessen, die zurzeit nicht durchgeführt werden können, werden Ausstattungsberatungen der Hausbauunternehmen zum großen Teil nicht mehr angeboten.
Als Interessent kann man sich nur von Anbieter zu Anbieter durchtelefonieren und einen persönlichen Termin vereinbaren. Dieser findet dann nur unter strengen gesetzlichen Bestimmungen statt, was die Situation zusätzlich erschwert.
Baulandmangel
Ein zunehmender Baulandmangel zeichnete sich schon vor der Pandemie ab und hat sich durch das Auftreten der Corona-Krise noch verstärkt. Vor zehn Jahren war es deutlich leichter, an erschwingliches Bauland zu kommen.
Bezahlbares Bauland ist beispielsweise zwischen Thüringer Wald und der Ostseeküste zu bekommen. Denn hier ist noch mehr Bauland vorhanden, das sich ein Ottonormalverbraucher leisten kann. Im Westen hingegen wird es wahrscheinlich nur noch wenige Menschen geben, die ein Grundstück für das ersehnte Eigenheim finden, das sie finanzieren können.
Fehlendes Eigenkapital bei jungen Menschen
Egal, ob im Westen oder im Osten Deutschlands: Junge Menschen, die ein Bauvorhaben realisieren möchten, haben es heutzutage besonders schwer. Während sich im Jahr 2008 in Deutschland noch durchschnittlich 35,5 Prozent der Menschen ein Eigenheim anschaffen konnten, waren es 2018 nur noch 27,5 Prozent.
Ein Grund für diese Entwicklung sind die explodierenden Immobilienpreise, die dafür sorgen, dass sich junge Familien diese einfach nicht mehr leisten können. Zudem fehlt es der jungen Generation häufig an Eigenkapital.
Viele möchten zuerst in der Stadt Karriere machen, bevor sie sich ein Haus auf dem Land leisten. Doch die extrem hohen Mieten im urbanen Raum verhindern, dass sich ein junger Mensch in einem Ein-Personen-Haushalt Geld für ein Eigenheim zur Seite legen und somit Eigenkapital anhäufen kann.
Weniger Neubauförderung
Ein weiteres Problem ist, dass sich zum fehlenden Eigenkapital der jungen Menschen eine verringerte Förderung für Neubauten gesellt: Seit Februar 2022 sind die Förderhilfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für effiziente Gebäude eingestellt. Statt der Neubauförderung steht damit jetzt die Optimierung von Bestandsbauten im Fokus der Bundesregierung. Energetische Sanierung statt Hausbau, lautet die Devise.
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Jungen Menschen wird es dadurch nochmals erschwert, sich den Traum vom Hausbau zu erfüllen. Vor allem denjenigen, die noch keine Familie gegründet haben. Zwar gibt es Hausbauförderungen durch die Bundesländer, die im Grunde äquivalent zum Programm der KfW sind. Allerdings richten sich diese Angebote meistens an Familien, wobei festgelegte Einkommensgrenzen und eine bestimmte Anzahl an Kindern vorausgesetzt werden.
Lösungsmodelle durch den Staat
Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig es für Familien und Kindern ist, ein eigenes Haus oder zumindest eine eigene Wohnung mit Garten zu besitzen. Wenn die junge Generation jedoch die Möglichkeit erhalten soll, ein eigenes Haus zu bauen, bedarf es Unterstützung von politischer Seite.
Eine Möglichkeit wäre es, dem Baukindergeld eine Neuauflage zu verschaffen, um jungen Familien den Kauf von Immobilien zu erleichtern. Von Vorteil wäre außerdem ein Freibetrag für Erstbauherren bei der Grunderwerbssteuer, um die überdurchschnittlich gestiegenen Baunebenkosten abzufedern.
Damit junge Familien Eigenkapital für den Hausbau ansparen können, müssten die Mieten in Städten gedrosselt werden. Denn Geld ansparen kann nur dann gelingen, wenn nach der Bezahlung der Fixkosten und sonstiger notwendiger Ausgaben noch etwas übrigbleibt.
Eine weitere wichtige Sache für die Zukunft ist das bereits diskutierte Baulandmobilisierungsgesetz. Dieses soll dazu beitragen, dass mehr Baufläche in Zukunft bereitgestellt wird.
Um Menschen schließlich dazu zu bringen, ins Umland zu ziehen, sind gute Anbindungen an den öffentlichen Personennahverkehr wichtig sowie saubere und pünktlich fahrende Verkehrsmittel.
Ebenso können Radschnellwege dazu beitragen, dass Menschen wieder aufs Land ziehen und von dort aus Ihren Alltag bestreiten. Sie sollen eine besonders schnelle, sichere und noch dazu komfortable Fahrt mit dem Fahrrad ermöglichen.
Vielleicht ziehen diese Menschen dann nicht sofort ins Eigenheim. Auf dem Land sind die Mieten aber deutlich günstiger. Das wiederum kann dazu beitragen, dass die Realisierung von Eigenkapital und dem Hausbau in Zukunft weniger im Wege steht.