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News vom 28.03.2022

Wie man mit Regenwasser Geld sparen kann

Hierzulande leben wir, in Puncto Trinkwasserqualität und Verfügbarkeit, im Schlaraffenland. Gerne rühmen wir uns, dass unser Leitungswasser zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln weltweit gehört. Bei uns kann jeder, bedenkenlose, heimische Wasserleitungen vorausgesetzt, direkt aus dem Hahn trinken. Etwas, was in den meisten anderen, selbst anderweitig mitunter fortschrittlichen Ländern, kaum denkbar ist. Entsprechend ist auch das Trinkwasser im Supermarkt vergleichsweise billig. Regionale Hausmarken kosten dabei nicht selten weniger als das Pfand des Kastens.

Schematische Darstellung der Pumpenanlage mit Vorlagebehälter und Steuerung
Schematische Darstellung der Pumpenanlage mit Vorlagebehälter und Steuerung
Großanlage für Regenwassernutzung bei einem Werkhof im Kanton Bern
Großanlage für Regenwassernutzung bei einem Werkhof im Kanton Bern
Ernst Deiss
Ernst Deiss
Zisterne<br />Bilder: Regenfaenger.ch
Zisterne
Bilder: Regenfaenger.ch

Doch auch hierzulande könnte uns eine wirtschaftliche Durststrecke bevorstehen. Denn dass unser Trinkwasser bzw. Leitungswasser so günstig bleiben wird, ist extrem unwahrscheinlich. Mehrere Entwicklungen machen Preissteigerungen gar zu einer Gewissheit. Einsparpotenziale bieten Regenwasser und Grauwasser. Denn dass für Aufgabenstellungen wie Klospülung, Waschmaschine etc., bei denen dies eigentlich gar nicht notwendig ist, Trinkwasser vergeudet wird, ist schon heute Verschwendung.

Warum unser Leitungswasser teurer werden wird

Dass die Preise für Trinkwasser in nicht allzu ferner Zukunft teils rasant steigen werden, ist so gut wie sicher. Unter dem Eindruck zunehmender Dürreperioden werden die natürlichen Reserven immer knapper, da mehr Wasser in der Luft gebunden wird und Grundwasserspiegel sinken. Diese hatten mancherorts schon in den letzten Jahren nie dagewesene Tiefststände erreicht. So manche abgelegene oder geographisch benachteiligte Gemeinde musste bereits Wasser aus der Nachbarschaft importieren lassen. Und das kostet natürlich. Selbiges gilt für die veralteten Leitungsnetze, die vielerorts in Deutschland saniert werden müssen. Auch diese Kosten werden letztlich auf den Endkunden umgelegt werden.

Regenwasser bietet ein erhebliches Einsparpotenzial

Durch die Nutzung von Regenwasser für Waschmaschinen und WC-Spülungen, bei denen Leitungswasser in Trinkwasserqualität ohnehin nicht notwendig ist, können bis zu 50% des heute genutzten Trinkwassers eingespart werden! Hochwertiges Wasser würde dann nicht mehr sinnlos (und zunehmend teuer) ins Abwasser geleitet. Wie hoch die effektive Kostenersparnis im Einzelnen ausfallen mag, ist unterschiedlich, da sie vom individuellen Verbrauch, von den regionalen Trinkwassergebühren und von den Abwassergebühren abhängt.

Doch auch abseits der Gebührenstruktur bietet Regenwasser dort, wo es sinnvoll eingesetzt werden kann, Einsparpotenziale. Wenn man eine Waschmaschine mit Regenwasser betreibt, braucht man beispielsweise weniger Waschmittel, wenn das Regenwasser weicher ist als normales Leitungswasser. Und das wird so gut wie immer der Fall sein, da Regenwasser von Natur aus keinen Kalk enthält. Ein geringerer Waschmittelverbrauch wird folglich nicht nur dem Geldbeutel sondern auch der Umwelt zugute kommen. Auch Kalkablagerungen in Geräten und an Heizstäben dank Regenwasser kein Thema mehr sein. Die Lebensdauer der Geräte erhöht sich, teure Reparaturen wegen Kalkfraß sind passé. Auch dies ein Beispiel für eine passive (und doch erhebliche) Ersparnis. In den Toiletten muss man sich nicht mehr mit Urinstein herumärgern, da dieser nichts anderes als ein mit Urin verunreinigte Kalkablagerung ist, die mit weichem Regenwasser ja nicht mehr entstehen kann.

Wie lässt sich Regenwassernutzung umsetzen?

Um Regenwasser für WC-Anlagen und Waschmaschinen nutzen zu können, benötigt man eine aufnahmefähige Zisterne mit angeschlossener Filteranlage. Je nach Hersteller, Größe und Filterkapazität liegen die Anschaffungskosten für einen Einfamilienhaushalt bei etwa 8.000-12.000 Euro. Dafür kosten solche Anlagen im laufenden Betrieb nur wenig: Der Regen fällt umsonst und bei hochwertigen Modellen sind die Filter weitgehend oder gänzlich wartungsfrei und haben eine lange Lebensdauer, sodass kaum periphere Kosten anfallen. Ferner kann man den eigenen Wasserhaushalt noch weiter optimieren, wenn beispielsweise das Abwasser aus der Waschmaschine (das sogenannte Grauwasser) im Anschluss für die Toilettenspülung verwendet wird. Man kann als groben Richtwert annehmen, dass sich eine Regenwassernutzungsanlage nach 5-8 Jahren amortisiert.

Wichtig ist, dass man sich vor der Planung beraten lässt oder selbst in Erfahrung bringt, welche Auflagen erfüllt werden müssen. Die Wichtigste ist sicherlich, dass der Gesetzgeber vorschreibt, dass das Regenwasser strikt vom Trinkwasser getrennt sein muss, damit kein Regenwasser in das Trinkwassernetz gelangen und dieses verunreinigen kann. Dies wird in der Regel durch zwei voneinander getrennte Leitungsnetze gewährleistet. Eine Regenwassernutzungsanlage ist immer beim örtlichen Wasserversorger anzuzeigen, weitere Vorschriften sind lokal unterschiedlich und können in der Regel bei der Gemeinde in Erfahrung gebracht werden.

Autoreninfo:

Ernst Deiss ist Experte in Sachen Regenwassernutzung. Im Laufe seiner 35-jährigen Tätigkeit im Baugewerbe, davon 25 als Inhaber und Leiter einer Tiefbau- und Gartenbaufirma, beschäftigte er sich intensiv mit den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Seine Beratungs- und Handelsfirma Regenfänger.ch zeigt Wege auf, wie Regenwasser nachhaltig genutzt werden kann, was die Natur schont und gleichzeitig auch die Finanzen entlastet. Über die schweizerische Aquatum AG vertreibt er die selbstreinigenden, wartungsfreien, international patentierten Wasserfilter “Aquatum 300 Swiss” und “Aquatum 400 Swiss”. 2022 konnte er Joey Kelly als Regenfänger und Markenbotschafter für die Regenfänger.ch gewinnen, für Ernst Deiss ein Beweis dafür, dass Regenfänger Freiheit und Unabhängigkeit lieben und leben.

Websites: www.regenfaenger.ch und www.aquatum.ch

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