Bild: pixabay / Jan-Mallander An dieser Stelle kommt die seit vielen Jahren hochaktuelle „Energetische Sanierung” ins Spiel. Durch sie werden Gebäude zu zukunftsfähigen, energieeffizienten Wohn- oder Geschäftshäusern.
Energetische Sanierung: Das ist die Definition
Eine energetische Sanierung zielt darauf ab, den Energieverbrauch eines Gebäudes in erheblichem Umfang zu senken. Personen mit Grundeigentum und Mietende erfahren dadurch langfristig eine finanzielle Entlastung.
Zudem kommen im Rahmen der baulichen Veränderungen erneuerbare Energien zum Einsatz und der CO₂-Ausstoß wird gesenkt. Je nach persönlicher Situation und Bauvorhaben können Steuervorteile entstehen und/oder finanzielle Förderungen von Bund, Ländern und Kommunen in Anspruch genommen werden.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Wertsteigerung von Immobilien, die ein energetisches Update erfahren. Um Dir einen ersten Überblick zu verschaffen, kannst Du den Wert Deiner Immobilie einfach, kostenlos und in Eigenregie bei McMakler ermitteln.
Energetische Maßnahmen: Diese gibt es
Folgende Maßnahmen sind geeignet, um den Energieverbrauch eines Gebäudes zu senken:
- Einbau neuer Fenster (ggf. mit Sonnenschutz)und Türen
- Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
- Installation einer Solaranlage
- Installation einer Solarthermie-Anlage
- Austausch der Heizung
- Dachdämmung
- Kellerdeckendämmung
- Fassadendämmung
Um besser einschätzen zu können, welche Maßnahmen für Dein Eigentum erforderlich und sinnvoll sind, solltest Du Experten und Expertinnen zurate ziehen. Fachleute für Energieeffizienz planen die baulichen Maßnahmen mit Dir gemeinsam und begleiten die Umsetzung in der Bauphase mit Kompetenz und Fachwissen. Auf diese Weise stellst Du sicher, dass Dein Gebäude den geplanten Energie-Standard auch tatsächlich erreicht.
Die Maßnahmen im Einzelnen
Einbau neuer Fenster und Türen
Über alte, eventuell undichte Fenster und Türen geht nicht nur im Winter viel Wärme verloren, nein, auch im Sommer isolieren sie schlecht gegen Hitze. Das bedeutet einerseits hohe Heiz- oder Stromkosten für die Klimatisierung der Räume und andererseits unnötigen Energieverbrauch.
Im Rahmen der energetischen Sanierung werden doppelt oder dreifach verglaste Fenster eingebaut, die zusätzlich über ein ausgeklügeltes Rahmensystem verfügen, um ein optimales, energieeffizientes Raumklima herzustellen.
Die zusätzliche Anbringung eines Sonnenschutzes (Rollos, Markisen) empfiehlt sich, um - je nach Jahreszeit - Wärme zu speichern oder abzuhalten.
Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Wenn neue Fenster und Türen stark isolieren, kann der Einbau einer Lüftungsanlage erforderlich sein. Eine solche Anlage beugt Schimmel und aus zu feuchter Raumluft resultierenden unangenehmen Gerüchen vor.
Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung gelten als besonders energiesparend, denn sie bringen die ausgetauschte Luft mit der Wärme aus der Abluft wieder auf Temperatur und minimieren auf diese Weise Heizkosten.
Installation einer Solaranlage
Beinahe jeder Gebäudeeigentümer hat schon darüber nachgedacht, eine Photovoltaikanlage auf dem Hausdach installieren zu lassen. Schließlich ist die Sonnenenergie kostenlos und steht allen Menschen unbegrenzt zur Verfügung.
Mit einer Solaranlage wandelst Du die Gratis-Energie in Strom um. Die Elektrizität, die die Bewohner und Bewohnerinnen des Gebäudes nicht verbrauchen können, darf am Markt verkauft werden. Die anfänglichen Kosten amortisieren sich also einerseits durch die Ersparnis und die Unabhängigkeit von großen Energieversorgern und andererseits durch die laufenden Einnahmen aus dem Stromhandel.
Auch der Einbau eines speziellen Stromspeichers, der die Nutzung der produzierten Elektrizität zu anderen Tages- oder Nachtzeiten ermöglicht, ist denkbar.
Installation einer Solarthermie-Anlage
Mit dem selbst erzeugten Strom kann - je nach maximal möglicher Menge - eventuell auch eine Solarthermie-Anlage betrieben werden. Während eine Solaranlage Elektrizität erzeugt, produziert eine Solarthermie-Anlage Wärme.
Mithilfe von Dachkollektoren wird eine Flüssigkeit erhitzt, die geeignet ist, die Wärme in das Gebäude zu transportieren. Dort kann die Sonnenenergie dann zum Beheizen der Innenräume oder zur Warmwasserbereitung genutzt werden.
Austausch der Heizung
Der Austausch alter Öl-, Gas- oder Stromheizungen ist ein viel diskutiertes Thema, zu dem es ebenso viele Meinungen gibt. Und das ist verständlich, denn schließlich handelt es sich um eine große Investition, die sich lohnen soll.
Durchschnittlich verbleibt ein Heizsystem 20 Jahre in einem Gebäude. Sehr alte Heizungen zu reparieren, macht meist wenig Sinn, da die Systeme nicht mehr auf dem neuesten technologischen Stand sind und von Haus aus große Mengen an Energie verlieren oder verschlingen. Als besonders energieeffizient gelten hingegen folgende, moderne Heizungen:
- Wärmepumpen
- Hybridheizungen
- Brennstoffzellen-Heizsysteme
- Biomasse-Heizungen
- Solarthermie-Anlagen(s. o.)
Dachdämmung
Sofern das oberste Geschoss des zu sanierenden Gebäudes bewohnt ist, sollte das Dach gedämmt werden. Der finanzielle Umfang der Maßnahme kann bei unbewohntem Dachgeschoss etwas abgemildert werden, denn dann ist es auch möglich, nur die obere Geschossdecke zu dämmen, um einen ähnlichen energetischen Effekt zu erreichen.
Kellerdeckendämmung
Keller werden in den seltensten Fällen beheizt, außer dort befinden sich Wohn- oder Hobbyräume, in denen sich häufig Personen aufhalten. Damit das Haus also nicht unnötig von unten auskühlt und die Fußböden im Erdgeschoss warm bleiben, kannst Du die Kellerdecke auf zweierlei Arten dämmen:
- Die unkomplizierte Variante geht so: Du montierst spezielle Dämmplatten an die Decke der unbeheizten Kellerräume.
- Die elegantere Variante kannst Du wählen, wenn der Bodenbelag im Erdgeschoss noch nicht verlegt ist oder ebenfalls erneuert werden muss. Dann kannst Du die Dämmschicht nämlich unter dem Belag anbringen oder anbringen lassen.
Fassadendämmung
Last, but not least kommen wir zu der Maßnahme, vor der es Gebäudeeigentümern und -eigentümerinnen häufig am meisten graut: die Fassadendämmung. Auch wenn Wände theoretisch von innen gedämmt werden können, fällt die Entscheidung in fast 100 % auf die energetisch höchst wirksame Außendämmung, die natürlich eine zeit- und kostenintensive Maßnahme darstellt.
Vom Ergebnis her betrachtet ist jedoch jegliche Form der Wärmedämmung eine lohnende Investition, denn bis zu 40 % des vormaligen Energieverbrauchs lassen sich einsparen.
Fazit
Nicht für jedes Gebäude sind alle genannten Maßnahmen sinnvoll und lohnend. Mit Experten und Expertinnen aus der Energieeffizienzberatung kannst Du den optimalen Standard für Dein Haus erarbeiten und die Umsetzung professionell begleiten lassen.