Kunstharz ist nicht nur als Baustoff sehr beliebt, sondern wird verstärkt auch in der Baukunst eingesetzt, wenn es darum geht, optische Effekte zu erzeugen. Hier erfahren Sie, was mit Kunstharz alles möglich ist – sowohl im Bau- als auch im Baukunstbereich.
Aus Kunstharz geformter Stein
Bild: matthiasboeckel / pixabay.com Was ist Kunstharz?
Als Kunstharz bezeichnet man künstlich hergestellte Beschichtungsstoffe, die aus zwei Hauptkomponenten bestehen: dem Harz und dem Härter. Vermischt man beide Komponenten miteinander, erhält man verarbeitungsfähiges Kunstharz, das beispielsweise zu Bauzwecken eingesetzt werden kann.
Der Harzkomponente können bei der Herstellung natürliche Harze beigemischt werden. Oft werden dabei aber synthetische Stoffe verwendet, so zum Beispiel auch beim Epoxidharz, dem wohl prominentesten Vertreter der Kunstharzfamilie.
Verwendet werden Kunstharze in sehr vielen Bereichen, zum Beispiel als Konstruktionsklebstoff im Modellbau, zum Gießen von Bau- und Formteilen, oder auch in der Baukunst – auch Resin-Art genannt – z.B. zum Bau von Epoxidharz-Möbeln oder als Beschichtungs- und Verbundmaterial.
Welche Vorteile hat Kunstharz gegenüber Naturharz und anderen Baustoffen?
Kunstharz hat den großen Vorteil, dass es nachhaltig ist, weshalb es in der Bauindustrie mittlerweile verstärkt eingesetzt wird. Epoxidharz kann beispielsweise aus rein pflanzlichen und damit nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Jüngst hat ein Schweizer Forschungsteam auch ein Epoxidharz entwickelt, das sich vollständig recyceln lässt.
Im Gegensatz zur Stahl- und Betonherstellung ist die Kunstharzherstellung zudem weniger energieintensiv, was den Verbrauch von Brennstoffen und den ökologischen Fußabdruck reduziert.
Außerdem sind Kunstharze sehr wartungsarm. Im Gegensatz zu Holz sind sie resistent gegenüber Witterungseinflüssen wie Nässe und Kälte; und im Gegensatz zu Stahl sind sie korrosionsfest. Wo Kunstharz als Baustoff verwendet wird, sinkt demnach der Wartungsaufwand, da es weniger häufig erneuert oder restauriert werden muss.
Gegenüber Naturharz hat Kunstharz den Vorteil, dass es exakt so hergestellt werden kann, damit bestimmte Eigenschaften erfüllt sind. Dagegen gibt es bei Naturharz, das direkt aus Bäumen gewonnen wird, natürliche Schwankungen in der Zusammensetzung, womit auch Qualitätsschwankungen im Endprodukt einhergehen können.
Wie lässt sich Kunstharz in der Baukunst verwenden?
Vor allem in der Baukunst hat sich die Verwendung von Epoxidharz mittlerweile etabliert, da es für sehr viele verschiedene Zwecke genutzt werden kann – sowohl für künstlerische als auch für praktische.
Epoxidharze in Kunstwerken
Epoxidharz eignet sich hervorragend als Gießharz. Dabei kann man das Harz in einen vorgefertigten 2D- oder 3D-Gießblock gießen und erhält nach der Aushärtung des Harzes ein Dekorationsobjekt. Das Harz kann vor dem Gießen mit verschiedenen Farbpigmenten oder Ornamenten wie Glitzerstreuseln vermischt werden, sodass man am Ende eine einzigartige Kreation erhält.
Da das Epoxidharz trotz Mischung mit Farbpigmenten seine Transparenz beibehält, lassen sich damit auch tolle Lichteffekte erzeugen. Beispielsweise lässt sich eine LED-Glühlampe in einen Epoxidharzblock einsetzen und leuchtet diesen von Innen aus, was in der Umgebung für ganz besondere Lichtverhältnisse sorgt.
Durch das individuelle Mischen von verschiedenen Farbpigmenten und mehrschichtigen Gießprozessen lassen sich mit Epoxidharzen auch auf Möbeloberflächen zahlreiche schöne Effekte erzeugen, zum Beispiel eine Marmoroptik. Kreative Köpfe haben damit ein breites Feld zum Experimentieren und können ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
Epoxidharze zur Veredelung von Möbeln und Bauwerken
Im praktischen Bereich kann man Epoxidharz als Beschichtungsmittel verwenden, beispielsweise für Tische. Dabei trägt man transparentes Epoxidharz in einer dünnen Schicht auf die Tischoberfläche auf.
Nach dem Aushärten ist die Oberfläche geschützt vor Kratzern, und dank der Transparenz des Harzes ist die Optik der Oberfläche erhalten geblieben. Epoxidharzschichten sind langlebig und robust, womit sie sich ideal zur Beschichtung für beanspruchte Oberflächen wie Arbeitsflächen in Küchen oder Werkstätten eignen.
Epoxidharz als Baumaterial
Im Baubereich kommt Epoxidharz ebenso als Beschichtungsmittel zum Einsatz: Beispielsweise zur Beschichtung von schwer beanspruchten Fußböden in Fertigungshallen oder als Beimischung im Estrich. Durch seine wasserabweisenden Eigenschaften dient es auch als Schutz für die darunterliegende Oberfläche vor Wasser und Feuchtigkeit.
Daneben wird Epoxidharz im Bauwesen auch als Klebstoff und Verbundmittel eingesetzt. Mischt man es Mörtel bei, erhält man einen ausgezeichneten Fliesenkleber, der flexibel und robust zugleich ist.
Fazit: Kunstharz ist ein interessanter Baustoff mit vielen Anwendungsmöglichkeiten
Der obige Artikel gibt einen Überblick, was mit Kunstharz in der Baukunst alles möglich. Längst wird es nicht mehr nur als Kleb- und Verbundstoff verwendet, sondern auch als Veredelungs- oder Hauptbaustoff.
Im Baukunstbereich wird Kunstharz vor allem zum Beschichten und Veredeln von Oberflächen genutzt. Die Übergänge zum reinen Kunstbereich sind dabei fließend: Transparentes Kunstharz kann man einfach mit Farbpigmenten vermischen und in beliebige 2D- oder 3D-Formen gießen, mit denen sich nach Herzenslust verschiedene Farb- und Lichteffekte erzeugen lassen.