Diplom-Ingenieur Arndt Frauenrath, 60 Jahre, ist auf dem Deutschen Baugewerbetag in Berlin zum Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) gewählt worden. Der Verband vertritt mit rund 40 Mitgliedsverbänden die Interessen von etwa 50 000 überwiegend mittelständischen und kleingewerblichen Bauunternehmen. Der Bauunternehmer Frauenrath, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Frauenrath Straßenbau - Landschaftsbau - Recycling, Heinsberg, folgt Diplom-Ingenieur Fritz Eichbauer (72 Jahre), der den ZDB in den vergangenen zweiundzwanzig Jahren geführt hat.
Frauenrath, seit 1994 Vizepräsident des Verbandes und bis zum September dieses Jahres Vorsitzender der Bundesfachgruppe Straßen- und Tiefbau im Zentralverband, übernimmt das Amt des Präsidenten zu einem Zeitpunkt, in dem die Bauwirtschaft die seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts andauernde Rezession noch nicht überwunden hat. Auf diese Herausforderungen hat Frauenrath zunächst im eigenen Unternehmen mit der Einführung von neuen Methoden und Organisationsstrukturen erfolgreich reagiert, die mit dem Umbau vom reinen Produktionsbetrieb zum Dienstleistungsunternehmen inzwischen als beispielhaft in der Branche gelten. Mittelständler hätten heute die besten Chancen als innovative Bauunternehmen, die sich in enger Kooperation mit anderen Mittelständlern neue Absatzmärkte erschließen und auf der Beschaffungsseite Kostenvorteile sichern, sagt Frauenrath heute den Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Er ist aber - unter anderem auch in wirtschaftspolitischer Hinsicht in enger Kooperation mit Eichbauer und dem Vorstand des ZDB zum Motor im Zentralverband geworden. Eine seiner zentralen Aussagen lautet, dass die öffentliche Hand nicht ausreichend Geld hat, um die vorhandene Infrastruktur zu erhalten und zu sanieren, „geschweige denn, um neue Straßen zu bauen". Wegen der Kürzungen in den öffentlichen Haushalten befürchtet Frauenrath Wachstumseinbußen und damit eine immer größere Belastung des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Für die bedarfsgerechte Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen fordert er daher auch die Privatisierung von Bundesfernstraßen und die Schaffung eines Finanzfonds, der die Finanzierung der Investitionen über eine verbrauchsabhängige Benutzergebühr vornimmt, dem später auch andere zweckgebundene Entgelte wie Maut oder Vignette zugeführt werden könnten. Mit dem praktischen Überlebenstraining für die Unternehmen sowie mit den drängenden Forderungen an die Politik führt Frauenrath die Leistungen von Fritz Eichbauer weiter. Er kann aufbauen, unter anderem auf die ordnungspolitischen Fundamente, die der jetzt zum Ehrenpräsidenten des ZDB ernannte Eichbauer mit der Abwehr staatlicher Reglementierung sowie mit dem frühzeitigen - schon vor der Wende einsetzenden - Aufbau mittelständischer Strukturen in Ostdeutschland gelegt hat.