Die anhaltende Rezession in der Bauwirtschaft schlägt sich auch in der TGA-Branche nieder. So hat sich die negative wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2000 weiter fortgesetzt. In Westdeutschland sind immer noch leicht negative Tendenzen zu beobachten, wobei in den nächsten Jahren durchaus ein Ende der konjunkturellen Talfahrt in Sicht ist. In Ostdeutschland ist bisher noch kein Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Die wirtschaftliche Situation hat sich hier auch im Jahr 2000 dramatisch verschlechtert.
Die für die ersten drei Quartale des Jahres 2000 vorliegenden Zahlen bestätigen, dass sich die Schere zwischen Ost- und Westdeutschland nach wie vor nicht weiter geschlossen hat. Die konjunkturelle Entwicklung ist in den neuen und alten Bundesländern in der TGA-Branche nach wie vor sehr unterschiedlich. So sind in Westdeutschland in den ersten drei Quartalen des Jahres 2000 hinsichtlich der Beschäftigtenzahlen (-5,3 %) sowie der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden (-5,6 %) und der Lohn- und Gehaltssumme (-3,3 %) im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Jahres 1999 negative Tendenzen zu beobachten. Beim Gesamtumsatz musste für den gleichen Betrachtungszeitraum im Vergleich zum Vorjahr nach einem leichten Plus im Jahr 1999 (+1,3 %) erneut eine leichte Abnahme von 1,0 % hingenommen werden.
In Ostdeutschland hält die konjunkturelle Talfahrt in der TGA-Branche nunmehr seit vier Jahren an. Hier sind seit 1998 Rückgänge mit zweistelligen Raten zu verkraften. So haben sich die negativen Tendenzen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2000 im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Jahres 1999 nochmals verstärkt. Nach einer Abnahme der Anzahl der Beschäftigten von 13,6 % im Jahre 1999 sanken die Beschäftigtenzahlen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2000 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um weitere 16,7 %. Die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden sowie die Lohn- und Gehaltssumme nahmen nach einem Rückgang von 13,3 % bzw. 11,7 % im Jahre 1999 in den ersten drei Quartalen des Jahres 2000 im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 1999 um weitere 18,6 % bzw. 14,4 % ab. Auch der Gesamtumsatz ist in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit einer zweistelligen Rate von 11,4 % erneut deutlich rückläufig. Im Jahr 1999 war diese negative Tendenz im Vergleich zum Vorjahr noch etwas stärker gewesen (-14,7 %).
In den letzten Jahren war eine starke Diskrepanz zwischen der konjunkturellen Entwicklung in Ost- und Westdeutschland zu beobachten. Seit dem Jahr 1993 hat sich der Gesamtumsatz in Westdeutschland auf relativ konstantem Niveau gehalten. In den Jahren 1997, 1998 und wahrscheinlich auch 2000 mussten leichte Umsatzeinbußen hingenommen werden. In Ostdeutschland hingegen hat sich die Umsatzentwicklung der TGA-Unternehmen in rasantem Tempo verschlechtert. In den Jahren von 1993 bis 1995 konnte man sich in Ostdeutschland noch über zweistellige Zuwachsraten freuen. Die Jahre 1996 und 1997 brachten dann leichte Rückgänge des Umsatzes mit sich, die konjunkturelle Lage kippte und verschlechterte sich zunehmend. In den letzten drei Jahren 1998, 1999 sowie 2000 hat sich der Marktbereinigungsprozess verstärkt fortgesetzt, wobei der Umsatz mit Raten von 12,1 %, 14,7 % sowie 11,4 % deutlich zurückgegangen ist.
Insbesondere im Bereich des öffentlichen Baus ist die Auftragslage in der TGA-Branche nach wie vor schlecht. Die öffentliche Hand ist kein relevanter Auftraggeber mehr. Zumal die schlechte Zahlungsmoral des Staates diesen als Geschäftspartner zunehmend unattraktiv werden lässt. Die Nachfrage seitens der Industrie stagniert zurzeit bzw. ist leicht rückläufig. Ein Grund hierfür ist, das die Unternehmen vielfach mit internen Problemen beschäftigt sind und ihre Investitionstätigkeit stark eingeschränkt haben. Im privaten Bereich sind vorwiegend im Sanierungsgeschäft Aufträge zu erlangen.
Zu Beginn des Jahres 2000 sind im Bundesgebiet einige Großprojekte fertig gestellt worden. In der Folgezeit ist hingegen vielfach ein Auftragsloch spürbar geworden. Als Beispiel sei in diesem Zusammenhang die EXPO 2000 in Hannover zu nennen, die insbesondere im Umland direkt aber auch indirekt zu einer leichten Steigerung der Investitionsneigung beigetragen hatte. Insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahres 2000 ist in weiten Teilen des Bundesgebiets eine spürbare Nachfrageverschlechterung eingetreten.
Das Preisniveau ist immer noch sehr niedrig, wobei Aufträge vermehrt über den Preis und weniger über die Leistung bzw. Qualität vergeben werden. Der Wettbewerb wird zusätzlich verschärft durch Unternehmen, insbesondere aus Osteuropa, die mit Billigarbeitskräften auf den Markt dringen und vielfach die Preise drücken. Problematisch ist weiterhin, dass im Rahmen von Ausschreibungen vielfach Generalunternehmen zum Zuge kommen.
Der in letzter Zeit zunehmenden privatwirtschaftlichen Betätigung von Kommunen, die zusätzliche Konkurrenz für die privaten Unternehmen bedeutet und zu einer Verzerrung des Wettbewerbs führt, wurden im letzten Jahr durch Gerichtsentscheidungen einige Riegel vorgeschoben. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Entwicklung fortsetzt und auch in anderen Teilen des Bundesgebiets der erwerbswirtschaftlichen Betätigung von Kommunen weiter Einhalt geboten wird.
Aus heutiger Sicht ist der Versuch, eine Prognose hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung der TGA-Branche in den nächsten Jahren abzugeben, sicherlich nicht unproblematisch. Zahlreiche Faktoren werden hier zu berücksichtigen sein. Die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Branche wird wohl entscheidend davon abhängen, mit welcher zeitlichen Verzögerung sich die gesamtwirtschaftlich durchaus positiven Tendenzen auf die Baukonjunktur und somit auf den Technischen Anlagenbau auswirken werden. Weitere positive Impulse sind von der neuen Energieeinsparverordnung sowie den seitens der Bundesregierung angekündigten Fördermaßnahmen im Bereich Energieeinsparung zu erwarten. Für Westdeutschland ist daher von einem vorsichtigen Optimismus bezüglich der künftigen wirtschaftlichen Situation auszugehen. In Ostdeutschland hingegen ist der Marktbereinigungsprozess noch nicht abgeschlossen. Die rezessiven Tendenzen dürften hier auch 2001 weiter anhalten.