Oldenburger Forscher sind dabei, preiswerte Solarzellen aus Kunststoff zu entwickeln. Jeden Morgen, wenn die Sonne aufgeht, prasselt eine unvorstellbare Energiemenge auf die Erde. Allerdings wird sie bislang kaum von Menschen genutzt; nur wenige Hausdächer haben Solarzellen, die elektrischen Strom aus dem Sonnenlicht gewinnen. Der Grund: Die hauchdünnen Flächen aus Silizium sind teuer. Jetzt allerdings ist es Physikern an der Universität Oldenburg gelungen, Solarzellen aus Kunststoff zu bauen.
Sie bestehen aus Stoffen, die bereits in der Industrie hergestellt werden. Das Rezept für die neuen Solarzellen: Ein bislang für Leuchtdioden verwendeter Kunststoff und Moleküle aus 60 Kohlenstoffatomen - bekannt als Fullerene oder auch "Buckyballs" - werden gründlich vermischt, auf einer durchsichtigen Indium-Zinn-Oxid-Schicht verteilt und mit Aluminium als Kontakt überlegt.
Zwar liefern die Plastik-Solarzellen bislang nur eine geringe Stromausbeute, "doch", sagt Vladimir Dyakonov von der Arbeitsgruppe Organische Photovoltaik, "noch vor kurzem hätte ich nicht geglaubt, dass sie überhaupt funktionieren. Inzwischen erreichen wir einen Wirkungsgrad von immerhin zwei Prozent." Das bedeutet: Zwei Prozent der eingestrahlten Lichtenergie werden in elektrische Energie umgewandelt. Zum Vergleich: Spitzen-Solarzellen aus Silizium haben einen Wirkungsgrad von etwa 20 Prozent.
Die Plastik-Solarzellen erreichen eine Stromdichte von etwa fünf Milliampere pro Quadratzentimeter. Damit ist der Stromfluss fünf bis acht Mal kleiner, als bei Silizium, doch die Forscher sind optimistisch, dass sich das bald ändern wird. Dyakonov: "Wir konnten uns allein im letzten Jahr um den Faktor zehn steigern."
Quelle:
www.geo.de