
Ein beispielhaftes Projekt feiert seine erste Etappe: Am 29.06.2001 um 15:00 Uhr war Richtfest der Passivhaussiedlung im Gewerbepark Ritter in Karlsbad bei Pforzheim. Die zwölf vorwiegend aus Holz gebauten Passivhäuser werden ausschließlich mit ökologischen Baumaterialien und modernster Energiespartechnik ausgestattet. Die gesamte Haustechnik stammt von der auf dem Gewerbepark ansässigen Firma Paradigma, Ritter Energie- und Umwelttechnik. "Wir haben die Häuser ausschließlich mit modernster Paradigma-Systemtechnik ausgestattet", erklärt Alfred T. Ritter, Bauherr der Passivhäuser, Hauptgesellschafter von Paradigma und Inhaber der gleichnamigen Schokoladenfabrik. "Die Siedlung ist rundum ökologisch und damit richtungsweisend für nachhaltiges Bauen." Ritter wurde erst kürzlich von den Schönauer Energie-Initiativen mit dem Ehrenpreis "Stromrebell 2001" ausgezeichnet.
Die voraussichtlich bis Ende 2001 fertiggestellten Passivhäuser haben nach den strengen Richtlinien des Passivhausinstituts in Darmstadt einen Wärmebedarf von nur 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Der extrem niedrige Wärmebedarf wird mit Holz-Pellets-Heizung und Sonnenkollektoren nahezu vollständig aus regenerativen Energiequellen gedeckt. Nur extreme Spitzenlasten im Winter übernimmt ein hochwirksamer Gas-Brennwertkessel. Die aufwendige Dämmung mit Naturmaterialien wie Zellstoff und Flachs verringert die Wärmeverluste auf ein Minimum. Außerdem wird durch die konsequente Verglasung der Südseite die Sonneneinstrahlung optimal genutzt.
Die 16 Wohneinheiten in einer Vierer- einer Dreier- und einer Fünfergruppe bieten über drei Etagen mit maximal 170 m2 Wohnfläche auch großen Familien ausreichend Platz. Die Häuser sind in unterschiedliche Wohnungsgrößen von 55 m2, 110 m2 und 170 m2 aufgeteilt. Während der größte Teil der Wohnungen vermietet wird, stehen einige Wohnungen auch der Firma Paradigma als Demonstrationsobjekt mit Büroräumen und Gästewohnungen zur Verfügung.
Alle Gebäude sind mit modernster Haustechnik von Paradigma ausgestattet. Die Firma mit dem Anspruch Heizsysteme in ökologischer Konsequenz zu vertreiben, kann in der Siedlung annähernd seine gesamte Produktpalette "life" und voll installiert präsentieren: Gas-Brennwert-technik Modula II, Holz-Pellets-Heizkessel Pelletti und Vakuum-Röhren-Kollektoren CPC azzurro produzieren eine nahezu CO2-neutrale Wärme, das Wandheizsystem LagoMont sorgt für eine sanfte Wärmeverteilung und das kontrollierte Lüftungssystem AirA mit Wärmerückgewinnung für ein gesundes Raumklima.
Ausgeklügelt und äußerst effizient ist die Wärmeversorgung über das Nahwärmenetz: Holz-Pellets- und Gas-Brennwertkessel sind in einem separaten Gebäude am Rande der Siedlung untergebracht. Die 50 m2 Sonnenkollektoren mit einer Leistung von bis zu 35 kW für ca. 7.500 l Speichervolumen wurden auf dem Dach der benachbarten Druckerei installiert. Das erspart Installationskosten und den Heizungsraum in der Wohnung.
Im fachübergreifenden Planungs- und Bauteam mit dabei sind das Architektur-Büro werk.um aus Darmstadt, das bereits das Haus der Architekten in Düsseldorf realisiert hat und das Ingenieur-Büro ebök in Tübingen - Experten für Energieberatung, Haustechnik und ökologische Konzepte. Für die verantwortlichen Holzbaufirmen Kies, Firma Weber & Brugger und Firma Siffermann Holzbau, ist die Passivhaussiedlung das erste in Kooperation gebaute Projekt. Die Bauleitung obliegt dem Architektur-Büro Hollerbach in Karlsbad. "Nach dem heutigen Richtfest werden wir auch bald die Fertigstellung der ersten Häuser feiern können" versichert Ritter. Anfang August ziehen bereits die ersten Mieter ein.