Brände, Verkehrsunfälle, Extremwetterschäden (umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer) oder die Katze in der Baumkrone. Jetzt ist die Feuerwehr gefragt. Was viele nicht wissen, rund 95 % aller Feuerwehrleute in Deutschland sind Ehrenamtliche. Die Freiwillige Feuerwehr gehört zu den größten Gruppen, die sich in Deutschland ehrenamtlich engagieren.
In fast jedem Ort in Deutschland gibt es eine eigene Feuerwache. Auf 80 Einwohner kommt ein Mitglied der Feuerwehr. Dadurch sind die Retter in der Regel schnell am Einsatzort. In ländlichen Regionen dauert es höchstens 15 Minuten, in Großstädten meistens sogar nur 10 Minuten, bis ein Team der Feuerwehr vor Ort ist und hilft, oft mit der Berufsfeuerwehr gemeinsam.
Für viele Ehrenamtliche ist das Engagement nicht nur ein Hobby, sondern eine Berufung, die auch Verständnis von Familie und Arbeitgeber erfordert. Die Freiwillige Feuerwehr zahlt kein Gehalt, da es sich um ein Ehrenamt handelt. Wer während der Arbeitszeit zu einem Einsatz gerufen wird, muss jedoch keine finanziellen Einbußen befürchten: Arbeitgeber sind verpflichtet, das Gehalt weiterzuzahlen und können sich die Kosten von der Gemeinde erstatten lassen. Auch Selbstständige gehen nicht leer aus. Sie haben einen Erstattungsanspruch, der anhand eines festen Stundensatzes berechnet wird.
In der Regel kannn man mit 18 Jahren, in einigen Bundesländern bei 16, in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen zu werden. Da sich die Aufnahmekriterien unterscheiden, sollte man sich am besten direkt bei der Feuerwehr vor Ort informieren. Voraussetzung für den Einsatz bei der Brandbekämpfung sind grundsätzlich körperliche und geistige Fitnessinformiert, meist werden ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitscheck verlangt. Natürlich werden eine gewisse Begeisterung für Technik und Teamarbeit vorausgesetzt.
Die Ausbildung bei den Feuerwehren in Deutschland gliedert sich in drei Teile:
1. die dreiteilige Truppausbildung, besteht aus Grundausbildungslehrgang (Truppmannausbildung Teil 1), sowie der darauf aufbauenden Truppmannausbildung Teil 2, beide sind von jedem Feuerwehrmann zu durchlaufen, sowie dem abschließenden Truppführerlehrgang.
2. die technische Ausbildung beinhaltet neben zusätzlichen allgemeinen Ausbildungsinhalten wie z.B. die Ausbildung zum Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger und Maschinisten auch Sonderausbildungen wie das Verhalten bei Gefahrguteinsätzen.
3. die Führungsausbildung bildet Führungskräfte, wie Gruppenführer und Zugführer (Feuerwehr) aus oder bildet sie für besondere Einsätze (z. B.: Gefahrguteinsätze) fort. Auch die Ausbildung zum Ausbilder gehört zu den Führungslehrgängen.