Bildung ist wichtig, weil sie die persönliche Entwicklung fördert, bessere Jobchancen schafft und die Grundlage für eine funktionierende Demokratie bildet. Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und findet daher überwiegend in öffentlichen Einrichtungen statt. Nur: Was Bildung eigentlich sein soll, wie viel wir davon brauchen, wie Bildungseinrichtungen und das Bildungssystem am besten gestaltet werden, darüber herrschte noch nie Einigkeit. Der Staat lenkt, politische Akteure mischen auf allen Ebenen mit, und zudem gibt es viele gesellschaftliche Gruppen, die ihre eigenen Vorstellungen und Interessen einbringen. Was dabei letztlich ausgehandelt wird, gilt für alle – meistens auf längere Zeit. Aber seit PISA ist viel in Bewegung gekommen. Unsere Gesellschaft verändert sich: Sie wird vielfältiger, die Lebenswege werden individueller, die Einbindung in die globalisierte Welt stellt neue Fragen.
Bildung für nachhaltige Entwicklung von der frühkindlichen bis zur beruflichen Bildung – Chancen und Herausforderungen
• Frühkindliche Bildung – In der frühen Kindheit werden Grundlagen gelegt: Fähigkeiten und Werte, die unseren Umgang mit uns selbst, anderen Menschen und unserer Umwelt bestimmen. Kindergärten sind mehr als bloße Betreuungsorte: Es sind Bildungsorte.
• Schule – Die Schulzeit ist für Kinder eine prägende Lebensphase. In diesem Zeitraum erlernen sie Gestaltungs- und Handlungskompetenzen, um das BNE-Konzept nicht bloß in theoretischer Hinsicht zu begreifen, sondern auch praktisch und selbstständig umzusetzen.
• Berufliche Bildung – Berufliche Bildung ist ein lebensbegleitender Prozess und ein bedeutender Baustein in der Bildungsbiographie eines Menschen. Die Berufswelt ist wichtiger Lernort, Erfahrungs- und Gestaltungsraum und mit gesellschaftlicher Transformation verknüpft.
• Hochschule – Hochschulen sind wichtige Bildungsorte, denn sie vereinen mehrere Funktionen: Sie vermitteln Kenntnisse, Kompetenzen und Werte, Ausbildung von Pädagogen, Führungskräfte und Experten und sie produzieren durch ihre Forschung Wissen und Innovationen.
• Non-formale, informelle Bildung – Einen großen Teil unseres Wissens erwerben wir außerhalb von Klassenzimmern und Hörsälen. Non-formale und informelle Lernangebote machen sich dieses natürliche Lernen zunutze und motivieren gezielt, sich mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen.
Quelle: BMBFSFJ
Gründe, warum Bildung von großer Bedeutung ist
• Bessere Berufschancen: Gute Bildung erhöht die Chance auf einen sicheren Arbeitsplatz und ein höheres Einkommen.
• Persönliche Entwicklung: Sie hilft dabei, eigene Stärken zu erkennen, Talente zu entfalten und die eigene Persönlichkeit zu formen.
• Kritisches Denken: Bildung befähigt Menschen, Informationen zu hinterfragen, Zusammenhänge zu verstehen und eigene Entscheidungen zu treffen.
• Gesellschaftliche Teilhabe: Sie ermöglicht es, das Zusammenleben in der Gesellschaft aktiv mitzugestalten und sich an politischen Prozessen zu beteiligen.
• Armutsbekämpfung: Ein gutes Bildungsniveau senkt das Risiko von Armut und schützt vor finanzieller Ausbeutung.
• Gesundheit: Gebildete Menschen wissen oft besser Bescheid über gesunde Ernährung, Vorsorge und einen gesunden Lebensstil.
• Demokratie und Frieden: Bildung fördert Toleranz, Verständnis für andere Kulturen und stärkt den Zusammenhalt in einer demokratischen Gesellschaft.
• Wirtschaftswachstum: Gut ausgebildete Fachkräfte sichern die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.
• Problemlösungskompetenz: Sie vermittelt Werkzeuge, um im Alltag oder im Beruf kreativ und selbstständig Lösungen für Probleme zu finden.
• Lebenslange Freude am Lernen: Bildung hört nicht nach der Schule auf; sie hält den Geist fit und macht neugierig auf neue Entwicklungen.
Im Elementar- und Primarbereich werden die verschiedenen Bereiche der Entwicklung und des Lernens in sogenannte Bildungsbereiche aufgeteilt. Diese zielen darauf ab, jedes Kind individuell und entsprechend seiner Fähigkeiten zu sehen und zu fördern.
Bildungsbereiche lassen sich lediglich gedanklich voneinander trennen. In der Praxis kommt es häufig dazu, dass einzelne Bildungsbereiche miteinander verschmelzen und überhaupt nicht mehr wirklich voneinander zu trennen sind.
• Bewegung: Förderung von Motorik, Körperwahrnehmung und Raumgefühl durch tägliche Bewegung.
• Körper, Gesundheit und Ernährung: Achtsamkeit für den eigenen Körper, Hygiene, Unfallprävention und eine gesunde Ernährung.
• Sprache und Kommunikation: Alltagsintegrierte Sprachbildung und Literacy (Vorläuferfähigkeiten von Lesen und Schreiben).
• Soziale und (inter-)kulturelle Bildung: Entwicklung von Empathie, Gemeinschaftssinn, Toleranz und Wertschätzung verschiedener Kulturen.
• Musisch-ästhetische Bildung: Kreatives Gestalten, Malen, Singen, Musizieren und Rhythmik.
• Religion und Ethik: Auseinandersetzung mit Grundfragen des Lebens, Werten, Traditionen, Bräuchen und verschiedenen Religionen.
• Mathematische Bildung: Entdecken von Formen, Mengen, Geometrie, Mustern und logischen Strukturen (z. B. durch das Zahlenland).
• Naturwissenschaftlich-technische Bildung: Staunen, Forschen, Experimentieren und Begreifen naturwissenschaftlicher Phänomene.
• Ökologische Bildung: Verständnis für die Natur, Umweltschutz, Mülltrennung und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.
• Medien: Kompetenter und kritischer Umgang mit analogen und digitalen Medien (Bücher, Computer, Fotoapparate etc.).