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Abblaseleitung - Sicherheitsventil

1478
Autoren
OldBo
22.05.2011
Abblaseleitungen (auch Ausblase- oder Ablaufleitung) von Sicherheitsventilen müssen nach den örtlichen Betriebsverhältnisse so bemessen und verlegt sein, dass die statischen, dynamischen (Reaktionskräfte) und thermischen Beanspruchungen sicher aufgenommen werden können.
Trinkwasser-Sicherheitsventil mit Trichter
 Trinkwasser-Sicherheitsventil mit Trichter
Quelle: SYR - Hans Sasserath & Co. KG
Anordnung eines Entspannungstopfes
 Anordnung eines Entspannungstopfes
Ablauftrichter mit integrierter Wassersperre
 Ablauftrichter mit integrierter Wassersperre
Quelle: Airfit GmbH & Co. KG

Abblaseleitungen (auch Ausblase- oder Ablaufleitung) von Sicherheitsventilen müssen nach den örtlichen Betriebsverhältnisse so bemessen und verlegt sein, dass die statischen, dynamischen (Reaktionskräfte) und thermischen Beanspruchungen sicher aufgenommen werden können. Die Leitungen müssen gefahrlos, sichtbar und offen in einem Trichter mit Geruchsverschluss ausmünden. Ventile in kleinen Heizungsanlagen und an Trinkwasser-Sicherheitsventilen kann der Trichter auch direkt am Ventil angebracht sein, damit eine Undichtigkeit sofort erkannt wird und die folgende Leitung als Tropfleitung ausgelegt werden kann, die dann in ein Waschbecken geführt werden muss. Da austretende Wasser muss grundsätzlich in das Abwassersystem abgeleitet werden.

Im Abblasesystem darf sich keine Flüssigkeit ansammeln können. Falls Gefahr des Einfrierens besteht, muss die Leitung entsprechend geschützt (Dämmung und Rohrbegleitheizung) sein.

Wenn bei Sicherheitsventilen auch ein Austritt von ausgasenden und verdampfenden Flüssigkeiten, z. B. Heißwasser, Dampf, zu erwarten ist, müssen in unmittelbarer Nähe des Ventils Entspannungseinrichtungen (Entspannungstopf) ausreichender Größe angeordnet werden. An diesen Entspannungseinrichtungen sind Öffnungen ausreichenden Querschnittes sowohl zur Ableitung des entspannten Dampfes (Gases) als auch zur Ableitung der Flüssigkeit vorzusehen. An Sicherheitsventilen, bei denen durch Austreten des Mediums, z.B. auch durch die offene Haube, direkt oder indirekt Gefahren für die Personen oder die Umgebung entstehen können, müssen geeignete Schutzvorrichtungen angebracht werden.

Der Querschnitt der Ventilzuleitung darf nicht kleiner sein als der Eintrittsquerschnitt des Sicherheitsventils. Der Querschnitt der Abblaseleitung darf nicht kleiner als der Austrittsquerschnitt des Sicherheitsventils sein. Der Durchmesser und die Länge der Abblaseleitungen, die Bauteile (Bogen, Schalldämpfer) bestimmen den  Eigengegendruckes. Diese Teile sind so zu bemessen und zu verlegen, dass der vom Hersteller für das Sicherheitsventil angegebene zulässige Gegendruck nicht überschritten wird.

Der Druckverlust in der Ventilzuleitung darf beim größten, abgeführten Massenstrom 3 % der Druckdifferenz zwischen dem Ansprechdruck und dem Fremdgegendruck nicht überschreiten. Voraussetzung für eine ungestörte Funktion bei diesem Druckverlust ist, dass die Schließdruckdifferenz des eingebauten Sicherheitsventils mindestens 5% beträgt.

Die Zuleitungen und Abblaseleitungen von Sicherheitsventilen werden mit Hilfe von Tabellen bzw. Diagramme ausgelegt.

Ein Abblasen (Tropfen) des Ventils wird bei Heizungs- Kühl- und Solaranlagen als Fehler bei der Druckhaltung angesehen.

Aber Sicherheitsventile in der Kaltwasserzuleitung bei der Trinkwassererwärmung können bzw. müssen bei der Aufheizung abtropfen. Erst der Einbau eines Druckminderers und eines Membrandruckausdehnungsgefäßes verhindern ein Abtropfen.

Bei diesen Ventilen sollte folgendes Hinweisschild angebracht werden:

Während der Beheizung kann aus Sicherheitsgründen

Wasser aus der Abblaseleitung austreten.

Nicht verschließen!

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