Kleine Rohrdurchmesser können auch
ohne Sandfüllung gebogen werden. Diese Art des Biegens bedarf aber viel Erfahrung, damit der Rohrquerschnitt nicht flach wird. Deswegen ist eine
Sandfüllung zwar ein wenig aufwendiger, aber man ist dann auf der "sicheren" Seite und kann ohne Probleme
mehrere Richtungsänderungen in einer Rohrlänge herstellen.
Der
Faltenbogen wurde (wird) hauptsächlich für
Dehnungsbogen (L-, U- oder Omega-Bogen) eingesetzt. Der Bogen wird
ohne Sandfüllung hergestellt. Bei dieser Biegetechnik wird die
Rohrwandung an der Bogenaußenseite
nicht gestreckt und behält die volle Wandstärke. Nachteilig wirken sich die Falten für den
Zeta-Wert aus, denn sie ergeben einen höheren Widerstand aufgrund der verwirbelten Flüssigkeit.
Natürlich kann man größere Rohre mit großen Biegeradien auch mit einer hydraulischen Rohrbiegemaschine biegen. Hier sind die Arbeitsanleitungen der Hersteller zu beachten!
Rohrbogen und hier besonders mit kleinen Biegeradien können bei Kupfer- und Metallverbundrohre auch mit einer Innen-Biegefeder gebogen werden. Dabei wird die Feder eingeschoben und das Rohr eng gebogen. Die Feder wird anschließend herausgezogen.
Eine andere Art ist das Biegen mit einer Außen-Biegefeder. Diese wird über das Rohr gesteckt und kann so an jeder Stelle des Rohrs eingesetzt werden. Durch den Einsatz der Außen-Biegefeder ist das Rohr in einem einzigen Arbeitsschritt zu biegen.
Kältemittelleitungen (1/4 - 3/8 - 1/2) aus Kupfer werden gerne mit Biegesonden aus Kunststoff gebogen. Diese haben eine hohe Flexibilität und beachtliche Konsistenz, das das Biegen des Kupferrohrs ermöglicht, ohne schädliche Engstellen zu verursachen. Die Sonden ermöglichen durch ihre Glätte und Struktur ein problemloses Einsetzen, Biegen und Herausziehen aus dem Kupferrohr. Einige Hersteller bieten Sonden mit verschieden Farben an, damit man sie besser unterscheiden kann.
Kupfer-,
Metallverbund- und
Edelstahlrohre werden in der Regel mit passenden
Biegegeräte- bzw. -maschinen gebogen.
Rohrbiegezangen sind
befestigungsfreie Zangen (Handgeräte) können für
weiche Rohre bis 22 mm Außendurchmesser eingesetzt werden. Diese Geräte mit
auswechselbaren Werkzeugteilen zum Einspannen in Schraubstöcke, Befestigen auf der Werkbank oder Freihand verwendet werden. Außerdem gibt es für größere Rohrdurchmesser
maschinell betriebene Geräte mit auswechselbaren Werkzeugteilen zur
separaten Aufstellung unabhängig von der Werkbank. Sie werden hauptsächlich bei der Serienfertigung eingesetzt.
Harte Kupferrohre können auch durch Weichglühen zum Biegen mit einem Biegegerät vorbereitet werden. Dabei muss nach den Glühen das Rohr an der Luft abkühlen. Diese Arbeitstechnik ist in Trinkwasserinstallationen bis einschließlich 28 x 1,5 mm grundsätzlich nicht zulässig.