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News vom 02.03.2018

Was die Große Koalition der Haustechnik-Branche bringen könnte

Die CDU und die CSU wollen es (jedenfalls nach dem Delegierten-Ja bei ihren Parteitagen) und die SPD wohl auch, wenn die Mitgliederbefragung vorbei ist. Dann steht fünf Monate nach der Wahl einer neuen Regierung nichts mehr im Wege.

Wird wohl bald einen erneuten Versuch unternehmen, das Gebäudeenergiegesetz zu verabschieden: der Deutsche Bundestag. <br />Bild: Deutscher Bundestag / studio kohlmeier<br />
Wird wohl bald einen erneuten Versuch unternehmen, das Gebäudeenergiegesetz zu verabschieden: der Deutsche Bundestag.
Bild: Deutscher Bundestag / studio kohlmeier

Wenn man den Koalitionsvertrag zur Grundlage nimmt, bleibt es für die Haustechnik-Branche interessant, spannend und lukrativ. Denn die bisherige Förderung im Bau wird fortgeschrieben und in einigen Bereichen sogar ausgebaut. Eine erste Einschätzung lieferten wir hier.

Eines der Kernvorhaben ist die Vereinfachung des Ordnungsrechtes. Für das Gebäudeenergiegesetz (GEG), eine Zusammenfassung von EEWärmeG, EnEV und EnEG, wird ein neuer Anlauf unternommen. Zum 1. Januar 2019 soll er schon für öffentliche Gebäude gelten und zum 1. Januar 2021 für alle Gebäude. Zwar war der bisherige Entwurf schon nicht übel, allerdings – und das ist nicht nur eine deutsche Besonderheit – immer noch zu bürokratisch.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat einen drei Seiten kurzen Entwurf dazu veröffentlicht. Dieser fordert eine Abkehr vom Prinzip der Primärenergiefaktoren, wie er bisher durch die EnEV zementiert wird, und eine Hinwendung zu den tatsächlichen CO2-Emissionen eines Gebäudes. Damit wäre er näher am EEWärmeG. Allerdings: Die Technologieoffenheit, die der Koalitionsvertrag neben Wirtschaftlichkeit und Freiwilligkeit bisher beschwört, würde darunter leiden. Denn fossile Heizungen, etwa mit Öl und Gas, würden dann deutlich schlechter gestellt als solche, die mittels erneuerbarer Energieträger Wärme erzeugen.

Brennwert wird noch gebraucht

Dazu folgende Überlegung: Der Gebäudebestand soll bis 2050 CO2-emissionsneutral sein. Bis dahin sind es noch rund 30 Jahre. Das sind mindestens zwei Investitionsintervalle für Heizungstechnik, wenn man von einer durchschnittlichen Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren ausgeht. Als Zwischenschritt kann es also durchaus sinnvoll sein, etwa bei fossilen Brennstoffen auf deutlich effizientere Brennwerttechnik zu setzen, die sofort und ohne Umstellung des Wärmeträgers eine CO2-Einsparung mit sich bringen würde.

Erst das nächste Investitionsintervall von 2035 bis 2050 würde dann ein Heizsystem erforderlich machen, das vollkommen CO2-frei ist. Dank dieser Überlegungen, die sich direkt aus dem Koalitionsvertrag herleiten lassen, dürfte das Förderaus für Brennwerttechnik, das eigentlich ab 2020 gelten sollte, vom Tisch sein.

Damit wird auch eine soziale Komponente berücksichtigt. Denn lange Zeit, aktuell und wohl auch in Zukunft ist Heizen mit Öl und Gas günstiger als mit anderen Quellen wie Fernwärme, Strom oder Solarthermie. Letztere kommt sowieso nur als Ergänzung ins Spiel. Die geringeren Kosten gelten auch für die Technik, in die zu investieren ist. Ausnahme Fernwärme: Bei der braucht es nur eine Übergabestation im Haus. Brennwerttechnik für Öl und Gas bewegt sich in einem Rahmen von 2.500 bis 3.500 Euro (ohne Installation und Tank, wie bei einer Ölheizung nötig). Damit sind diese Heizungsformen auch immer etwas fürs kleine Portmonee. Zukünftige Steigerungen bei den Brennstoffkosten sind dabei natürlich nicht berücksichtigt. Denn die kann jetzt noch niemand vorhersehen.

CO2-Bepreisung nicht in dieser Legislaturperiode

Ganz so unwahrscheinlich ist eine Besinnung auf die CO2-Emisionen eines Gebäudes dennoch nicht. Im Koalitionsvertrag heißt es: „Mögliche Vorteile einer Umstellung künftiger gesetzlicher Anforderungen auf die CO2-Emissionen werden wir prüfen. Die mögliche Umstellung soll spätestens bis zum 1. Januar 2023 eingeführt werden.“ 2023 ist die jetzt eventuell zusammenkommende Regierung allerdings nicht mehr im Amt. Wie heißt es so schön: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe gleich auf morgen.

Allerdings: Bei den einzelnen Sektoren, also denen für Strommarkt, Verkehr und Gebäude, wird der Koalitionsvertrag auch etwas konkreter: „Ein zeitlich paralleles Vorgehen soll für den Bau- und Verkehrssektor erfolgen. Damit schaffen wir die Grundlagen dafür, dass die Sektorziele 2030 erreicht werden. Auf dieser Grundlage wollen wir ein Gesetz verabschieden, das die Einhaltung der Klimaschutzziele 2030 gewährleistet. Wir werden 2019 eine rechtlich verbindliche Umsetzung verabschieden.“ Heißt: Ab 2019 wird es konkrete Vorgaben geben, wie ein Neubau zu erfolgen hat. Diese werden aber wohl kaum über das hinausgehen, was dem heute geforderten KfW-55-Standard entspricht.

Wenn doch, wären diese nur mit vereinfachter und attraktiver steuerlicher Förderung zu erreichen. Die steht so auch im Koalitionsvertrag. Doch es kommt auf die Summe der Fördermittel an. Pro Jahr wären das, heruntergerechnet auf den oben beschriebenen Bereich, 166 Millionen Euro – eindeutig zu wenig. Experten gehen davon aus, dass es gesamt zwei Milliarden Euro sein müssten. Pro Jahr wären das bis zum Ende der Legislaturperiode gut 500 Millionen Euro – also etwa das Dreifache der derzeit bekannten Summe.

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gnika7 schrieb: Hi, 1. Die 6kW sollten reichen, denke ich. Habe auch KfW40 und eine Heizlast von ca.5,6 für 320qm. Ich denke mit 6er Nibe...
hanssanitaer schrieb: Warum setzt man sich eigentlich über geltenden Normen hinweg und meint vermeintlich irgendwas besser machen zu können? Wenn...
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