Nachhaltiges Bauen ist nicht nur teurer. Es erfordert von Planern und Handwerkern auch ein anderes Herangehen, ein neues Know-how und damit letztlich eine höhere Kompetenz als bei konventionellen Bauwerken.
Das Schulungsangebot der DGNB setzt auf Präsenztermine und Onlineangebote.
Bild: DGNB Ein Holzständerbau hat nun mal kein Tragwerk aus Stahlbeton. Wer noch nie mit Holz in dieser Weise gebaut oder geplant hat, muss sich entsprechend weiterbilden und Erfahrungen sammeln. Und er muss einschätzen können, wo man auf Holz dann doch lieber verzichtet – etwa bei einer begehbaren Terrasse als Boden. Das ist logisch. Doch einfach ist das keineswegs.
Schulungen nicht nur durch Zertifizierer
Planer und Handwerker müssen sich Weiterbildungsmöglichkeiten suchen. Denn sie sollten, wenn sie nachhaltig bauen müssen oder wollen, entsprechende Qualifizierungen nachweisen. Teils werden sie von den Bundesländern angeboten, so die Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg.
Angeboten werden Weiterbildungen auch von den Zertifizierern, die im 5. Teil der Serie vorgestellt wurden. Hinzu kommen andere Anbieter, etwa die GeWeB - Gesellschaft für Weiterbildung im Bauwesen (mehr hier).
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) unterhält dafür etwa eine eigene Akademie (mehr dazu hier).
Wie bei Weiterbildungen üblich, gibt es Kurse und Einzelseminare – auch online. Dabei wird generell Wissen über nachhaltiges Bauen vermittelt, nicht nur über das Bauen mit Holz. Münden kann dies in einer Expertenausbildung. Dabei können mehrere Titel, je nach Rolle am Bau, erworben werden, so etwa der DGNB Registered Professional für Planer und Handwerker beim Berufseinstieg, aber auch für Studenten, oder der DGNB Consultant für schon langjährig am Bau Tätige, die sich auf nachhaltiges Bauen spezialisieren wollen. Ein DGNB Auditor hingegen ist für jene gedacht, die Projekte von Anfang bis Ende eng begleiten, dokumentieren und zur DGNB-Zertifizierung einreichen.
Mit Schulungen auf Stand der Technik
Überall da, wo das DGNB-Zertifikat zur Anwendung kommt – und das ist fast überall auf der Welt –, kann dann dieser Titel genutzt werden.
Die DGNB arbeitet für das hier vermittelte Wissen auch mit der Wissenschaft und den regionalen Architektenkammern bundesweit zusammen. Das soll sowohl eine fundierte Ausbildung garantieren als auch ein immer aktuelles Weiterbildungsangebot, das sich am neusten Stand der Technik orientiert. Denn auch die Erkenntnisse bei nachhaltigem Bauen sind nicht in Stein (oder besser Holz) gemeißelt – man lernt also auch hier nie aus.
Der nächste Teil am 18.08.2021 der Serie zeigt die Kosten bei der Erstellung und dem Betrieb nachhaltiger Gebäude.
Bisher erschienen im Rahmen der Themenserie folgende Beiträge: 1. Was ist nachhaltiges Bauen?
2. Wie plant man ein nachhaltiges Bauwerk
3. Welche Baustoffe kommen für nachhaltiges Bauen in Frage?
4. Welche Baumethoden eignen sich für nachhaltiges Bauen?
5. Welche Zertifikate gibt es für nachhaltiges Bauen und was muss man dafür erfüllen?
6. Wie können sich Planer und Handwerker für nachhaltiges Bauen qualifizieren?
Erscheinen demnächst:
7. Kostet nachhaltiges Bauen mehr als konventionelles Bauen?
8. Welche Vorteile bietet nachhaltiges Bauen für die Nutzer einer Immobilie?
9. Praxisbeispiele für nachhaltiges Bauen: Wohngebäude
10. Praxisbeispiel für nachhaltiges Bauen: Nichtwohngebäude
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Ein Beitrag der Redaktion vom HaustechnikDialog.