Waren Bäder früher einheitlich grau oder braun gefliest, extrem ergonomisch eingerichtet und beherbergten meist nur Waschbecken, Dusche und Wanne (die häufig schon einen Luxus darstellte), so darf es heute durchaus etwas bunter, abwechslungsreicher, individueller sein. Heute wollen wir einige Trends beleuchten, die es schon seit Jahren auf dem Bädermarkt gibt und die sich breit durchgesetzt haben.
Rücken immer näher: Wohnbereich und Bad.
Bild: raumplus Zuerst jedoch, ehe wir uns der Badmode widmen, ein Zitat: „Mode ist so hässlich, dass sie jedes Jahr neu gemacht werden muss.“ Oscar Wilde, der alte Spötter, bezog das auf die Kleidung. Doch auch im Bäderbereich wird fast jedes Jahr eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Deswegen haben wir ja schon im ersten Teil der Serie den Tipp gegeben, lieber auf zeitloses Design zu setzen. Denn ein Bad kann man nicht wechseln wie ein Kleid. Es soll ja mindestens 20 Jahre halten.
Der wichtigste und in dieser Serie schon hin und wieder erwähnte Trend ist der vom Bad als Wellness-Oase. Der setzt voraus, dass man genügend Platz für das Bad hat. Auf 1,5 x 2 Metern einen Wellness-Tempel zu installieren, ist ein wenig sinnvolles Unterfangen. Zum Wohlfühl-Tempel gehören leicht geschwungene Becken, ein Spa-Jacuzzi, eine ökologische und gleichzeitig gesundheitsfördernde Dusche und, wer noch den nötigen Platz hat, eine Sauna.
Dieser Trend befördert auch einen weiteren: Das Bad ist nicht nur Bad, sondern mehr Aufenthaltsraum oder Übergang zum Schlafzimmer oder generell den Wohnbereich. Der Übergang wird dabei geschaffen, indem Wände und Boden in beiden Räumen gleich sind. Fliesen im Schlafzimmer? Na ja, funktioniert aber. Damit wandern auch Möbel, die früher etwa in der Ankleide oder im Schlafzimmer standen, ins Bad oder den Übergangsbereich beider Räume – Kleiderschränke zum Beispiel.
Natürliche Oberflächen
Mit der Wellness hängt auch der nächste Trend zusammen: der zu natürlichen Oberflächen. Holz ist ein inzwischen sehr stark verwendetes Material zur Verkleidung der Becken oder für den Fußboden. Früher war das undenkbar, da Schäden vorprogrammiert waren. Doch heute gelingt das dank besonderer Holzbehandlung.
Oder das Holz ist gar keines, sondern Plastik, das einen auf Holz macht. Das wiederum ist natürlich extrem pflegeleicht. Auch Fliesen in Holzoptik liegen im Trend, Naturstein ist ebenfalls gut gelitten. Sie alle sollen eine Verbindung zur Natur herstellen – ein Wunsch, ohne den keine Wellness-Theorie auskommt.
Dem scheinbar entgegen steht ein anderer Trend: das Nutzen reiner, geglätteter und polierter Betonwände. Ergänzt wird dies mit Armaturen aus gebürsteten Metall. Doch auch die gute alte Fliese hat noch ihre Existenzberechtigung – und sich im Laufe der Zeit mächtig gewandelt. Sie wird – auch sehr kleinteilig – genutzt, um auf den Wänden Muster zu erzeugen. Für DIY-Fans, die doch nicht ganz so geschickt sind oder wenig Geduld haben, gibt es vorgefertigte Platten, auf denen die Muster schon „vorgefliest“ sind.
Fliesen als Muster
Fliesen können auch die Badgegenstände, also Waschbecken oder Wannen, einrahmen. Letztere stehen übrigens immer mehr frei – entweder auf Füßen oder flächig (zu den statischen Problemen bei Sanierungen haben wir uns im Teil 2 der Serie geäußert).
Trends fürs schöne Bad gibt es noch viele. Einige weitere, vor allem solche, die noch kommen werden, stellen wir im nächsten Teil der Serie am 27.11.2017 vor.
Bisher erschienen:
1.Wie man ein Bad im Neubau richtig plant
2. Wie man ein Bad im Bestand richtig plant
3. Welche Handwerkerleistungen sind nötig
4. Rechtliches/Vorschriften/Fallstricke
5. Energieeffizienz
6. Trends I
Erscheinen demnächst:
7. Trends II
8. Das altersgerechte Bad
9. Do it Yourself? Sollte man ein Bad selbst einbauen? Oder besser nicht?
10. Beispiele für schöne Bäder