Solche smarten und KNX-basierten Tastensensoren lassen sich bei einer umfassenden Sanierung im Putz einbinden.
Bild: GIRA Doch für alle anderen Komponenten gibt es heute funkbasierte Lösungen, die batteriegestützt sind. Sie sind inzwischen so weit entwickelt, dass auch verschiedene Standards miteinander kombiniert werden können. Denn sie fußen meist auf den drei großen Standards, die auch Komplettanbieter von Systemen nutzen: Z-Wave, ZigBee und EnOcean. Bei der Wahl einer funkbasierten Lösung sollte man also auf diese Standards achten. Andere Anbieter wie Apple bieten geschlossene Systeme. Für die gibt es natürlich auch das passende Zubehör. Aber das Zubehör ist nicht mit dem anderen Hersteller kombinierbar (oder nur unter großem Aufwand und mit entsprechendem Knowhow).
USB hilft bei Konnektivität
Eine Möglichkeit, das Steuerungsteil, also die Basisstation, kompatibel zu machen, ist der USB-Standard. Mit einem entsprechenden Stick kann man Geräte ebenfalls für andere Standards als den eigenen kompatibel gemacht werden. Damit können zu einem gewissen Grad auch alte Geräte, etwa im Audio-Bereich, eingebunden werden. Auch das hilft bei der Vernetzung im smarten Altbau.
Doch bei alledem kann es im Altbau auch Grenzen geben für funkbasierte Lösungen – nämlich dann, wenn die Wände zu dick sind. Hier hilft nur ein Mesh Repeater, der zum einen schwache WLAN-Signale verstärken kann. Zum anderen greifen die Komponenten bei einem Mesh-System immer auf mehrere Netze in einem Gebäude zurück und nutzen das, was optimal läuft (mehr dazu hier). Es muss also geplant werden, wo solche Verstärker nötig sind.
Kabel bei Sanierungen mit verlegen
Ist eine umfangreiche Sanierung, etwa zu energetischen Zwecken, geplant und werden deswegen die Wände mit bearbeitet, könnte allerdings auch ein Kabelnetz verlegt werden. Standard sind heute Leerrohre, die sowohl die Stromversorgung als auch die Steuerungskabel für das Smart Home aufnehmen. Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung der vorhandenen Stromleitungen zur Steuerung. Denn auch damit können Signale übertragen werden. Angeboten wird ein solches System etwa vom Schweizer Unternehmen digitalSTROM.
Gelingt die Smartness im Altbau, kann dies einen ganz bedeutenden Vorteil haben. Denn die automatisierte Steuerung von Heizung, Fenstern, Jalousien und Lüftung oder Klimaanlagen kann hier deutlich mehr Energie einsparen als in einem Neubau. Allein durch die eingesparten Energiekosten kann sich das Smart Home schon nach wenigen Jahren amortisieren. Der 10. Teil dieser Serie wird sich damit ausführlich befassen.
Man kann zwar in einem Gebäude alles smart gestalten, doch nicht alles macht für jeden Sinn. Der nächste Teil am 17.07.2020 der Serie wirft auf diese Problematik einen differenzierteren Blick.
Unsere Serie zum smarten Heim umfasst folgende Beiträge:
Bereits erschienen:
01.07.2020 - Smart Home – ein allgemeiner Überblick
03.07.2020 - Smart Home – aktuelle Trends und Entwicklungen
06.07.2020 - Wann ist ein Zuhause„smart“?
08.07.2020 - Standards für ein smartes „Home“
10.07.2020 - Welche Normen und Gesetze sind zu beachten?
13.07.2020 - Wie plant man das smarte Zuhause?
15.07.2020 - Smarte Nachrüstung beim Bestandsbau – wie geht das?
Demnächst erscheinen:
17.07.2020 - Welche Komponenten machen „smarten“ Sinn?
20.07.2020 - Ein Gebäude mit smarten Mitteln sichern?
22.07.2020 - „Smart gespart“ - Durch Smart Home Energie einsparen?
24.07.2020 - Was bringt die smarte Steuerung der Haustechnik?
27.07.2020 - "Under control" - digitale Steuerung von unterwegs und per Sprache
29.07.2020 - Beispiele für smarte Gebäude