Derzeit liegen die Baukosten bei gut 2.600 Euro je Quadratmeter. Für sozial zu nutzende Wohnungen ist das zu teuer.
Bild: epr/BetonBild Ohne Subventionen geht es nicht
Doch wie kann das gehen? Die wohl wahrscheinlichste Lösung: Der Staat buttert via neuem Bauministerium massiv zu. Die Wohnungen werden also zu normalen Preisen errichtet, die Bauherren bekommen für eine zeitlich begrenzte Sozialbindung eine Förderung. Das gibt es ja bisher auch schon.
Die Koalitionäre denken dieses Prinzip aber umfassender: „Wir werden ein „Bündnis bezahlbarer Wohnraum“ mit allen wichtigen Akteuren schließen. Wir werden zeitnah eine neue Wohngemeinnützigkeit mit steuerlicher Förderung und Investitionszulagen auf den Weg bringen und so eine neue Dynamik in den Bau und die dauerhafte Sozialbindung bezahlbaren Wohnraums erzeugen. Sie soll nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit die Struktur der etablierten Wohnungswirtschaft ergänzen, ohne diese zu benachteiligen.“
Auch ein anderer Weg wäre zumindest theoretisch möglich: geringere Baukosten. Dem stehen zwar die aktuellen Preis- und Honorarentwicklungen am Bau entgegen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat für Bauleistungen an Wohngebäuden seit 2015 Preissteigerungen von 21 % und für neue Wohngebäude von 33 % ermittelt. Normalerweise würde in solch einer Situation eher weniger gebaut. Doch das war nicht der Fall. Im Coronajahr 2020 wurde mit 306.376 Wohneinheiten ein Rekord seit 2001 erreicht.
Baukosten müssen runter
Derzeit wird in Deutschland für gut 2.600 Euro je Quadratmeter im gewerblichen Wohnbereich gebaut, was in etwa, abhängig vom Standort und Ausstattung, einer Kaltmiete von 14 Euro je Quadratmeter entspräche. Sollten die Wohnungen von sich aus auch sozial vermietbar sein, also für Preise um die 6 bis 8 Euro je Quadratmeter, müssten die Kosten auf 1.800 Euro je Quadratmeter sinken.
Aktuell ist das nicht vorstellbar. Doch es gäbe Methoden, die dies ermöglichten. Diese müssten zum einen vom Bundesbauministerium besser erforscht und auch technisch begleitet werden. Bei der Qualität lässt sich nichts einsparen. Denn deren Standards sind vorgegeben, energetisch etwa im Gebäudeenergiegesetz (GEG) und baulich in den Landesbauordnungen (LBO). Sie können nicht unterschritten werden.
Der nächste Teil der Serie am 28.02.2022 wird sich genau diesem scheinbar unlösbaren Problem widmen: Wie mehr soziale Wohnungen bei steigenden Baukosten errichten?
Bisher erschienen im Rahmen der Themenserie folgende Beiträge:
1. Warum gibt es eine neues Bauministerium und welche Probleme muss es angehen?
2. Was wird das neue Bauministerium sofort in die Hände nehmen?
3. Welche Schwerpunkte wird das Bauministerium bei der Gebäudeenergie
4. Ändert das neue Bauministerium die Förderung hin zu mehr Nachhaltigkeit?
5. Welchen Fokus bekommt nachhaltiges Bauen und wie wird sich das preislich auswirken?
6. Wie soll der Wohnungsbau vorangetrieben werden?
Erscheinen demnächst:
7. Wie wird der Zielkonflikt zwischen hohen Baukosten und sozialem Wohnungsbau gelöst?
8. Welche Änderungen sind für Nichtwohngebäude zu erwarten?
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Ein Beitrag der Redaktion vom HaustechnikDialog.