Die energetische Amortisationszeit (Energierücklauf- oder Energierückzahlungszeit) für Anlagen, die erneuerbare Energie (kostenlose und unschädliche Umweltenergie [z. B. Sonnenenergie, Wind, Wasser]) nutzen, gibt an, wann ein Energie-Netto-Gewinn erreicht wird. Oder anders gesagt, ist es die Zeit, die eine Anlage für die Gewinnung erneuerbarer Energie braucht, bis die zu ihrer Herstellung benötigte Energie erzeugt ist. Dabei sollte auch der Aufwand an Energie, die bei ihrer Herstellung (graue Energie) gebraucht wird, mit eingerechnet werden.
Die energetische Amortisationszeit ist erheblich kürzer als die finanzielle Amortisationszeit.
Die Nutzung erneuerbarer Energie ist nur dann sinnvoll, wenn die energetische Amortisationszeit erheblich kürzer ist als die Lebensdauer der Anlage. Die Vermeidung hoher Kosten für den Stromanschluss z. B. eines abgelegenen Wochenendhauses können hier eine Ausnahme sein.
Bei Anlagen, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden, wird ein Erntefaktor angegeben. Diese Anlagen können sich energetisch nie amortisieren, da sie immer neue Rohstoffe verwenden. Hier kann nur das Verhältnis von gelieferter Energie zu der beim Bau (und Wartung, Reparaturen, Rückbau) benötigten Energie angegeben werden.
| Durchschnittliche energetische Amortisationszeiten |
| Anlage | |
| Windkraft | 2,51 - 5,52 |
| Photovoltaik - kristallinen Zellen | |
| Photovoltaik - polykristallinen Zellen | 2 - 4,5 |
| Photovoltaik - monokristallinen Zellen | 4 - 6 |
| Solarthermie - Trinkwassererwärmung | ca. 1,5 |
| Solarthermie - Kombination - Wassererwärmung und Heizungsunterstützung | 2 - 4 |
| Solarthermie - Schwimmbaderwärmung | 0,25 - 1 |
| Kleinwasserkraft | 2 - 3 |
Wasserkraftwerke | 1 - 2 |
1 An den Küsten (2000 Volllaststunden)
2 Im Binnenland (900 Volllaststunden) |