Wenn ein E-Autos eine längere Zeit nicht benutzt werden soll, dann sollte man sich über die Eigenarten des Akkus informieren. Hier sind es die Behandlung des Akkus und der Akkustand bei längeren Standzeiten des E-Autos.
So belastet ein dauerhaft hoher Akkustand (100 %) die Lithium-Ionen-Zellen und kann auf Dauer die Lebensdauer der Batterie verkürzen. Zwar nimmt die Kapazität nicht sofort messbar ab, doch über Wochen hinweg entsteht sogenannter Zellstress. So empfehlt z. B. der Hersteller Renault, den Akku für längere Standzeiten nicht vollständig zu laden, sondern im mittleren Bereich zu halten.
In der Regel kann ein E-Auto problemlos mehrere Wochen stehen – egal, ob mit mittlerem oder vollem Akkustand. 1 bis 2 Wochen sind grundsätzlich unkritisch, und auch 3 bis 4 Wochen machen modernen Lithium-Ionen-Akkus kaum etwas aus. Entscheidend ist, dass das Fahrzeug bei moderaten Temperaturen abgestellt wird und keinen hohen Stromverbrauch im Ruhezustand hat.
Erfahrungen und Messungen zeigen nach 4 Wochen Standzeit einen Ladeverlust von nur 1 bis 3 %, bei manchen Modellen sogar weniger. Bleibt ein Fahrzeug also mit 50 % Ladezustand über mehrere Wochen geparkt, hat es anschließend häufig noch rund 47 bis 49 % – der Akkuverlust ist also minimal. Die Selbstentladekurven aus der Praxis verlaufen nahezu linear und sehr flach – ein Signal, wie stabil moderne Akkus in den letzten Jahren geworden sind. Das gilt übrigens auch für den Winter, denn Kälte ist für den Akku sogar weniger problematisch als Hitze. Wenn ein E-Auto länger stehen gelassen wird, dann nicht in die pralle Sonne. Dies ist nicht nur abträglich für die Lackierung und die Ausstattung im Innenraum, sondern das kann auch der Batterie schaden. Der Akku des E-Autos verliert unter Umständen ab Temperaturen über 40 °C deutlich an Kapazität.
Ein Ladezustand von rund 40 % gilt als ideal, wenn das E-Auto über einen längeren Zeitraum nicht benutzt wird. Lithium-Ionen-Akkus leiden unterhalb von 50 % am wenigsten unter dem bereits erwähnten Zellstress. Die Alterung der Batterie verläuft in diesem Bereich besonders langsam.
Und noch etwas!
Das E-Auto muss abgeabschaltet, also nicht nur verriegelt werden. Denn viele E-Autos bleiben auch im "Standby" in einem leichten Betriebszustand und das macht sich über Tage oder Wochen im Stromverbrauch bemerkbar. Also das Fahrzeug wirklich komplett ausschalten, bevor es länger steht.
Bei der Wiederinbetriebnahme des E-Autos nach längerem Stillstand muss die 12-Volt-Starterbatterie, die für die Bordelektronik zuständig ist, überprüft werden. Sie lädt sich während der Fahrt oder beim Laden des Fahrzeugs mit auf – bei längerer Standzeit kann sie sich aber entladen. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt ein sogenanntes Batterieerhaltungsgerät (Ladeerhaltungsgerät, Erhaltungsladegerät) und/oder eine Akku-Starthilfe, das die Spannung der 12-Volt-Batterie konstant hält. Alternativ kann die Batterie – falls vom Hersteller erlaubt – kurzzeitig abgeklemmt werden, um den Stromverbrauch zu reduzieren.