Im Neubau heute Standard: Solarthermie zur Warmwasserbereitung.
Bild: fy Am Markt sind Flach- und Röhrenkollektoren, auch Vakuumkollektoren genannt, erhältlich. Erstere sind günstiger und letztere, zumindest in den meisten Fällen, um bis zu ein Drittel effizienter. Hinsichtlich ihrer Entwicklung sind beide Varianten ziemlich ausgereizt. Hier nun einige Vorteile dieser Systeme (die ja jeweils die Nachteile des anderen sind).
Vor- und Nachteile
Flachkollektoren: besserer Schneeabfluss (wenn es denn hierzulande mal schneien sollte), möglicher Indach-Einbau – und das war es auch schon.
Röhrenkollektoren: Höherer Ertrag und dadurch geringerer Flächenbedarf, niedrigere Wärmeverluste, geringerer Leistungsabfall bei diffuser Einstrahlung, leichte Montage und wenn mal was kaputtgeht, muss nur eine einzelne Röhre getauscht werden.
Die Vorteile der Röhrenkollektoren sind also immens, was den höheren Preis durchaus rechtfertigt. Allerdings – sie machen auch nur dort Sinn, wo es auf Effizienz ankommt und wenig Platz vorhanden ist. Steht dieser ausreichend zur Verfügung, so wie bei großflächigen Solaranlagen, werden in aller Regel Flachkollektoren eingesetzt.
Die Effizienz von Solarthermie bemisst sich auch an der Gegend, in der sie in Deutschland steht.
Ein Wert, mit dem man dies bestimmen kann, ist der Annual collector output (ACO). Der wird für drei Standorte bei drei verschiedenen Temperaturniveaus (25°, 50°,75°) ermittelt und in einzelnen Dokumenten zu jedem Kollektortyp festgelegt. Zu finden ist er in der Solar Keymark Datenbank.
Speicher lieber größer
Doch diese Effizienz nützt nix, wenn man nicht einen geeigneten Pufferspeicher hat. Der sollte immer etwas größer gewählt werden. Für 50 % Deckungsgrad bei reiner Warmwasserbereitung reichen 1 bis 1,3 Quadratmeter Kollektorfläche und 60 bis 80 Liter Pufferspeicher je Person aus. Bei der Heizungsunterstützung sollte die Kollektorfläche das zwei- bis zweieinhalbfache davon betragen. Beim Pufferspeicher sind hier, so eine Empfehlung des BDH, 50 Liter je Person und nochmals 50 Liter je Quadratmeter Kollektorfläche einzuplanen.
Ganz schön große Speicher. Doch auch die können ein Manko der Solarthermie nicht beheben. Denn die Sonne scheint im Sommer am meisten - genau dann, wenn man keine Heizung braucht. Für die Warmwasserbereitung ist das toll. Aber leider lässt sich Wärme nicht gut speichern. Zumindest Latentwärmespeicher, etwa auf Basis einer Salzlösung, können zumindest ein Drittel der im Sommer erzeugten und gespeicherten Wärme langfristig und verlustfrei speichern. Aber das ist nur ein heißer Tropfen auf einen kalten Stein. Einen Vorteil haben die Salzspeicher: Sie sind deutlich kleiner als rein wasserbasierte. Und das schafft wiederum Platz im Heizungskeller.
Im letzten Teil unserer Serie 18.08.2017 geht es um die Vor- und Nachteile beim Bezug und bei der eigenen Erzeugung von Wärme aus erneuerbaren Energien.
Bisher erschien:
1. Die Energiewende in den eigenen vier Wänden – eine Übersicht
2. Rechtliches – Grundlagen für die Einbindung Erneeurbarer Energien
3. Eigene Stromerzeugung: Kraft-Wärme-Kopplung
4. Eigene Stromerzeugung: Brennstoffzelle
5. Eigene Stromerzeugung: Photovoltaik
6. Eigene Stromerzeugung: Stromspeicherung zuhause
7. Eigene Stromerzeugung: Vor- und Nachteile
8. Eigene Wärmeerzeugung: Biomasse
9. Eigene Wärmeerzeugung: Solarthermie
Erscheinen demnächst:
10. Eigene Wärmeerzeugung: Wärme - Vor- und Nachteile