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News vom 18.08.2017

Die Energiewende in den eigenen vier Wänden

Eigene Wärmeerzeugung: Wärme - Vor- und Nachteile

Die eigene regenerative Wärmeversorgung hat natürlich einen nicht wegzuleugnenden Vorteil: das eigene gute Gewissen, etwas für die Umwelt zu tun und auf fossile Brennstoffe wenigstens teilweise zu verzichten. Tatsächlich handelten die ersten Pioniere bei Pellets und Solarthermie in Deutschland genau aus diesen Gründen. Geld war erstmal egal, die Technologien bei Solarthermie (vor 30 Jahren) und Pellets (vor 15 Jahren) noch deutlich teurer (und ineffizienter) als heute. Ohne diese Pioniere, im Marketing-Jargon First Mover genannt, wäre es jedoch nix geworden mit der Wärmewende hierzulande.

Wer die Investition in eine Pelletanlage nicht scheut, kann zumindest bei steigenden Preisen für fossile Brennstoffe mit einer absehbaren Amortisation rechnen. <br />Bild: DEPI
Wer die Investition in eine Pelletanlage nicht scheut, kann zumindest bei steigenden Preisen für fossile Brennstoffe mit einer absehbaren Amortisation rechnen.
Bild: DEPI

Vorteil Brennstoffkosten

Doch heute müssen sich die Erneuerbaren Energien im Wärmemarkt auch wirtschaftlich beweisen. Und das tun sie in einem Bereich auf jeden Fall: den Brennstoffkosten. Pellets ist seit Jahren die billigste Art der Heizenergie (Braunkohlebriketts lassen wir mal als absolutes Nischenprodukt außen vor). Lediglich in der Absturzphase der Heizölpreise 2014 waren die kleinen Holzpresslinge teurer als eben Heizöl - aber nur für wenige Monate.

Leider befindet sich Heizöl immer noch in einer Tiefpreisphase – jedenfalls aus Sicht der Pelletfreunde. Dazu ein Blick auf die aktuellen Preise:

(Quelle: Brennstoffspiegel, 8/2017, Preise vom Juli 2017, bezogen auf eine kWh Brennwert, in Eurocent)

Pellets:
  4,51
 Heizöl:  
  4,99
 Flüssiggas:         5,66
 Erdgas:    
  5,81
 Fernwärme:  

7,61

 Heizstrom:        21,84
 

Wir sehen, dass die Preisunterschiede zur Nummer 2 im Wärmemarkt, also dem Heizöl nicht so groß sind. Etwas besser sieht der Abstand zum Erdgas, der Nummer 1 im Wärmemarkt aus, der immerhin bei 1,3 Eurocent liegt.

Doch das war nicht immer so und muss nicht immer so bleiben. Hier mal ein Vergleich zu den Preisen vom März 2014:

 Pellets:   
  5,29
 Heizöl:               7,64
 Flüssiggas:   7,70
 Erdgas: 
  6,93
 Fernwärme:   8,74
 Heizstrom: 
  19,07

Heizöl war da um gut 30 % teurer. Eine Entwicklung, die es wieder nehmen könnte.

Langsame Amortisation

Womit wir auch bei den Nachteilen wären: Die Amortisation der Mehrkosten einer Pelletanlage, die immerhin das Doppelte ihres Heizölpendants kostet, würde dann natürlich schneller erfolgen. Aber eben nur bei teureren fossilen Brennstoffkosten. Hierzu eine kleine Rechnung:

Ein vierköpfiger Haushalt braucht im Jahr in einem durchschnittlich gedämmten Haus gut 24.000 kWh Wärmeenergie. Die Einsparung bei den Brennstoffkosten durch Pellets beträgt 115 Euro jährlich. Die Mehrkosten für die Heizung hätten sich also nach 65 Jahren rentiert. Das erlebt niemand.

Nun noch die gleiche Rechnung für die Preise von 2014: Die jährliche Einsparung betrüge dann rund 360 Euro, die Amortisation würde nach 20 Jahren erfolgen. Zwar auch lang, aber durchaus erlebbar.

Wie gut hat es da die Solarthermie. Brennstoffkosten fallen keine an. Allerdings würde auch sie sich schneller amortisieren, wenn die Brennstoffe, die sie einspart, teurer wären. Die Zeiträume dafür liegen in etwa in dem Bereich unserer letzten Pelleltrechnung – also bei 20 Jahren oder zwei bis drei Jahren drunter.

Allerdings, wie wir ja aus diesem Beitrag hier wissen, ist ein Deckungsgrad von maximal 50 % sinnvoll. Die andere Hälfte der Wärme müsste also  immer noch fossil erzeugt werden. Oder mit Pellets, wenn denn ein Heizerherz sehr grün schlagen sollte.

Damit beschließen wir unsere Serie zur Energiewende in den eigenen 4 Wänden. Wir hoffen, einige Anregungen gegeben zu haben und freuen uns über eine rege Diskussion hier im Forum.

Bisher erschien:
1. Die Energiewende in den eigenen vier Wänden – eine Übersicht
2. Rechtliches – Grundlagen für die Einbindung Erneeurbarer Energien
3. Eigene Stromerzeugung: Kraft-Wärme-Kopplung
4. Eigene Stromerzeugung: Brennstoffzelle
5. Eigene Stromerzeugung: Photovoltaik
6. Eigene Stromerzeugung: Stromspeicherung zuhause
7. Eigene Stromerzeugung: Vor- und Nachteile
8. Eigene Wärmeerzeugung: Biomasse
9. Eigene Wärmeerzeugung: Solarthermie
10. Eigene Wärmeerzeugung: Wärme - Vor- und Nachteile

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