Wassertürme sind technische Bauwerke, die als massive Türme (Beton oder Ziegelstein), Stahl-Skelett-Konstruktionen oder in Holzbauweise gebaut sind. Im oberen Bereich ist ein Ausgleichsbehälter (Hochbehälter) integriert. Diese Art der Anordnung sorgt für einen gleichmäßigen Wasserdruck im Trinkwasserversorgungsnetz einer Stadt bzw. Gemeinde. Heutzutage wird aufgrund der modernen Pumpen- und Regelungstechnik die Trinkwasserversorgung direkt aus dem Wasserwerk über Erd-Speicherbehälter durchgeführt. Wassertürme gibt es in den verschiedensten Ausführungen (von einfachen Ständerbauwerken bis hin zu aufwendigen architektonisch schönen Bauwerken) und waren/sind oft das Wahrzeichen einer Gegend.
Die ersten Wassertürme wurden im 14. Jahrhundert gebaut. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in Deutschland zunehmend Wassertürme.
Im oberen Bereich vieler Türme sind Aussichtsplattformen, da sich die Türme meistens zusätzlich auf einer Anhöhe befinden und es sich dadurch um die höchste Erhebung der Gegend handelt. Im unteren Bereich sind Arbeitsräume angeordnet. Wenn die vorhandenen Wassertürme nicht abgerissen werden, bleiben sie als technisches Baudenkmal bestehen und sind als Wohn-, Bürogebäude, Hotels oder Restaurants umgebaut. Da die Wassertürme die höchsten Punkte in der Gegend sind, werden sie auch als Standort von Sendeeinrichtungen für den Rundfunk, Fernsehen und Mobilfunk genutzt.
Der Wasserstand im Behälter (meistens in runder Ausführung mit einem Fassungsvermögen bis ca. 5.000 m3), wird durch Pumpen aus einem Brunnen im Wasserwerk über einen Erd-Speicherbehälter nachgefüllt, da aus dem Wassernetz ständig Wasser entnommen wird und der Wasserpegel möglichst auf gleicher Höhe bleiben sollte. Dadurch wird der Druck im Wasserversorgungsnetz konstant gehalten. Die Wasserversorgung der an das Wassernetz angeschlossenen Gebäude erfolgt allein mit Hilfe der Schwerkraft des Wassers im Hochbehälter.
Da dieses System nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren arbeitet, darf keine Entnahmestelle in den angeschlossenen Gebäuden über dem Wasserstand im Wasserturm liegen. Um einen Mindestentnahmedruck an der höchsten Zapfstelle zu gewährleisten, muss die Höhendifferenz >10 – 15 m (> 1 bis 1,5 bar) betragen.
Bahnwassertürme Wassertürme wurden nicht nur für die
Trinkwasserversorgung eingesetzt. Ab
1840 wurden
Hochbehälter für die
Wasserversorgung der
Dampflokomotiven gebaut. Diese
Wasservorratsgefäße (ca. 400 m
3) wurden meistens in die Bahnhofsgebäude integriert. Aber auch auf den Betriebsgeländen der
Eisenbahn wurden „richtige“
Wassertürme eingesetzt.