Betonkrebs ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR). Hier reagieren alkaliempfindliche SiO2-Bestandteile der Gesteinskörnung mit den Alkali- und Hydroxid-Ionen (K+, Na+ und OH-) der Porenlösung im Beton zu einem Alkali-Kieselsäuregel. Dieses Gel ist bestrebt, Wasser aufzunehmen. Dadurch vergrößert sich das Volumen mit der Zeit so stark, dass lokal Quelldrücke auftreten, die das Betongefüge schädigen und äußerlich zu Netzrissbildung, Ausblühungen und Abplatzungen führen können. Die ersten sichtbaren Schäden treten flächig und/oder an den Rändern der Betonbauteile (z. B. Betonwände, Dehnungsfugen im Straßenbelag, Ränder an Straßenbrücken) auf .
Die AKS tritt besonders dann stark auf, wenn zur Betonherstellung Gesteinskörnungen verwendet werden, die reaktionsfähiges Siliziumdioxid enthalten und dieses mit den Alkalien im Beton reagiert.
Eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion kann in vielen Betonen ohne eine Schädigung des Betons ablaufen und ohne die Stand- bzw. Verkehrssicherheit und die Dauerhaftigkeit zu beeinträchtigen.
Normalerweise treten erst nach 5 bis 15 Jahren Schadensbilder auf. Hier wird dann die Dauerhaftigkeit des Betons beeinträchtigt, aber die Standsicherheit der betroffener Bauteile ist jedoch in der Regel nicht gefährdet.
Voraussetzungen für einen Betonkrebs sind:
• ausreichende Feuchtigkeit
• alkaliempfindliche Gesteinskörnung (siliziumdioxidhaltige Gesteinskörnungen)
• hoher wirksamer Alkaligehalt in der Porenlösung des Betons
Der Betonkrebs wird nur an Betonteile festgestellt, die mit Wasser und Bodenfeuchte in Kontakt kommen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Betonfahrbahnen, Straßenbegrenzungen, Betonbrücken, Staudämmen, Tunnel und Eisenbahnschwellen.
Ein Betonkrebs kann durch zwei Maßnahmen vermieden werden:
• Austausch der alkaliempfindlichen Gesteinskörnung
• Reduzierung des Alkaligehaltes der Porenlösung des Betons
Schadhafte Bauteile oder Straßenbelege können nur durch eine Erneuerung des gesamten Bauteils bzw. Belages saniert werden.