Eine weitere Ablagerungsursache können Kieselsäuren (Sauerstoffsäuren [z. B. Monokieselsäure Si (OH)4] des Siliciums im Wasser) sein. Silicium* (Silikatstein) führt zu unlöslichen Ablagerungen.
* Silicium (von lat. silex "Kieselstein" bzw. "Silikatstein") ist ein chemisches Element mit dem Symbol Si und der Ordnungszahl 14. Es steht in der 4. Hauptgruppe (Tetrele) und 3. Periode des Periodensystems der Elemente. Silicium ist ein klassisches Halbmetall und weist daher sowohl Eigenschaften von Metallen als auch von Nichtmetallen auf.
Reines Silicium ist ein dunkelgrau oder leicht blaugrau glänzendes Halbmetall, das ähnlich spröde ist wie Germanium, so dass man es mit einem Hammer zerschlagen kann. Dabei entstehen muschelige Bruchstücke mit Metallglanz. Silicium ist sehr hart, allerdings erreicht es nicht die Härte von kristallinem Bor. Kompaktes, kristallines Silicium bildet ähnlich wie beim Diamant eine Gitterstruktur, was die hohe Härte und Sprödigkeit erklärt. Dünne Siliciumplättchen sind durchscheinend.
Kieselsäure (SiO2) neigt, abhängig vom pH-Wert zur Bildung verzweigter Moleküle. Diese Polykieselsäuren sind kugelförmige Kristalle und nicht mehr wasserlöslich. Das Wasser wird milchig und kann gelartige Konsistenz annehmen. Kritisch sind pH-Werte unter 2, die aber im Kessel nicht vorkommen. Besonders schnell ist die Kristallbildung aber bei pH-Werten zwischen 8 und 9 und damit schon im Bereich der Kesselbetriebswerte. Die Kieselsäure führt zu säurefesten Ablagerungen, die den thermischen Wirkungsgrad einer Anlage beeinträchtigen können. Schon Ablagerungen von 0,1 mm können die Wärmeübertragung um 5 % reduzieren.
Um Silikatablagerungen zu entfernen, kann nur eine Säure (Flusssäure - Fluorwasserstoffsäure) verwendet werden. Die Flusssäure eine gefährliche Substanz. Alle Personen, die mit Flusssäure arbeiten, müssen speziell geschult sein. In dieser Schulung wird über die besonderen Gefahren und Verhaltensweisen beim Arbeiten mit Flusssäure aufgeklärt.