Die Phasenumschaltung im smarten E-Auto-Laden bezieht sich auf den Prozess des Wechsels zwischen verschiedenen Phasen des Stroms, der an das Ladegerät geliefert wird. Stromnetze arbeiten normalerweise mit drei Phasen – jede Phase liefert zu unterschiedlichen Zeiten Strom über einen spezifischen Leiter. Durch den Wechsel zwischen diesen Phasen während des Ladevorgangs kann das System den Stromverbrauch optimieren, Lastanforderungen ausgleichen und die Ladezeiten auf diese Weise insgesamt verkürzen. Diese Flexibilität stellt sicher, dass die Energienutzung effizient bleibt, insbesondere wenn mehrere E-Autos gleichzeitig geladen werden, ohne die elektrische Infrastruktur zu überlasten.
Ladekabel zu E-Autos müssen in der Lage sein, dreiphasigen Strom zu übertragen. Typ-1-Kabel unterstützen nur einphasiges Laden, während Typ-2-Kabel sowohl einphasiges als auch dreiphasiges Laden ermöglichen. Um sicherzustellen, dass das Typ-2-Kabel dreiphasiges Laden unterstützt, sollte der Stecker überprüft werden. Wenn alle sieben Löcher belegt sind, unterstützt es wahrscheinlich dreiphasiges Laden. Sind die unteren beiden Löcher leer, unterstützt es höchstwahrscheinlich nur das einphasige Laden.
Hausanschlüsse mit einem dreiphasigen Stromanschlüssen sind ideal für schnelles E-Auto-Laden. Anschlüsse in älteren Häusern oder ländliche Gegenden nutzen jedoch möglicherweise noch immer einphasigen Strom, was für die gewünschte Kompatibilität unter Umständen Aufrüstungen erfordern kann. Dies lässt sich am Stromzähler überprüfen. Wenn der Zähler eine 220V/230V-Verbindung hat, ist er nur für einphasiges Laden geeignet. Höhere Werte (380V oder 400V) unterstützen drei Phasen.
Das E-Auto und das Wallbox-Ladegerät müssen über die Fähigkeit zur Phasenumschaltung verfügen, um dynamisch zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden wechseln zu können.
Eine Phasenumschaltung steuert den Ladeprozess, indem sie die verfügbare Leistung optimal verteilt. Wer effizient laden möchte, muss den verfügbaren PV-Überschuss theoretisch immer minutengenau im Auge behalten und manuell zwischen den Phasen wechseln, sonst wird Potenzial verschenkt. Hier setzt die automatische Phasenumschaltung an. Die automatische Phasenumschaltung überwacht automatisch den verfügbaren PV-Überschuss und wechselt bei sich ändernder verfügbarer Ladeleistung zwischen der Einphasigkeit und Dreiphasigkeit - ganz automatisch. Sie müssen sich um nichts kümmern. Somit können Sie automatisch Ihren PV-Überschuss so effizient wie möglich nutzen.
In vielen Wallboxen, die einphasiges und dreiphasiges Laden ermöglichen, ist die Umschaltung manuell möglich. Das ist jedoch aufwändig, erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Flexibilität und nicht selten großer technische Versiertheit. Die automatische Phasenumschaltung hingegen funktioniert durch intelligente Steuerungselektronik innerhalb des Chargers, die kontinuierlich die vorhandene Strommenge und den Ladezustand des Fahrzeugs überwacht. Sobald sie erkennt, dass eine Phase überlastet ist oder zusätzliche Phasen zur Verfügung stehen, wechselt sie selbstständig zwischen ein-, (zwei-)* oder dreiphasigem Laden. Beim einphasigen Laden kann bereits ab 1,4 kW Überschuss geladen werden, deutlich früher als mit dem dreiphasigen Laden. Wenn mehr als 4,2 kW aus der PV-Anlage zur Verfügung steht, wechselt eine Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung automatisch in den dreiphasigen Betriebsmodus. Wir sprechen hier von einem smarten Ladevorgang, der automatisiert bestehenden PV-Überschuss bestmöglich nutzt.
Mit dieser Technologie ausgestattet bieten Charger so einen flexibleren, auf die PV-Stromproduktion ausgelegten Ladevorgang.
* Zweiphasiges Laden ermöglicht Ladeleistungen von 2,8 – 14,7 kW. Diese Art der Ladung ist aber nicht weit verbreitet, da mit ein- oder dreiphasigen Ladeleistungen fast alle Anwendungen abgedeckt werden können.
Quelle: Content Team - sonnen GmbH