Kulturelle Infrastruktur bezeichnet öffentliche und halböffentliche Einrichtungen sowie Freiräume, in denen kulturelle Produktion, Vermittlung und Teilhabe stattfinden, etwa Bibliotheken, Kultur- und Stadtteilzentren, Museen, Theater, soziokulturelle Einrichtungen, offene Werkstätten oder auch kulturell genutzte Frei- und Grünräume. Dazu zählen sowohl institutionell betriebene Orte als auch offene, niedrigschwellige und informelle Nutzungsformen.
Kulturelle Infrastrukturen ermöglichen Teilhabe und Begegnung, eröffnen Zugang zu Wissen und tragen zur Identität einer Stadt bei. In räumlicher Hinsicht funktionieren kulturelle Infrastrukturen oft als Orientierungspunkte im städtischen Gefüge. Ihre Bedeutung zeigt sich besonders dort, wo kulturelle Angebote mit Bildung, Freizeit, Landschaft oder sozialen Nutzungen verknüpft sind und dadurch neue Formen öffentlicher Nutzbarkeit entstehen. Spontane Formen der Aneignung, Vermittlungsformate, digitale Praktiken und der Anspruch auf niedrigschwellige Zugänglichkeit erweitern und wandeln die Programme und deren Raumbedarfe. Auch urbane Frei- und Grünräume gewinnen derzeit als kulturelle Infrastrukturen an Bedeutung, da sie Öffentlichkeit, Erholung und soziale Teilhabe mit stadtklimatischen Funktionen verbinden.
Dadurch rücken Orte in den Fokus, die weder institutionell festgelegt noch rein funktional gebunden sind, sondern kulturelle, soziale und informelle Nutzungen zusammenführen. Solche "Dritten Orte" werden zunehmend zu relevanten Bausteinen urbaner Kultur.
Quelle: Bundesgemeinschaft der Architektenkammern - Körperschaften des Öffentlichen Rechts e.V.