Die Konzentrationen der sich im Grauwasser befindlichen Inhaltsstoffe schwanken sehr stark und sind von zahlreichen Einflussgrößen abhängig. Vor allem sind dies die Trinkwasserqualität, der Lebensstil, die Verbrauchergewohnheiten, der Lebensstandard, die individuelle Produktauswahl (Shampoo, Duschgel, etc.), die Menge an angeschlossenen automatischen Spül- und Wascheinrichtungen (Waschmaschine, Geschirrspüler), das zu betrachtende Gebäudeobjekt (Privathaus, Hotel, Bürogebäude, etc.) und die jeweilige Tages- und Jahreszeit. Über die zu erwartenden Schmutzfrachten existieren zahlreiche Literaturwerte, die in dieser Fassung als schwach belastetes und hoch belastetes Grauwasser differenziert werden.
Das
schwach belastete Grauwasser aus Dusche,
Badewanne und Handwaschbecken enthält Haare, Hautpartikel, Hautfette, Textilflusen, Seifenrückstände, Shampoo, Zahnpasta, Rasierschaum und andere Körperpflegeprodukte sowie Spuren von Urin und Fäkalien. Daher kann dieser
Grauwasserteilstrom auch pathogene Keime beinhalten. Eine chemisch-physikalische Charakterisierung des schwach belasteten
Grauwassers ist der nebenstehenden
Tabelle 1 zu entnehmen
.Die Angaben aus dieser Tabelle können durch eigene Untersuchungsergebnisse an zwei Grauwasseranlagen der Firma GEP ergänzt werden (Tabelle 2).
Die Tabellenwerte beziehen sich stets auf absolute Mengenkonzentrationen und können bei der Planung und Auslegung von Neuanlagen als Referenzwerte herangezogen werden. Sie spiegeln die breiten Streuungen der zu erwartenden Schmutzfrachten im Grauwasser wieder, ohne jedoch Rückschlüsse auf einwohnerspezifische Schmutzfrachten und Spitzenbelastungen zuzulassen.
Das hoch belastete Grauwasser führt neben den Abflüssen aus Dusche, Badewanne und Handwaschbecken zusätzlich noch alle Abwässer aus der Küche, den Waschmaschinen, sonstigen Ausgussbecken und Bodenabläufen mit sich. Das Grauwasser aus der Küche enthält Speisereste, große Mengen an Öl und Fett sowie synthetische Detergentien aus der Geschirrspülmaschine. Manchmal kommen noch chemische Verbindungen aus Rohrreinigern und Bleichmittel hinzu. Neben den sehr hohen organischen Nährstofffrachten und Feststoffanteilen finden sich auch einige Typen von Mikroorganismen im Grauwasser, die aus der Zubereitung von rohem Fleisch und Gemüse resultieren. Das Grauwasser aus der Waschmaschine enthält sehr hohe Konzentrationen von chemischen Verbindungen aus Waschpulvern (Natrium, Phosphat, Stickstoff, Detergentien) sowie Bleichmittel, Feststoffe, Farbe, Lösungsmittel und nicht abbaubare Textilfasern. Waschmaschinenabwässer können sehr hohe Keimbelastungen mit sich führen, wenn Windeln mit gewaschen werden. In Tabelle 3 wird anlog zum schwach belasteten Grauwasser die Charakterisierung von hoch belastetem Grauwasser dargestellt.