Ungefähr
50 bis 75 % des
häuslichen Abwasseranfalls kann dem
Abwasserteilstrom
Grauwasser zugeordnet werden. Dabei entfallen rund 40% alleine auf die tägliche Körperpflege wie das Baden, Duschen, Hände waschen und Zähne putzen.
Die pro Tag und Einwohner anfallende Grauwassermenge variiert sehr stark und hängt von zahlreichen Faktoren ab. Eine wesentliche Rolle spielt neben dem vorhandenen Sanitärstandard auch die soziale Herkunft, die kulturelle Prägung sowie die religiöse Ausrichtung der Wassernutzer. Basierend auf den Veröffentlichungen des Umweltbundesamtes betrug der Trinkwasserverbrauch für das Jahr 2007 in deutschen Privathaushalten 115 l/(E*d). Der spezifische Grauwasseranfall konnte dabei auf durchschnittlich 82 l/(E*d) ermittelt werden, wohingegen beispielsweise der Grauwasseranfall in Großbritannien für das gleiche Jahr mit 115 l/(E*d) deutlich höher lag. Die Abbildung 1 gewährt einen Einblick in die prozentuale Verteilung der potenziellen Grauwasserquellen. Daraus wird deutlich, dass rund 40 % des täglichen Wasserverbrauchs in Privathaushalten dem schwach belastetem Grauwasserstrom zuzuordnen ist.
Sehr große Mengenunterschiede lassen sich bei der weiteren Differenzierung nach Privathaushalten, Wohnheimen, Hotelanlagen, Bürogebäuden, Campingplätzen oder Sportstätten erkennen. Einen Eindruck vermittelt dabei Tabelle 1, in der die Grauwassermengen aus verschiedenen nationalen Projekten zusammengestellt wurden.
Es lässt sich erkennen, dass neben dem Nutzerverhalten ebenso die zum Einsatz kommenden Wasserarmaturen einen erheblichen Einfluss auf die täglichen Grauwassermengen ausüben können. Bei fast gleicher Duschdauer kann der Grauwasseranfall je Duschbad um beachtliche 40 l variieren. Diese Tatsache erschwert im Falle einer Wiederverwendung die Auslegung einer Grauwasserananlage, da die genaue Kenntnis der täglichen Grauwassermenge eine entscheidende Dimensionierungsgröße darstellt.
Der Grauwasseranfall erfolgt über den Tag gesehen nicht gleichmäßig, sondern unterliegt deutlichen Schwankungen zwischen einem Minimum in der Nacht und einem Maximum in den Morgenstunden. In Abbildung 2 werden die klassischen Tagesganglinien für Privathäuser, Wohnheime und Hotelanlagen grafisch dargestellt. Daraus geht hervor, dass die Tagesgänge für Privathäuser und Wohnheime einen ähnlichen Gesamtverlauf aufzeigen. Jedoch sind die Zulaufspitzen in Privathäusern gegenüber den Wohnheimen deutlich stärker ausgeprägt. Die Grauwasserspitzenzuflüsse der Hotelkomplexe befinden sich eindeutig in den Morgen- sowie späten Abendstunden und weisen keinen weiteren dritten Zulaufpeak um die Mittagszeit auf.