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News vom 29.11.2017

Das Schöne Bad

Das altersgerechte Bad

Nur eines ist gewiss: Wir werden alle älter. Wer jetzt ein Bad sanieren will, sollte diese Binse nicht außer Acht lassen. Zur Barrierefreiheit hatten wir uns ja bereits geäußert. All das und ein bisschen mehr sollte auch für ein altersgerechtes Bad beachtet werden.

Klassisch eingerichtetes Bad vor …
Klassisch eingerichtetes Bad vor …
… und nach der altersgerechten Sanierung.
… und nach der altersgerechten Sanierung.
Hier beide Varianten in der Draufsicht.
Hier beide Varianten in der Draufsicht.

Eine wichtige Grundregel lautet: So viel Bewegungsfreiheit wie möglich. Das gilt nicht nur für den einzelnen Badbenutzer, sondern auch eventuell für einen nötig werdenden Pfleger oder Familienangehörigen, der einem im Alter im wahrsten Sinne des Wortes unter die Arme greift. Selbst in kleinen Bädern kann dieser Platz geschaffen werden, wenn die Badewanne rausfliegt und dafür eine Sitzdusche genutzt wird. Die schon erwähnte DIN 18040-2 gibt dabei vor, welche Flächen wie zu beachten sind.

Hier nun die wesentlichen Tipps für die einzelnen Badkomponenten.

Die Toiletten sollten nach jeder Seite mindestens 90 cm Platz aufweisen. So lange man keinen Rollstuhl oder keine andere Gehhilfe braucht, kann der Platz natürlich anderweitig genutzt werden. Erst, wenn sich die Bedürftigkeit einstellt, wird der Platz freigeräumt, ein weiterer Umbau wird dadurch vermieden. 

Viel Bewegungsfreiheit

Gerade rund um die Toilette ist es wichtig, dass genügend Bewegungsfreiraum vorhanden ist. Es sollte zumindest so viel Platz sein, dass man an beiden Seiten des WCs Stützklappgriffe montieren kann. Beim WC selbst sollte man Folgendes beachten: Normal ist eine Standard-Sitzhöhe von 42 cm. Die kann jedoch für ältere oder körperlich behinderte Personen zu niedrig sein. Deswegen sollte die Sitzhöhe auf 46 bis 48 cm angehoben werden.

Als Luxusvariante gibt es höhenverstellbare WCs, die sich bis zu 10 cm Differenz stufenlos anpassen. Für den schmaleren Geldbeutel gibt es aber auch ganz einfach Aufsätze auf die Toilettenbrillen, die die gleichen Differenzen überwinden. Zu beachten ist bei beiden Varianten, dass sie einen elektrischen Anschluss benötigen. Auch das Anbringen einer eigenen WC-Dusche ist zu überlegen, da sie die Körperpflege deutlich erleichtert und selbst Pflegebedürftige damit gut zurechtkommen und allein zur Toilette gehen können.

Für die Dusche ist zu beachten, dass der Einstieg ebenerdig ist. Im Bestand ist dies schwer nachzurüsten, wie wir schon im Teil 2 dieser Serie beschrieben habe. Ebenso zu achten ist auf Duschsitze mit einer Sitzhöhe von 48 cm und rutschhemmende Bodenbeläge, die auch einem Rollator Halt geben. Beides lässt sich jedoch auch nachrüsten. Auch Griffe in der Dusche sind wichtig. Hier muss zuvor die Tragfähigkeit der Wand untersucht werden. Gegebenenfalls muss für Verstärkung gesorgt werden, meist mittels einer Unterkonstruktion unter den Fliesen.

Falls die Badewanne doch beibehalten werden soll, gilt für sie ähnliches. Zwar gibt es Wannen, die sich zu ebener Erde begehen lassen. Falls diese aber nicht eingebaut werden können, gibt es auch spezielle Wannenlifte, deren Kosten teils von der Pflegeversicherung übernommen werden.

Waschtisch zum Sitzen

Als letztes wären noch Waschbecken und Waschtisch zu planen. Ideal als Einbauhöhe gelten 80 bis 85 cm, und das ohne Unterbau, damit ältere Menschen sich beim Waschen hinsetzen und nah genug an das Becken kommen können. Auch höhenverstellbare Waschtische gibt es.

Der Siphon unter dem Waschbecken muss extra isoliert werden, da er bei Heißwasserbeförderung für Verbrühungen auf der Haut des Sitzenden sorgen könnte. Rund um das Waschbecken sollte es genügend Ablageflächen geben. Spiegel sollten in Sitzhöhe installiert sein. Ein Duschkopf mit flexiblem Schlauch ist ebenfalls hilfreich, da man sich so im Sitzen die Haare waschen kann.

Nun noch eine gute Nachricht zum Schluss: Alle altersgerechten Umbauten im Bad sind förderfähig. Die KfW schießt mit dem Programm „Altersgerecht Umbauen“ bis zu 6.500 Euro zu. Die Pflegeversicherung kann ebenfalls einen Zuschuss bewilligen. Sie und die Krankenkassen übernehmen zudem auf Antrag zumindest teilweise die Kosten für einzelne Komponenten.

Viele Beispiele und Kalkulationen für den Umbau zum altersgerechten Bad finden sich hier.

Im nächsten Teil der Serie am 01.12.2017 wollen wir eine Frage beleuchten, die wir im Zusammenhang mit einer Badsanierung verneint haben, die aber im Neubau durchaus möglich sein könnte: Sollte man ein Bad selbst installieren oder lieber die Handwerker beauftragen?

Bisher erschienen:
1.Wie man ein Bad im Neubau richtig plant
2. Wie man ein Bad im Bestand richtig plant
3. Welche Handwerkerleistungen sind nötig
4. Rechtliches/Vorschriften/Fallstricke
5. Energieeffizienz
6. Trends I
7. Trends II
8. Das altersgerechte Bad

Erscheinen demnächst:
9. Do it Yourself? Sollte man ein Bad selbst einbauen? Oder besser nicht?
10. Beispiele für schöne Bäder

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