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News vom 29.08.2018

Bestandssanierung

Heizungswechsel

Ein Heizungswechsel ist bei einer Sanierung nicht nur sinnvoll, sondern meist auch notwendig – das haben wir schon im ersten Teil dieser Serie beschrieben.
Hauptgründe gibt es zwei: Weit über 70 Prozent aller in Deutschland noch arbeitenden Heizgeräte sind ineffizient. Sie wurden vor 1979 eingebaut, also mit Sicherheit in einem energetisch grundlegend zu sanierenden Haus. Und: Nach einer Sanierung – und das sollte diese insgesamt doch recht teure Maßnahme auf jeden Fall bringen – wird der Heizbedarf nicht mehr so groß sein. Also reicht eine kleinere Heizung oder aber gar ein komplett anderes Heizsystem. Standard sind Niedertemperaturkessel, entweder auf Erdgas- oder Heizölbasis. Sie machen rund drei Viertel aller Wärmeerzeuger aus. Wird saniert, bleibt der Sanierer meist beim angestammten Energieträger.

Saniertes und über 100 Jahre altes Gebäude, das nun von einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und Fußbodenheizungen mit Wärme versorgt wird.<br />Foto: fy
Saniertes und über 100 Jahre altes Gebäude, das nun von einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und Fußbodenheizungen mit Wärme versorgt wird.
Foto: fy

Die meisten bleiben beim alten Brennstoff

Das bietet sich aus Kostengründen auch an: Liegt ein Erdgasanschluss ohnehin an, muss dieser nicht noch mal bezahlt werden. Und bei einer Ölheizung lebt das Tanksystem meist doppelt so lange oder noch länger wie der Kessel selbst. Der Tank kann also auch weiterhin verwendet werden. Zudem ist der Tausch der Niedertemperaturgeräte oder noch älterer, mit deutlich höheren Temperaturen arbeitender Heizkessel relativ günstig. Zwar muss bei Brennwerttechnik der Schornstein mit angepasst werden, aber um die 6.500 Euro sollten die Obergrenze bei einem Heizkessel für ein Einfamilienhaus darstellen.

Man kann natürlich auch umsteigen. Denn die beiden fossilen Energien Erdgas und Heizöl haben zwei Nachteile: Zum einen sind sie politisch nicht sonderlich wohl gelitten – Stichwort Wärmewende. Zum anderen bleibt eine Abhängigkeit von Rohstoffen, die in anderen Weltgegenden gefördert und deren Preise international gemacht werden. Heizölheizer wissen ob der seit 2016 wieder deutlich steigenden Preise ein Lied davon zu singen.

Doch welche Alternativen bieten sich an? Das alte neue Heizsystem kann man auf jeden Fall mit Solarthermie kombinieren. Die Technologie ist in den letzten Jahren etwas ins Hintertreffen geraten, ist aber technisch ausgereift. Solarthermie kann im Sommer die komplette Warmwasserbereitung gewährleisten und in der Übergangszeit bei entsprechender Auslegung sogar einen Teil der Heizlast übernehmen. Für die Warmwasserbereitung eines 140 m2 großen Hauses kosten Systeme etwa 3.000 Euro, mit Heizungseinbindung gut das doppelte.

Solarthermie lohnt nicht immer

Doch sie ist nicht in jedem Falle lohnenswert. Streng genommen lohnt Solarthermie nur, wenn genügend Personen im Haus leben – eben mit einem entsprechenden Bedarf an Warmwasser (Jugendliche etwa baden und duschen meist recht ausgiebig) oder Heizungswärme. Bei einer Umrüstung von Omas altem, 100 m2 großen Bungalow zur Altersresidenz in trauter Zweisamkeit mit der geliebten Gattin loht sich Solarthermie kaum.

Lohnen kann sich aber etwas anderes: Biomasse in Form von Holz ist sowieso die beliebteste erneuerbare Energiequelle für Wärme. Ein Kamin für Scheitholz oder Pellets mit Wassertasche, der teilweise oder sogar ganz die Heizlast in der Übergangszeit übernehmen kann, spart Öl und Gas. Auch hier muss ein Schornstein mitgerüstet werden. Doch die Kosten dafür sind übersichtlich. Sparfüchse können das mit gut 1.000 Euro bewältigen. Und das schicke und behagliche abendliche Lagerfeuer gibt es auch noch umsonst.

Doch Fußbodenheizung nachrüsten?

Zum Schluss noch ein System, dem im Sanierungsfall viele Vorurteile anhaften – die Wärmepumpe. Auch sie kann an bestehende Heizkörper angeschlossen werden. Optimaler läuft sie jedoch mit einer Fußbodenheizung. Hier gilt: Ist die Sanierung eh grundlegend und bezieht auch die Fußböden mit ein, kann über ein solches System nachgedacht werden. Denn zur Nachrüstung einer Fußbodenheizung gibt es ganz praktikable Systeme. Bei dem einen werden die Führungen für die Wärmeleitungen in den Fußboden eingefräst – ohne großen Dreck zu machen. Beim anderen werden Noppensysteme von etwa drei bid vier Zentimetern Höhe verwendet. Man verliert also kaum etwas an Raumhöhe. Die Kosten für die Fußbodenheizung liegen bei etwa 12.000 Euro (auf eine Wohnfläche von 140 m2 gerechnet) und für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bei etwa 7.000 Euro.

Wechseln kann man bei einer Sanierung auch Kloschüssel, Waschbecken, Wanne und Dusche. Das kann sich auch energetisch lohnen. Wie, das zeigt der nächste Teil "Wechsel Sanitär/Wasser" dieser Serie am 31.08.2018.

Bisher erschienen:
1. Bestandsanierung im Überblick
2. Rechtliches
3. Förderungen
4. Dämmung außen
5. Dämmung innen
6. Dacherneuerung
7. Fensterwechsel
8. Heizungswechsel

Erscheinen demnächst:

9. Wechsel Sanitär/Wasser
10. Wechsel Elektrik
11. Eigene Energieerzeugung
12. Praxisbeispiele
Aktuelle Forenbeiträge
Remmi Demmi schrieb: ... die neuen sind eben voreinstellbar und wohl zwingend erforderlich...
Subusi schrieb: Suche korrekte Modbus-Registertabelle für Deye SUN-10K-SG05LP3-EU-SM2 Hallo...
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