Wenn man davon redet, ein Heim smart sicher zu machen, geht es immer um zwei Aspekte: Zum einen um die tatsächliche, physische Sicherheit des Heimes, also etwa den Schutz vor Einbrüchen oder Feuerschäden, und zum anderen um die Sicherheit der erhobenen und verwendeten Daten, die alle smarten Komponenten im Haus betreffen. Beide Aspekte sollen heute beleuchtet werden.
Bewegungsmelder können zwar Einbrüche registrieren, verhindern kann sie jedoch nur ein entsprechender baulicher Einbruchschutz.
Bild: sandid / Pixabay Das sichere und smarte Heim
Sicherheitskomponenten sind im Smart-Home-Markt der Renner. Schutz vor Einbrüchen oder vor Feuerschäden stehen ganz oben auf der Wunschliste vieler Eigenheimbesitzer, aber auch von Wohnungsunternehmen. Von denen denken immerhin 40 Prozent darüber nach, in den nächsten Jahren die Wohnungen ihrer Mieter smart auszurüsten.
Doch nicht alles, was sich smart machen lässt, ist auch sinnvoll. Die kritischen Komponenten Türen und Tore haben wir bereits in Teil 8 der Serie beleuchtet. Dennoch lässt sich mit bestimmten Komponenten ein Heim sicherer machen, auch wenn es absolute Sicherheit nicht gibt. Dazu gehört aber auch vor allem auch ein physischer Einbruchschutz an Fenstern und Türen. Ohne den nützen die beste Alarmanlage oder der sensibelste Bewegungsmelder nichts. Sie melden zwar den Einbruch oder den Brand, mehr aber auch nicht. Besser wäre es ja, ihn auch von vornherein schon bautechnisch zu vereiteln.
Der Handel bietet hierfür geeignete Sets an, die etwa zum Rauchschutz einen Warnmelder inklusive Messung der Luftqualität beinhalten, der sich wiederum mit einer Sprinkleranlage verbinden ließe. Die muss aber eben richtig installiert werden – wie das zu geschehen hat, findet sich hier. Gegen Einbruch enthalten solche Sets Bewegungsmelder sowie Fenster- und Türkontakt-Aktoren. Stromleitungen sind für solche Komponenten nicht nötig, da sie mit Batterien funktionieren. Allerdings lassen sie sich dadurch auch nur in Funknetze einbinden, sind also anfälliger für Manipulationen.
Mit Bewegungssensoren lassen sich auch Szenarien simulieren, die etwa ein bewohntes Haus vortäuschen, wenn die Bewohner im Urlaub sind, etwa via smarter Steuerung durch regelmäßiges Anschalten des Lichtes am Morgen und am Abend.
Vom Handel werden solche Systeme komplett angeboten zu Preisen zwischen 300 und 700 Euro. Bei einem Test der Stiftung Warentest von 2018 schnitt jedoch nur eines der Kompaktsysteme befriedigend ab. Besser wäre es also, sich hier von einem Fachmann beraten zu lassen. Auf jeden Fall sollten Systeme zum Eigentumsschutz der Norm EN50131 Alarmanlagen – Einbruch- und Überfallmeldeanlagen entsprechen.
Die sicheren Daten
In einem smarten Heim fallen jede Menge Daten an, die Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten der Nutzer zulassen. Deswegen sollten diese Daten auch nicht in die falschen Hände gelangen. Dabei laufen die Daten in jedem Falle auf, zum Teil bei den Herstellern, oder, wenn man sein Haus fernwarten lässt, beim beauftragten Unternehmen. Mit diesen kann man Vereinbarungen zur Datensicherheit treffen, mit Hackern jedoch nicht. Denn die können sich, bei Funknetzen einfacher als bei kabelbasierten Systemen, in die Daten einhacken und das smarte Heim manipulieren. Passiert ist dies schon in Finnland im November 2017, als Hacker dort die Heizungsanlagen mehrerer Wohnblocks ausfallen ließen.
Deswegen sollten in jedem smarten Heim ganz banale Sicherheitsstandards beachtet werden. Dazu gehören etwa die Änderung des werkseitig vorgegebenen Standardpasswortes bei Installation sowie später auch die regelmäßige Änderung des selbst vergebenen Passwortes, eine verschlüsselte Datenübertragung und ein separates Netzwerk. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat hier die wesentlichen Empfehlungen zusammengestellt.
Ein weiterer, sehr konkreter Nutzen eines Smart Homes ist die Energieeinsparung. Sie kann auch für eine schnelle Amortisierung des gesamten smarten Systems sorgen. Darum soll es im nächsten Teil der Serie am 22.07.20 gehen.
Unsere Serie zum smarten Heim umfasst folgende Teile:
Bereits erschienen:
01.07.2020 - Smart Home – ein allgemeiner Überblick
03.07.2020 - Smart Home – aktuelle Trends und Entwicklungen
06.07.2020 - Wann ist ein Zuhause„smart“?
08.07.2020 - Standards für ein smartes „Home“
10.07.2020 - Welche Normen und Gesetze sind zu beachten?
13.07.2020 - Wie plant man das smarte Zuhause?
15.07.2020 - Smarte Nachrüstung beim Bestandsbau – wie geht das?
17.07.2020 - Welche Komponenten machen „smarten“ Sinn?
20.07.2020 - Ein Gebäude mit smarten Mitteln sichern?
Demnächst erscheinen:
22.07.2020 - „Smart gespart“ - Durch Smart Home Energie einsparen?
24.07.2020 - Was bringt die smarte Steuerung der Haustechnik?
27.07.2020 - "Under control" - digitale Steuerung von unterwegs und per Sprache
29.07.2020 - Beispiele für smarte Gebäude