Wenn bei einem Fließverhalten ein linearer Zusammenhang zwischen Deformations- und Spannungstensor nicht gegeben und/oder die
Viskosität zeitabhängig ist, dann spricht man von einem
nicht-Newton'sches Fließverhalten.
Dies kann bei Mittel- bis hochviskose Flüssigkeiten und Mehrphasensysteme mit großem Anteil der Partikelphase vorkommen.
Nicht-Newton'sches Fließverhalten wird bei folgenden Flüssigkeiten beobachtet
- Abwasserschlamm
- Fäkalien
- Mörtel
- Getreidekornsuspension in Wasser
- Gasruß in Ölfirnis
- Zahnpasta
- Seifenlösungen
Bei zahlreichen Farben und Lacken ist die
Viskosität zeitabhängig. Dabei kann man ein thixotropes Verhalten beobachten. Beim Rühren mit konstanter Winkelgeschwindigkeit lässt sich zunächst ein sehr großer Widerstand beobachten, während nach einiger Zeit die
Viskosität deutlich abnimmt und gegen einen unteren Grenzwert strebt.
Aber auch viele industrielle Schlämme [Suspensionen von Kalk (Mörtel) und Kreide (Zahnpasta)] zeigen viskoplastisches Verhalten. Unterhalb der Fließspannung (Fließgrenze) verhalten sie sich wie Festkörper und darüber hinaus wie Flüssigkeiten.
Auf der anderen Seite verhalten sich Lösungen und Schmelzen vieler hochpolymerer Stoffe sowie Suspensionen mit länglichen Partikeln wie
Kautschuke und Seifenlösungen strukturviskos. Die
Viskosität dieser Flüssigkeiten nimmt mit steigender Schergeschwindigkeit ab.