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News vom 22.02.2018

Erneuerbare Energien im Wärmemarkt

Heizen mit PV-Strom via Wärmepumpe

Die Energiewende ist im Stromsektor am weitesten fortgeschritten. Also ist es durchaus eine Überlegung wert, wie man mit Strom heizen könnte. Legt man den aktuellen Strommix zugrunde, würde der Anteil an erneuerbaren Energien dann automatsch schon bei 37 Prozent liegen. In einzelnen Bundesländern wie Schleswig-Holstein kann man getrost von 100 Prozent ausgehen.

In diesem Firmengebäude versorgt eine PV-Anlage die Wärmepumpe, die die komplette Heizlast abdeckt. Bild: Seleq / Aumer
In diesem Firmengebäude versorgt eine PV-Anlage die Wärmepumpe, die die komplette Heizlast abdeckt. Bild: Seleq / Aumer
Nun ist heizen mit Strom hierzulande – im Gegensatz zu unseren Nachbarn in Frankreich – kaum verbreitet. Die Nachtspeicheröfen, in den 70ern noch als fortschrittliche Heizung schlechthin gefeiert, sterben langsam aus. Zu ineffizient, zu teuer ist der Brennstoff Strom. Bleibt nur die Wärmepumpe. Im Neubau liegt diese Technologie nach der Gas-Brennwerttechnik auf dem zweiten Platz, meist als Luft-Wasser-Wärmepumpe. 78.000 wurden allein letztes Jahr in Deutschland verbaut, nimmt man alle drei Varianten, also die auf Erdwärme, Wassertemperatur oder eben der Umgebungstemperatur der Luft basieren, zusammen. Das war ein bisheriger Rekord. Hier die Absatzzahlen im Überblick (Angaben: BWP):

Strom aus fossilen Quellen und Atomkraft

Doch auch das kann über ein Manko der Wärmepumpe nicht hinwegtäuschen. Der Strommix, so gut er sich auch anhört, bedeutet auch, dass knapp zwei Drittel des Stromes entweder aus Kohle- oder Atomkraftwerken kommen. Das ist auch rechtlich in der EnEV manifestiert. Technologien, die den Strommix nutzen, werden mit einem Primärenergiefaktor belegt, der sich zum einen aus diesen nichterneuerbaren Quellen (1,8) zusammensetzt und zum anderen aus regenerativen Mengen (0). Rechnet man nun beides anteilig bezogen auf den Strommix zusammen, käme man auf 0,77. Das liegt nur wenig unter dem Bereich, in dem auch eine Öl- und Gasheizung angesiedelt ist (1,1). Will man eine Wärmepumpe mit einem niedrigeren Primärenergiefaktor, hilft also nur, rein regenerativ erzeugten Strom zu nutzen. Doch das ist nicht so einfach. Letztlich bedarf es einer Kombination aus drei an sich schon teuren Komponenten:

  • Eigene Stromerzeugung mittels PV-Anlage
  • Batteriespeicher
  • Wärmepumpe

Diese drei Komponenten bedürfen zudem einer intelligenten Steuerung. Dabei muss die Leistungsaufnahme der Wärmepumpe an die Leistungsabgabe der Photovoltaikanlage angepasst sein. Nur dann fallen der Eigenverbrauchsanteil und der Solarstromanteil der Wärmepumpe so groß wie möglich aus. Eine einfache Kopplungsmöglichkeit dafür ist die Funksteckdose. Sie misst automatisch die Leistungsaufnahme abhängig von der Tageszeit und lernt daraus, wann welche Energiemenge benötigt wird.

Abdeckung im Winter schlecht

Doch selbst dann wird ein Hauptnachteil dieser Kombination nicht gänzlich verschwinden: Gerade im Winter, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist, ist die PV-Produktion am niedrigsten. Ein voller Batteriespeicher kann das bei richtiger Auslegung drei bis vier Tage abfedern. Scheint die Sonne jedoch länger nicht, dann hilft nur ein Rückgriff aufs öffentliche Netz und den dortigen Strommix. Wobei man wieder am Anfang wäre.

 Dazu noch eine Rechnung: Strom, der so selbst produziert, gespeichert und verbraucht wird, kostet etwa 20 Eurocent je kWh. Das ist zwar deutlich günstiger als der aktuelle Bundesdurchschnittspreis von rund 30 Eurocent je kWh. Aber wirtschaftlich gewonnen ist dadurch nichts, denn bundesweit gibt es Tarife für Wärmepumpenstrom, die bei etwa 20 Eurocent je kWh und teilweise sogar darunter liegen. Immerhin ist aber die Selbstversorgung eine Möglichkeit, sich von zukünftig steigenden Strompreisen aus dem Netz abzukoppeln.

Im letzten Teil am 26.02.2018 unserer Serie führen wir die verschiedenen und teils üppigen Förderungen auf, die für Heizen mit erneuerbaren Energien vom Staat gezahlt werden.

Diskussion/Meinungsaustausch zum Artikel finden Sie hier: https://www.haustechnikdialog.de/Forum/Diskussion-zum-HTD-Artikel-Heizen-mit-PV-Strom-via-Waermepumpe

Bisher erschienen:
1 Erneuerbare Energien im Wärmemarkt – eine Übersicht
2 Rechtliche Voraussetzungen
3 Holz im Wärmemarkt I - Kaminholz
4 Holz im Wärmemarkt II - Pellets
5 Holz im Wärmemarkt III - Holzbriketts
6 Holz im Wärmemarkt IV - Hackschnitzel
7 Bioheizöl und Biogas
8 Solarthermie
9 Heizen mit PV-Strom via Wärmepumpe
10 Förderungen

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Remmi Demmi schrieb: ... die neuen sind eben voreinstellbar und wohl zwingend erforderlich...
Subusi schrieb: Suche korrekte Modbus-Registertabelle für Deye SUN-10K-SG05LP3-EU-SM2 Hallo...
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