Der Heizwert (Hi) (H inferior) ist die Energie, die bei einer vollständigen Verbrennung frei wird, wenn der Wasserdampf in den Rauch- oder Abgasen nicht kondensiert. Der aus der Verbrennung entstandene Wasserdampf bleibt gasförmig. Alte Bezeichnung "unterer Heizwert Hu"
Der Heizwert eines Brennstoffes war in früheren Zeiten deshalb wichtig, da es zwingend notwendig war, den Wasserdampf im Abgas durch hohe Abgastemperaturen gasförmig zu belassen, um eine mögliche Korrosion des Heizkessels oder ein Versotten des Schornsteines zu verhindern.
Der Heizwert ist eine theoretische Größe, die nicht direkt experimentell bestimmt werden kann, da hier angenommen wird, dass nur gasförmige Verbrennungsprodukte entstehen. Experimentell bestimmt man den sog. Brennwert eines Stoffes. Die Brennstoffprobe wird in einem geschlossenen Gefäß in einer reinen Sauerstoffatmosphäre bei einem Druck von 30 bar verbrannt. Aus der Temperaturerhöhung des Systems, dem Gewicht der Probe und der Wärmekapazität des Kalorimetersystems lässt sich der Brennwert errechnen. Man bezeichnet diese Art von Kalorimeter auch Bombenkalorimeter. Der Brennwert liegt meist etwa 10 % über dem Heizwert eines Stoffes.
Der spezifische Heizwert (untere Heizwert) eines Brennstoffs, Kraftstoffs oder Treibstoffs gibt an, wie viel Energie in Form von Wärme bei der Verbrennung pro Kilogramm des Stoffs gewonnen werden kann. Anders als beim Brennwert wird hierbei angenommen, dass die entstehenden Verbrennungsgase zwar auf 25 °C abgekühlt werden, der enthaltene Wasserdampf aber nicht kondensiert wird, die Anlage also gasförmig verlässt. (Entgegen einer landläufigen Meinung ist Wasser unterhalb von 100 °C nicht notwendigerweise flüssig; Luft kann auch bei tieferen Temperaturen eine gewisse Menge Wasserdampf aufnehmen, wie auch der Artikel über Luftfeuchtigkeit erklärt.) Die meisten Heizkessel und Verbrennungsmotoren geben das entstehende Wasser gasförmig ab (allerdings bei höheren Abgastemperaturen). Die Kondensationswärme kann so nicht gewonnen werden.
Die Grundeinheit für den Heizwert ist J/kg (Joule pro Kilogramm), üblich sind MJ/kg (Megajoule pro Kilogramm). Häufig sind jedoch auch Angaben in kWh/kg (Kilowattstunden pro Kilogramm). Die Umrechnung ist einfach: 1 kWh = 3,6 MJ. Mit Hilfe der Dichte (in kg/l) lässt sich der Heizwert auch in die Energie pro Liter umrechnen.
Der manchmal gebrauchte Begriff Energiedichte ist weniger präzise; es ist dann nicht völlig klar, ob der Heizwert oder der Brennwert gemeint ist.
Quelle: Dr. Rüdiger Paschotta