Viele Einbrecher (vor allen Einbrecherbanden) gehen systematisch vor. Sie suchen nach lohnend aussehenden Objekten, beobachten diese ein paar Tage lang und versuchen den Tagesrythmus der Bewohner zu analysieren, um herauszufinden, wann ein Einbruch möglichst ungefährlich ist. Nachdem die Einbrecherbande mögliche Objekte gefunden hat, werden Zeichen (Gaunerzinken - Geheimzeichen) an der Hausmauer neben oder an der Eingangstür, auf der Auffahrt oder auf dem Gehweg platziert. Die Bedeutung der Gaunerzinken sind Regional unterschiedlich bzw. die Banden verwenden verschiedene Zeichen (Gaunersprache).
Solche "Kritzeleien" sind also nicht von Kindern gemalt, sondern sie geben den Einbrechern Informationen zum Objekt. Wer solche Zeichnungen sieht, sollte es sofort der Polizei melden, damit diese etwas unternehmen kann.
Mit modernen Gaunerzeichen können Einbrecher herausfinden, ob Hausbewohner zu Hause oder verreist sind. Denn in ein verlassenes Haus bricht es sich leichter ein. Zu den neuen Zinken zählen beispielsweise:
• Ein Stück Plastik oder Papier, das zwischen Tür und Rahmen geklemmt wird
• Werbezettel oder Flyer, die ebenfalls in die Tür geklemmt werden
• Ein durchsichtiger Klebestreifen über dem Türschloss
• Das Verrücken von Gegenständen (z .B. Mülltonnen oder Blumentöpfen)
• Naturmaterialien wie Steine, Zweige oder Blüten, die vor die Haustür gelegt werden
Wenn die entsprechenden Dinge auch am nächsten Tag unverändert sind, weiß der Kundschafter, dass niemand zu Hause ist.
Moderne Gaunerzinken bzw. Gaunerzinken 2.0
Viele Kriminelle haben sich heute auf "digitalen Einbruch" spezialisiert. Dabei setzen sie auch auf das sogenannte "Warchalking" (zusammengesetzt aus "War" = Krieg und "Chalking" = mit Kreide zeichnen). Dafür spionieren sie aus, an welchen Häusern offene und ungesicherte WLAN-Netzwerke zu finden sind. Diese kennzeichnen sie für andere Kriminelle mit halbkreisförmigen oder kreisförmigen Symbolen an Laternenmasten, dem Straßenpflaster oder an Häusern. In den Codes sollen sogar Netzkennungen und Kennwörter verschlüsselt sein, um sich in geschlossene Netzwerke einzuwählen.
Warchalking ist die visuelle Ergänzung zum Wardriving, bei dem man mit spezieller Software in einem Auto oder zu Fuß nach WLAN-Netzwerken sucht.
So können Einbrecher Heimnetzwerke einfach hacken und auf verschiedene Geräte zugreifen. Sind in einem Smart Home auch Alarmsysteme oder digitale Türschlösser mit dem Netzwerk verbunden, haben die Kriminellen auch darauf Zugriff und verschaffen sich so Zugang zum Haus. Diese Zeichen am Haus sind daher ein dringender Grund, sich intensiv mit der Sicherheit des eigenen Netzwerkes auseinanderzusetzen.