Die Grundlage für die Einführung von Rettungspunkten (sie werden auch Rettungstreffpunkt, Notfall-Treffpunkt oder Anfahrtspunkt für Rettungsfahrzeuge genannt [Emergency access point]) war, in Notfällen die Rettungsfahrzeuge (Rettungswagen, Polizei, Feuerwehr) schneller an den richtigen Ort zu leiten. Die Stellen sind mit Schildern ausgestattet, auf denen die Euronotrufnummer 112 und ein Referenzcode angegeben sind.b
Die Schilder sind nicht genormt und regional unterschiedlich beschriftet. In Deutschland wird ein weißes Kreuz auf grünem oder rotem Hintergrund verwendet. Der Referenzcode kann ein Kfz-Kennzeichen oder eine Kennnummer für den Landkreis mit einer fortlaufenden Rettungspunkt-Nummer nachgestellt sein. Diese Daten sind bei der Rettungsleitstelle in entsprechenden Karten (z. B. forstliche Rettungspunkte) eingetragen.
Die ersten Rettungspunkte wurden eingeführt, um die Hilfe von Waldarbeitern in Notsituationen zu verbessern und Rettungsfahrzeuge schneller an den richtigen Ort zu leiten. Da sich dieses Rettungssystem bewehrt hat, wurden die Schilder auch z. B. für Wanderer, Radfahrer und in Zusammenarbeit mit der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.), THW (Technisches Hilfswerk) und Feuerwehr zur Wasserrettung eingeführt.
Auch in diesem Bereich hat die digitale Technik Einzug gehalten. Von den Forstbetrieben wurde eine Infrastruktur zur Rettung Verunglückter geschaffen. Hier ist der ausgewiesene Rettungspunkt im Wald ein wesentlicher Bestandteil dieser Struktur.
Zur Ermittlung der eigenen Position muss das GPS und somit die Gerätehardware über eine native App angesprochen werden. Bei einer lückenhaften Netzabdeckung im Wald müssen die Koordinaten der Rettungspunkte auf dem mobilen Gerät (Smartphone bzw. iPhone oder Tablet-PC) gespeichert werden. So kann ein Verunglückter auch ohne Datenkonnektivität (Datenvernetzung) und somit ohne Karte oder Luftbild einen Rettungspunkt erreichen. Die App kann natürlich auch bei Freizeitaktivitäten (Spaziergänger, Hundehalter, Wanderer, Jogger, Radfahrer, Mountain-Biker, Reiter) eine schnelle Hilfe im Notfall bieten.
Die steigende Zahl von Waldbränden bedient sich dieser neuen moderne Konzepte bei der Brandbekämpfung.
Auch am Strand von St. Peter-Ording gibt es Rettungspunkte, die immer wieder, besonders bei Nebel, hilfreich sind. Nur muss man sich die Angabe merken.