Rohr mit Sand füllen
Damit das Rohr beim Biegen nicht seinen
kreisrunden Querschnitt verliert, füllt man es vor dem Erwärmen mit Sand. Hierzu nimmt man einen nicht zu
feinen, trockenen Fluss- oder Quarzsand. "Normaler" Sand eignet sich nicht, weil er an der Rohrwandung festbrennt und sich schwer entfernen läßt. Wichtig ist, dass der Sand trocken ist, damit sich gut verdichten läßt und sich beim Erwärmen kein
Wasserdampf bildet.
Ein
Rohrende wird mit einem
Papierpfropfen verschlossen. Ein Holzstopfen würde beim Einspannen in den Schraubstock störend sein. Auch sollte diese Seite an der Naht mit Speckkreide markiert werden, damit die Naht beim Einspannen beachtet wird und die verdichtete Seite erkennbar ist. Der Sand wird eingefüllt und mit einem
Rütteleisen (
Pumpenzange geht auch) verdichtet bis der Sand nicht mehr absackt. Beim Einfüllen sollte man darauf achten, dass der Sand sauber ist und keine Fremdstoffe im Sandbehälter sind. Danach wird das obere Ende auch mit einem Papierpfropfen verschlossen.
Wenn der erste Bogen dicht am
Rohrgewinde des unteren
Rohrendes gebogen werden soll, dann wird auf das Gewinde ein
Biegestück als Verlängerung aufgeschraubt. Dabei sollte man ein wenig Fermit auf das Außengewinde aufgetragen, damit die Muffe nicht festbrennt. Das Biegestück wird auch mit Sand gefüllt.
Der Biegevorgang wird beim
Biegen eines 90°-Bogens beschrieben.
Biegen ohne Sandfüllung Kleine Rohrdurchmesser können auch ohne Sandfüllung gebogen werden. Diese Art des Biegens bedarf aber viel Erfahrung, damit der Rohrquerschnitt nicht flach wird. Deswegen ist eine Sandfüllung zwar ein wenig aufwendiger, aber man ist dann auf der "sicheren" Seite. Was besonders in Zwischen- und
Gesellenprüfungen zu empfehlen ist.
Das Rohr kann nach dem Erwärmen im
Schraubstock oder mit einem
Feilkloben in Form gehalten werden. Das angewärmte Rohr wird zuerst ca.
30° auf beiden Seiten angebogen und wobei das Rohr jeweils umgespannt werden muss. Danach spannt man den Bogen in den
Schraubstock ein und biegt beide Seiten gleichmäßig zum fertigen Bogen. Diese Bogen lassen sich natürlich nur mit kurzen Rohrstücken biegen.
Bei längeren Rohrstücken und wenn mehrere Bogen in einem Stück hergestellt werden sollen, die man nicht im Schraubstock biegen kann, läßt man das Rohr eingespannt und presst mit einem
Feilkloben die Bogenmitte auf die Größe des Außendurchmessers des
Rohres zusammen. Nun wird mit
Zug und
Gegendruck der Bogen fertiggebogen und ausgerichtet.
Natürlich kann man größere
Rohre mit großen Biegeradien auch mit einer
hydraulischen Rohrbiegemaschine biegen. Hier sind die Arbeitsanleitungen der Hersteller zu beachten!