Vergleichbar zu den Begriffen Heiztag bzw. Heizgradtage bzw. Gradtagszahl (nach VDI 2067), die als Maß zur Abschätzung des Wärmebedarfs in der Heizperiode verwendet werden, wird als Maß zur Abschätzung des Kühlenergiebedarfs die Begriffe Kühltag bzw. Kühlgradtag verwendet.
Der Energiebedarf von Gebäuden mit dem Blick auf Kühlung wird über den wetterbasierten technischen Index "Kühlgradtage" betrachtet. Der Index gibt eine fiktive Größe an, nicht die Zahl der Tage an, an denen Gebäude gekühlt werden. An einem Kühltag liegt die mittlere Tagestemperatur bei > 18,3 °C oder mehr. Kühlgradtage ermöglichen Rückschlüsse auf den wetterbedingten Energiebedarf für die Gebäudekühlung. Dabei handelt es sich um die Summe der täglich ermittelten Differenz zwischen einer angestrebten Raumlufttemperatur von 18,3 °C und der mittleren Tagestemperatur aller Kühltage. Es hat sich herausgestellt, dass sich die Anzahl der Kühltage und Kühlgradtage in den letzten Jahrzehnten aufgrund des Klimawandels stark zugenommen haben.
Es wird beobachtet, dass es zu einer wachsenden Zahl an Sommer- und Hitzetagen (Tageshöchsttemperatur 25 °C bzw. 30 °C oder mehr) und mehr Tropennächten (Minimumtemperatur nicht unter 20 °C) gekommen ist und gleichzeitig die Zahl der Frost- und Eistage (Temperaturminimum bzw. -maximum unter 0 °C) abnimmt.
Die hohen Temperaturen und lang andauernde Hitzeereignisse führen in den Sommermonaten zu höheren Anforderungen an den Wärmeschutz und Kühlbedarf von Gebäuden. Die Folge ist, dass immer mehr gewerbliche Einrichtungen und private Hausbesitzer eigene Klimageräte einsetzen.
Im Vergleich zur Kühlung über dezentrale, konventionelle Hausklimaanlagen würde der Einsatz von Fernkälte bis zu 70 % des Stromverbrauchs einsparen und auch die CO2-Emissionen entsprechend reduzieren.
Hohe Sommertemperaturen und andauernde Hitzeereignisse führen in den Ländern der EU zu steigenden Anforderungen an den Kühlbedarf von Gebäuden: Dies zeigt die Zeitreihe zu den Kühlgradtagen. Zwischen 1979 und 2022 ist der Indexwert für die Kühlgradtage in der EU um mehr als das dreifache angewachsen, von 36,56 auf 139,59. Bei dem Index handelt es sich um eine fiktive Größe, er gibt nicht die reale Zahl der Tage an, an denen Gebäude gekühlt werden müssen.
quelle: Statista GmbH