Eine Fallböe (Downburst) wird oft mit einem Tornado verwechselt. Beide Extremwetterereignisse bilden starke Winde und verursachen große Schäden. Fallböen sind plötzliche, heftige Windstöße, die aus einer großen Gewitterwolke herabstürzen und sich dann am Erdboden horizontal in alle Richtungen ausbreiten. Besonders gefärlich wird es, wenn das Gelände seitlich begrenzt wird (z. B. in Bergtälern), also die Strömrichtung eingegrenzt wird. Sie können sich in einem Umkreis von 1 bis zu 15 Kilometern ausbreiten und bis zu einer Stunde dauern. Bei einem Durchmesser ab 4 Kilometer spricht man von einem Macroburst, bei geringeren Ausmaßen von einem Microburst. Sie können Geschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen, die aber in der Regel von kurzer Dauer (<20 Minuten) auftreten. Außerdem werden sie in den meisten Fällen von Starkregen, Hagel und Blitzen begleitet. Eine Fallböe sieht aus der Nähe wie eine "weiße bis gelbe Wand" aus, die sich rasend schnell bewegt und eine große Schadensfläche verursachen kann.
Bei einem Tornado entstehen rotierende Aufwinde in Gewitterwolken, die dann den Boden berühren, sich nach oben erstrecken und einen relativ schmalen Schadenstreifen verursacht.
Für die Beschleunigung des Abwindes sind zwei Vorgänge verantwortlich. Die Luft wird durch schmelzende Hagel- und Graupelkörner und/oder der Verdunstung des Regens abgekühlt und der fallende Niederschlag wird beschleunigt.
Durch das Schmelzen des festen Niederschlags (Hagel, Graupel) innerhalb des Gewitters und durch das Verdunsten von flüssigem Niederschlag wird der Luft Wärme entzogen. Die Luft kühlt ab und wird schwerer (kalte Luft ist aufgrund der höheren Dichte schwerer als warme Luft). Die Verdunstungsabkühlung kann einerseits unterhalb der Gewitterzelle erfolgen und andererseits in den mittleren Wolkenniveaus durch das Einbringen von trockener Umgebungsluft erfolgen. Ist die Wolkenbasis relativ hoch und die darunterliegende Luft relativ trocken, dann wird der Vorgang begünstigt. Wenn der Weg zum Erdboden sehr lang ist, können sehr hohe Windgeschwindigkeiten entstehen.
Ein Downburst entsteht durch ein Gebiet mit stark regengekühlter Luft, die sich, nachdem sie Bodenniveau erreicht hat, in alle Richtungen ausbreitet und starke Winde erzeugt. Im Gegensatz zu den Winden bei einem Tornado werden die Winde bei einem Downburst von der Stelle, an der sie auf Land oder Wasser treffen, nach außen gerichtet. Trockene Downbursts gehen mit Gewittern mit sehr geringem Niederschlag einher, während nasse Downbursts mit Gewittern mit hohen Niederschlagsmengen einhergehen. Mikrobursts und Makrobursts sind Downbursts in sehr kleinen bzw. größeren Maßstäben. Eine andere Variante, der Hitzestoß, entsteht durch vertikale Strömungen auf der Rückseite alter Abflussgrenzen und Böenlinien des Downbursts, wo es an Niederschlägen mangelt. Hitzestöße erzeugen aufgrund des Mangels an regengekühlter Luft bei ihrer Entstehung deutlich höhere Temperaturen. Downbursts erzeugen vertikale Windscherungen. quelle:seanmeskill.com